Opernensemble aus Mannheim gastiert an der Eppinger Grundschule im Ro

Eppingen  Gemeinsam mit Sopranistin Raphaela Stürmer und Bariton Gideon Henska müssen die Kinder die Oper retten. Es ist nicht die einzige Premiere an der Schule. Wichtige Bauarbeiten neigen sich dem Ende zu.

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Die Darsteller der Tournee-Oper Mannheim integrieren die Kinder in die Aufführung. Am Dienstag gastierte das Ensemble an der Grundschule im Rot.

Fotos: Jörg Kühl

Mit einem Gastspiel der Tournee-Oper Mannheim hat die Grundschule im Rot in Eppingen ihre erste Kulturveranstaltung seit Corona erlebt. Sopranistin Raphaela Stürmer und Bariton Gideon Henska unternahmen gemeinsam mit den Kindern nichts Geringeres, als die Oper zu retten. Das gelang ihnen unterhaltsam und lehrreich. Verwechslungen, wie die von Aschenbrödel und Aschenblödel sorgten für herzhafte Lacher im jungen Publikum. Die Interpreten schlüpften in bekannte Opernrollen wie Carmen oder Papageno und erklärten ganz nebenbei Begriffe wie Fundus, Requisite, Inspizient oder Premiere.

 

Im Vorfeld hatte Musiklehrerin Eva Katzer-Demir mit den Schülern das Lied "Wie ist es schön" einstudiert. Das erwies sich umgehend als Ohrwurm, den man auch noch nach dem Ende der Vorstellung hier und da im Schulhaus zu Ohren bekam. In einer abschließenden Fragerunde wollten die Schüler wissen, wie Bühnennebel entsteht, wie sich die Darsteller so schnell umziehen können oder warum die beiden überhaupt so gut singen können. Der Schulförderverein hatte das Gastspiel mit einer großzügigen Spende ermöglicht.

Kinder retten die Oper

Geometrische Schaumstoffkörper: Im Dachgeschoss entstand ein Bewegungsraum, den die Kinder künftig zum Austoben nutzen können.

Was sich an der Schule in den letzten Monaten alles verändert hat

Nicht nur mit der ersten Kulturveranstaltung seit Corona feierte die Grundschule Premiere. Im Gebäude gibt es hier und da Neuigkeiten zu bestaunen. So neigen sich die Arbeiten im Schulhaus, die zum Jahresende 2020 begonnen hatten, dem Ende zu.

Im bisher ungenutzten Dachgeschoss des Südbaus sind lichtdurchflutete Räume zum Ausruhen für die Proben der Theater-AG, zum Bewegen und Toben und für Besprechungen entstanden. Dabei wurde auch das Dach erneuert und energetisch saniert. Geplant hat den Umbau der in der Stadtverwaltung tätige Architekt Thomas Frey. Außerdem ist das ganze Gebäude mit Außentreppen aufgerüstet worden. Sie sollen im Unglücksfall als zweite Flucht- und Rettungswege dienen.

 

Was beim nächsten Feueralarm besonders geprobt wird

Auch im Inneren wurde in die Sicherheit investiert. So wurden Brandschutztüren eingebaut, die das zentrale Treppenhaus bei Rauchentwicklung von den anderen Flügeln der Schule trennen sollen. Die Schüler würden in diesem Fall nach außen über die neuen Fluchttreppen ins Freie gelangen, erläutert Frey. "Wir trainieren das beim nächsten Feueralarm", kündigt Schulleiterin Simone Hanisch an. Im Keller ist ein neuer Raum für Arbeitsgemeinschaften entstanden, der zur Zeit von der Modellbahn-AG genutzt wird.

 

Bis die neuen Räume im Dachgeschoss eröffnet werden, sind noch Restarbeiten an der Außentreppe, Pflasterarbeiten im Hof und letztlich die Bauabnahme nötig, erläutert der Architekt. Bis jetzt seien etwa 800 000 Euro verbaut worden. Vorgesehen sei, das Flachdach des Verbindungsbaus zu sanieren. Dann wäre das Schulgebäude fertig.

Warum die neuen Laptops perspektivisch nicht ausreichen

Im Schulbetrieb hat sich laut der Schulleiterin seit den coronabedingten Einschränkungen wieder vieles normalisiert. So sind die Arbeitsgemeinschaften wieder aktiv, wenn auch nach Jahrgängen noch getrennt.

Die Schule hatte unlängst 25 Schülerlaptops zum Ausleihen an Kinder ohne eigene Geräte erhalten. Dank einer Firmenspenden seien weitere 25 Geräte eines namhaften Herstellers dazugekommen. "Das ist ein guter Anfang, perspektivisch kommt man mit zwei Klassensätzen jedoch nicht aus", so die Schulleiterin.

 

Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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