Junge Biker lassen es in Berwangen auf selbstgebautem Pumptrack stauben

Berwangen  Am Berwanger Sportplatz ist in Anwesenheit von mehr als 30 Kindern und Jugendlichen eine Radbuckelpiste eingeweiht worden. Ehrenamtliches Engagement und privates Sponsoring haben das Vorhaben ermöglicht. Wie es sich auf der Piste fährt:

Email

Am Rand eines Pumptracks zu fotografieren, kann ganz schön gefährlich sein. Nur wenige Zentimeter entfernt rasen die Jugendlichen mit ihren Mountainbikes vorbei und wirbeln dabei dichte Staubwolken auf. Wie man bei der Einweihung des Bike-Park Berwangen am Mittwoch unschwer erkennen konnte, macht die Buckelpiste allen, die darauf entlangbrettern, sehr viel Spaß, der Autor dieser Zeilen hat es selbst getestet.

Bei der Einweihung waren mehr als 30 Kinder und Jugendliche sowie zahlreiche Erwachsene dabei. Unter ihnen Joachim Hartmann. Er gilt als Initiator der Anlage. Angefangen hatte alles so: Berwanger Jugendliche machen eine Baustelle im Ort zu ihrem Abenteuerspielplatz. Aus allerlei Baumaterialien und Paletten entstehen Konstruktionen, die einer Piste ähneln. Hartmann besucht die Jugendlichen. "Was macht ihr bloß, wenn die Baustelle mal fertig ist?"

Woran das Vorhaben bishehr scheiterte

Einen Ort zum Toben und Ausprobieren musste her, am besten etwas für BMX- und Mountainbikes. Hartmann kontaktiert den Bürgermeister der Gemeinde Kirchardt, Gerd Kreiter. Der fühlt sich an die Begegnung mit einem Jugendlichen zwei Jahre zuvor erinnert. Damals hatte ihn Albert Hartmann, der Neffe von Joachim Hartmann gefragt, ob in Berwangen eine Radbuckelpiste ähnlich wie der in Sulzfeld möglich wäre. "Ich konnte mir das damals nicht vorstellen", gab Kreiter bei der Einweihung der Anlage am Mittwoch zu. Die Kosten, die Sicherheit, Haftungsfragen...

Nun also ein ähnliches Ansinnen. Nur unter neuen Vorzeichen. Denn es zeichnet sich eine Allianz des bürgerschaftlichen Engagements ab. "Der Gemeinderat hat zugestimmt, es hat ja auch nichts gekostet", erinnert sich der Bürgermeister mit einem verschmitzten Lächeln. Der örtliche Erdbauunternehmer Uwe Kuhn hatte "ein paar Erdhaufen übrig", wie Kreiter weiter erwähnt. 18 Lkw voller Erde sind es letztlich, die auf der Brachfläche zwischen dem Fußballfeld und dem Vereinsgelände des Motorradklubs aufgehäuft werden. Martin Behringer, Juniorchef des gleichnamigen Kirchardter Landschaftspflege-Unternehmens, zaubert mit dem Bagger.

Wie viel Abstand zwischen den Dreckbergen nötig ist

Joachim Hartmann hatte sich unterdessen über grundlegenden Konstruktionsprinzipien eines Pumptrack kundig gemacht. So beträgt der ideale Abstand zwischen den Dreckhaufen drei Fahrradlängen. Die Winkel müssen steil genug sein, damit man ohne die Pedale zu betätigen Schwung aufnimmt, aber nicht zu steil, um Stürze zu vermeiden. Die künftigen Nutzer hatten sich im Vorfeld in die Planung der Piste eingebracht, berichtet Albert Hartmann (14). Auch bei der Bauausführung sind sie dabei.

In den Baggerpausen testen die Jugendlichen mit ihren Bikes die Drops, Tables und Jumps. "Wir können die Bahn auch künftig noch ändern", so der 14-Jährige weiter. Die Jugendlichen haben sich auch einen Vereinsnamen gegeben. "MTBC Berwangen", in Anlehnung an den benachbarten Verein "MC Berwangen".


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

Kommentar hinzufügen