Kontrolle ist gut, digitale Erfassung ist besser

Eppingen  In Sachen Spielplatzkontrolle geht die Große Kreisstadt Eppingen neue Wege. Seit Jahresbeginn kommen bei der Kontrolle der Spielgeräte auf den Spielflächen der Stadt digitale Prozesse zur Anwendung.

Von Nicole Theuer
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Wolfgang Bott, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, zeigt, wie die Überwachung der Spielgeräte funktioniert.

Foto: Franz Theuer

"Die Spielplatzkontrolle des Eppinger Bauhofs ist mobil und papierlos und damit noch sicherer und nachvollziehbar geworden", teilte Bürgermeister Peter Thalmann mit. Eine Sichtkontrolle und damit die Anwesenheit der Bauhof-Mitarbeiter auf dem Spielplatz ist zwar weiterhin erforderlich – aber die Erfassung dieses Vorgangs erfolgt digital und damit wesentlich zeit- und ressourcensparender. Wie das geht, das erläuterten Martin Kuhmann und Wolfgang Bott bei einer Kontrolle mit der Kraichgau Stimme.

Jeden Montagmorgen macht sich Wolfgang Bott, Mitarbeiter beim städtischen Bauhof auf, die 176 Spielgeräte in der Kernstadt zu kontrollieren. "Wir müssen wöchentliche Sichtkontrollen an den Spielgeräten durch geschultes Personal durchführen", erzählt Bauhofleiter Kuhmann.

Zwölf Mitarbeiter in der Kernstadt und in den Stadtteilen sind dafür qualifiziert. Bei diesen regelmäßigen optischen Kontrollen werde überprüft, ob offensichtliche Gefahren, zum Beispiel durch Vandalismus, Witterung oder Abnutzung entstanden sind. Zusätzlich sind eine vierteljährliche Funktionskontrolle und eine jährliche Hauptkontrolle in Form einer Sicht- und Funktionskontrolle durchzuführen.

Große Arbeitserleichterung

Am Spielplatz angekommen, nimmt Bott jedes Gerät in Augenschein, schaut ringsherum, ob alles in Ordnung ist, wackelt am Gerät und geht dann zum Chip, der in luftiger Höhe angebracht ist. Vor diesen hält Bott sein Smartphone, scannt den Chip und bestätigt die Kontrolle. So erfasst er digital, dass er die Kontrolle durchgeführt hat. Die Erfassung hat Vorteile: Hätte Bott einen Schaden festgestellt, hätte er diesen sofort in der App vermerken können. Das ist eine große Arbeitserleichterung. "Die Zettelwirtschaft und der Papierkram gehören der Vergangenheit an", macht Kuhmann deutlich, "jetzt bleibt uns mehr Zeit, für sichere Spielplätze für die Kinder in der Stadt zu sorgen". Das System wird derzeit ausschließlich von der Stadt Eppingen genutzt.

Auch Bürger können Beschädigungen digital melden. "Dafür muss man keine App installieren", macht Kuhmann deutlich, "man braucht lediglich ein Smartphone mit einem NFC-Chip". Stellt ein Bürger einen Mangel an einem Spielgerät fest, "dann kann er den Chip abscannen und es öffnet sich eine Maske, in der sofort das betreffende Spielgerät angezeigt wird." Nun hat der Melder die Möglichkeit, in wenigen Worten die Art der Beschädigung zu beschreiben oder anzukreuzen, was defekt ist. "Die Meldung läuft auf uns auf und wir können schnell reagieren", zählt Bott einen Vorteil des Systems auf. "Das digitale Spielplatzkataster unterstützt nicht nur die Verkehrssicherungspflicht und die Dokumentation der Kontrollen, Schäden und Maßnahmen, sondern ermöglicht einen schnellen Zugriff auf relevanten Informationen."

Großer digitaler Aufwand

Bis die mobile Spielplatzkontrolle funktionierte, mussten sämtliche Spielflächen sowie alle Spielgeräte in einem digitalen Kataster am Computer erfasst werden, erzählt Kuhmann. Zu jedem Spielgerät wurden die Daten wie Bezeichnung und Hersteller hinterlegt. Zudem habe Wolfgang Bott, der die Vorarbeiten federführend durchgeführt hat, jedes Spielgerät fotografiert und den Sitz des Chips festgehalten. Diese Daten seien ebenso hinterlegt wie alle relevanten Dokumente sowie die Historie jedes Spielgeräts. "Durch dieses neue System behalten wir den Überblick und können die Sicherheit der Spielplätze gewährleisten", macht Kuhmann deutlich. Minutengenau werde festgehalten, wann an welchem Spielgerät eine Kontrolle oder Arbeiten durchgeführt worden sind. "So entsteht eine lückenlose, papierlose Dokumentation der Arbeit."


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