Jens Schäfer, SPD-Kandidat im Wahlkreis Eppingen, fordert bezahlbaren Wohnraum

Eppingen/Neckarsulm  33-jähriger Immobilienmakler bei Nominierungsveranstaltung in der Ballei Neckarsulm gewählt

Von Ralf Schick
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Die SPD setzt im Wahlkreis Eppingen auf den 33-jährigen Jens Schäfer (links). Unterstützt wird er von dem Bad Rappenauer Stadtrat Jan Kulka.

Foto: Ralf Schick

Bezahlbarer Wohnraum, bessere Mobilität und gebührenfreie Kitas stehen auf dem Wahlprogramm des neuen SPD-Landtagskandidaten aus Eppingen. Mit dem 33-jährigen Immobilienmakler und zweifachen Vater ziehen die Sozialdemokraten im Wahlkreis Eppingen in den Wahlkampf. Ihm zur Seite steht der Bad Rappenauer Stadtrat Jan Kulka (20 Jahre). An ungewohntem Ort kürten am Samstag die 32 SPD-Delegierten ihren Kandidaten für die Landtagswahl 2021. Nach zwei Stunden wurde der Feuerwehrmann und Immobilienmakler Jens Schäfer bei einer Enthaltung nominiert - "in der Hauptstadt des Landkreises", wie der SPD-Kreisvorsitzende Bernd Bordon scherzhaft sagte.

Zwei Veranstaltungen

Dass man in der Neckarsulmer Ballei den Eppinger Kandidaten nominierte lag daran, dass man in der Corona-Zeit aus organisatorischen Gründen zwei Nominierungsveranstaltungen hintereinander durchführen wollte - am selben Tag wurde noch der Kandidat für den Wahlkreis Neckarsulm gewählt.

"Wir müssen wieder mehr Angebote schaffen für die Menschen im ländlichen Raum", sagte Jens Schäfer und kritisierte die teilweise verloren gegangene Infrastruktur etwa durch fehlende Läden in den Dörfern. Aber auch der öffentliche Personennahverkehr müsse wieder anders getaktet werden, damit die Menschen im Umland nicht weiter abgehängt werden.

Und: "Normale Menschen brauchen wieder bezahlbaren Wohnraum. Es kann nicht sein, dass ein Rentner mit 1100 Euro Rente das ganze Geld für die Miete bezahlen muss", betonte Schäfer.

Sozialer Zusammenhalt

Schäfer hat eine Banklehre angefangen, dann zog es ihn in den Einzelhandel, bevor er für sich das Immobiliengeschäft entdeckte, das er mit einem Büro in der Eppinger Innenstadt seit 2017 betreibt. Seit 2001 ist er Mitglied der Feuerwehr und trat damit in die Fußstapfen seiner Großväter und seines Vaters. Zusammen mit dem frischgebackenen Student der Rechtswissenschaften Jan Kulka will er auch neue und vor allem junge Wähler gewinnen. "Wir sind zusammen 53 Jahre alt und damit sieben Jahre jünger als das durchschnittliche SPD-Mitglied", betonte Ersatzkandidat Jan Kulka, den die 32 Delegierten wählten. Im Jahr 2001 bekam die SPD im Landtag 33 Prozent der Wählerstimmen. "Es wäre schön, wenn es wie 2001 wieder ein gutes Ergebnis gäbe", sagte der baden-württembergische SPD-Generalsekretär Sascha Binder. Es sei die Aufgabe der SPD, für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft zu sorgen- "und dafür kämpfen wir", sagte er.

Die SPD gebe den Menschen Sicherheit, das habe sie auch in der Corona-Pandemie bewiesen, sagten der SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic und Landesgeneralsekretär Binder unisono. Mit dem jungen Duo für den Wahlkreis Eppingen sorge man nun für frischen Wind in der Partei, so die beiden. "Wir müssen wieder stärker werden und sollten mit mehr Stolz und breiterer Brust in die öffentliche Diskussion gehen", sagte Jan Kulka trotz der schlechten Umfragewerte für die Sozialdemokraten im Land.


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