Kliniken gleichen Gästerückgang in Bad Rappenau etwas aus

Bad Rappenau  Bad Rappenau hat in den vergangenen Monaten coronabedingt zwar Gäste eingebüßt, allerdings nicht in dem Umfang wie andere Orte. Wann wieder große Veranstaltungen stattfinden können, steht in den Sternen.

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Veranstaltungen wie Garten und Genuss mussten in diesem Jahr abgesagt werden. Ob sie 2021 stattfinden können, steht noch in den Sternen.

Foto: BTB

Das bisherige Jahr ist zum Großteil kein normales. Das gilt auch für den Bad Rappenauer Touristikbetrieb (BTB). Veranstaltungen wie Garten und Genuss oder der Musiksommer mussten abgesagt werden, die Gästezahlen gingen zurück. Trotzdem ist BTB-Chef Dieter Wohlschlegel positiv eingestellt, denn: "Wir haben die Kliniken, die sehr dazu beigetragen haben, dass die Rückgänge nicht zu stark waren."

Zahlen waren im vergangenen Jahr außergewöhnlich gut

Und schaut man sich die nackten Zahlen an, trifft das durchaus zu. Zwischen Januar und Juli gingen in Baden-Württemberg die Gästezahlen um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Bei den Übernachtungen steht ein Minus von rund 44 Prozent zu Buche. In Bad Rappenau liegt der Gäste-Rückgang zwar ebenfalls bei 43 Prozent, die Übernachtungen allerdings nur bei Minus 21,4 Prozent. Die Zahlen müssen außerdem ins Verhältnis gesetzt werden, denn durch die Buga in Heilbronn und der Neueröffnung des Hotels in der Salinenstraße im vergangenen Jahr seien die Werte 2019 außerordentlich stark gewesen, so Wohlschlegel.

"Wenn wir das mit 2018 vergleichen, ist der Rückgang wesentlich geringer", sagt der BTB-Chef. Auch im Vergleich mit anderen Kurorten, die ähnlich groß sind wie Bad Rappenau, habe man gut abgeschnitten. Außerdem habe sich die Aufenthaltsdauer von sieben auf zehn Tage gesteigert.

Neu eröffnetes Hotel fließt noch nicht in aktuelle Statistik ein

Die Entwicklung hat Wohlschlegel von Anfang an regelmäßig verfolgt. Hinter den relativ guten Zahlen sieht er vor allem einen Grund: Die Kliniken, in denen es bisher keinen Corona-Fall gab. "Die Häuser haben ein gutes Hygienekonzept, es musste nichts geschlossen werden." Geschlossen war allerdings zwischenzeitlich das neue Sonnenhotel Salinengarten. Seit Anfang September gibt es dort nun eine neue Leitung. Die Übernachtungen fließen allerdings noch nicht in die Statistik ein.

Ob im kommenden Jahr wieder regelmäßig Veranstaltungen in der Kurstadt stattfinden können, ist allerdings weiter ungewiss. Geplant wird zumindest, als würde es Corona nicht geben. Verträge werden allerdings nicht unterschrieben. "Die Absagen in diesem Jahr waren von offizieller Seite", erklärt Wohlschlegel. Wenn jetzt allerdings etwas festgemacht werden würde, käme man nicht mehr so einfach aus der Sache raus. "Wir stehen aber Gewehr bei Fuß."

Großer Aufwand, geringer Ertrag

Besonders der finanzielle Aspekt spielt eine Rolle, denn weniger Besucher bedeuten auch weniger Einnahmen. "Bei Garten und Genuss kommen rund 10.000 Menschen", erzählt Wohlschlegel. "Wenn dann nur ein Drittel reingelassen werden dürfen, bekommen wir die Kosten nicht rein." Außerdem sei der Aufwand für eine solche Veranstaltung, die auch von der Masse lebe, zu hoch.

Trotz der aktuellen Lage sind bis Weihnachten noch ein Liederabend in der Adventszeit und zwei weitere Konzerte geplant. Ob sie dann tatsächlich stattfinden, hängt auch von der aktuellen Situation ab.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld.

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