Keine Feiern im Kraichgau bis Jahresende?

Kraichgau  Die Stadt Sinsheim hat ihre Großveranstaltungen, die regulär im zweiten Halbjahr 2020 auf dem Programm stehen, abgesagt. Bad Rappenau und Eppingen gehen dagegen einen anderen Weg und hoffen noch, dass die Weihnachtsmärkte stattfinden können.

Von Nicole Theuer
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Beim Bad Rappenauer Nikolausmarkt herrscht eine vorweihnachtliche Atmosphäre. Die Stadt führt die Vorbereitung der Veranstaltung unbeirrt fort.

Foto: Archiv/Berger

Es hätte das Jubeljahr für die Große Kreisstadt Sinsheim werden sollen - wenn nicht die Corona-Pandemie die jahrelangen Planungen für die Heimattage und das 1250-jährige Stadtjubiläum zunichte gemacht hätte.

Schweren Herzens hatte Oberbürgermeister Jörg Albrecht die prestigeträchtigen Veranstaltungen abgesagt. Wie nun bekannt wurde, müssen auch das Singen in der Allee, das Stadt- und Freiheitsfest, der Sinsheimer Herbst und der Weihnachtsmarkt ausfallen.

Veranstaltungen auf 2021 verschieben

Das Singen in der Allee, zu dem in den Monaten Juni und Juli Hobbysänger eingeladen gewesen wären, fand im vergangenen Jahr erstmals statt und war gleich ein voller Erfolg. Deshalb soll die Veranstaltung nun im kommenden Sommer eine Neuauflage erleben.

Eine feste Größe im Veranstaltungskalender ist seit Jahrzehnten das Stadtfest. Alljährlich strömen tausende Besucher in die Stadt, um gemeinsam zu feiern. Doch auch diese Veranstaltung musste OB Albrecht streichen. Immerhin: Das Stadtjubiläum soll im Juli 2021 nachgefeiert werden.

Nachdem auch der Sinsheimer Herbst abgesagt werden musste, hatte die Stadt zuletzt noch die Hoffnung, wenigstens den Weihnachtsmarkt als festlichen Jahresausklang zelebrieren zu können. Doch auch das ist nun vom Tisch. "Er kann auf dem Kirchplatz nicht stattfinden, da Kontaktverfolgungen und Hygieneregeln nicht lückenlos sichergestellt werden können", teilte die Verwaltung dieser Tage mit. Das Virus und die damit einhergehenden Maßnahmen stelle weiterhin einen zu großen Unsicherheitsfaktor in der langfristigen Planung von Großveranstaltungen dar.

Mit Absagen hat Sinsheim nun viel Erfahrung

Obwohl noch fast ein halbes Jahr Zeit ist bis Weihnachten, ist OB Jörg Albrecht von der Richtigkeit seiner Entscheidung überzeugt: "Bislang hat sich gezeigt, dass wir alles, was wir entschieden haben, richtig entschieden haben." Seine Verwaltung habe dieses Jahr wohl mehr Erfahrungen im Absagen von Events sammeln müssen als andere Kommunen. Diese Erfahrung habe seinem Haus mehr Sicherheit bei solchen Entscheidungen gegeben.

Albrecht glaubt auch nicht, dass es Weihnachtsmärkte in der bekannten Form in diesem Jahr überhaupt geben wird. "Wer das glaubt, ist mutig, denn die Umsetzung der geforderten Konzepte erfordert wahnsinnig viel Aufwand und kostet viel Geld."

Wer weiß schon, was bis Dezember passiert?

Andere Wege gehen die Großen Kreisstädte Bad Rappenau und Eppingen. Zwar sagte die Fachwerkstadt den Kartoffelmarkt ab, zum Weihnachtsmarkt will man dort aber noch keine Entscheidung treffen. Dort laufen auch Überlegungen, die Kerwe durchzuführen.

Advent im Schloss, Nikolausmarkt und die Eislaufbahn in der Fußgängerzone sind Highlights des vorweihnachtlichen Kalenders in Bad Rappenau. "Wir bereiten alle Veranstaltungen vor", erklärt Birgit Böhm, die bei der Stadt für kulturelle Aufgaben zuständig ist. Eine endgültige Entscheidung will die Stadt im November treffen. Niemand könne sagen, wie die Entwicklung bis dahin weitergehe. Ein Ziel hat die Stadt: "Wir möchten, dass wieder Leben einkehrt und die Menschen eine Perspektive haben", so Böhm.


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