Jörg Huster zieht sich aus Gastronomie zurück

Bad Rappenau  Der 47-jährige Geschäftsmann verkauft in Bad Rappenau das inVino und seine Gesellschaftsanteile am Bahnhof 13.

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Jörg Huster steht im Juli 2019 vor dem frisch eröffneten Lokal "Bahnhof 13" in Bad Rappenaus Stadtmitte.

Foto: Archiv/Elfi Hofmann

So manch einer hat sich im vergangenen Jahr gefragt, wie der Mann das alles nur schafft: Jörg Huster ist in Bad Rappenau und Umgebung allseits bekannt, weil er mehrere Getränkemärkte und Gastronomiebetriebe betreibt.

In der Coronazeit kam der 47-Jährige zu dem überraschenden Entschluss, dass er sich als Geschäftsführer der beiden Lokalitäten inVino und Bahnhof 13 in der Stadtmitte zurückzieht. "Auf fünf Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, das geht nicht auf Dauer", sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Huster will sich auf das Getränkegeschäft konzentrieren

Er möchte sich nun wieder voll auf das Getränkegeschäft konzentrieren, erklärt Huster – und darauf, die Onlinevermarktung zu verbessern und auszubauen. Sie belieferten von Sinsheim bis Heilbronn, und Kundenpflege sei ihm sehr wichtig. In der Coronakrise sei ihm bewusst geworden, wie viel an Zeit es ihn koste, zusätzlich zu den Getränkemärkten zwei Gastronomiebetriebe zu führen.

"Das hatte zuletzt eine sehr große Intensität", sagt er. Die Zwangsschließungen für Restaurants befreiten ihn sozusagen: "Ich habe mit Beginn der Coronakrise erst richtig bemerkt, wie Ballast von mir abgefallen ist." Er sei immer mal wieder Gefahr gelaufen, das Tagesgeschäft im Getränkehandel zu übersehen. Und letztlich auch sein Privatleben, denn die beruflichen Projekte kosteten auch zunehmend private Zeit, die eigentlich fürs Familienleben vorgesehen war.

Neuer Geschäftsleiter für beide Betriebe

Das "Weincafé" inVino ist bislang im Besitz von Jörg Huster. Den Bahnhof 13 betrieb er zusammen mit einem Mitgesellschafter, der namentlich ungenannt bleiben möchte. Diese Gesellschaft kauft nun das inVino und übernimmt die Gesellschaftsanteile von Jörg Huster am Bahnhof 13. Geschäftsleiter von beiden Betrieben soll Murat Yazanoglu werden.

Erst im Juli 2019 wurde das Bahnhof 13 im Bahnhofsgebäude, direkter gegenüber vom inVino, eröffnet. Jörg Huster verstand die Angebote als Kombination aus Verkauf und Bistro – weniger klassische Gastronomie, mehr lockeres Konzept. Der Aufbau der Lokale sei "eine Herzensangelegenheit" für ihn gewesen.

Lachendes und weinendes Auge

Der Bad Rappenauer Bahnhof war einige Zeit leer gestanden, zuvor befanden sich ein Blumengeschäft und eine Annahmestelle der Deutschen Post darin, die von Bernd Axenbeck betrieben wurden.

"Der Wunsch nach mehr Zeit und innerer Ausgeglichenheit ist wohl die größte Errungenschaft und Erkenntnis aus den letzten Wochen", schreibt Jörg Huster in einer Mitteilung auf Facebook. Er habe im inVino seit 2007 ganz besondere Momente erlebt, die er nicht vergessen werde. "Und der Bahnhof 13 mit seinem besonderen Ambiente hat in kurzer Zeit viele Fans gewonnen." Die Entscheidung für den Verkauf sei daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge gefallen.

"Das ganze inDrink-Paket plus Gastronomie mit den neuen Herausforderungen und Einschränkungen zu verantworten, konnte ich mir nicht mehr vorstellen", so Jörg Huster weiter.


Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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