Ittlinger Rathaus erhält Aufzug an der Rückseite

Ittlingen  Ein Personenlift soll den barrierefreien Zugang zur Verwaltung der Kraichgaugemeinde sicherstellen. Die Maßnahme ist Teil des aufgestockten Landessanierungsprogramms Ortsmitte II. Was in Ittlingen sonst geplant ist:

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Erschließung von hinten: An der Rückfront des Rathauses, etwa auf der Höhe des Bauzauns zwischen den Autos, wird ein Aufzug angebaut.

Foto: Franz Theuer

Das Rathaus der Gemeinde Ittlingen wird barrierefrei. Dazu wird an der rückwärtigen Seite des Gebäudes ein gläserner Aufzug angebaut. Auf ihrer jüngsten Sitzung haben die Gemeinderäte nun eine neue Ausbauvariante bestätigt. Bisher war ein Aufzug mit Ausgang gen Westen vorgesehen. Dieser hätte einen Windfang erforderlich gemacht. Nun soll es eine Aufzugsöffnung nach Westen geben. Hierfür genügt ein einfaches Vordach. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Nutzer geradeaus durchgehen können, und nicht "um die Ecke", wie in der ersten Variante.

Vorgestellt wurde das Projekt von Mathias Riemer von der gleichnamigen Planungsfirma aus Heilbronn. Weil das Dach des Rathauses etwa 50 Zentimeter die Hauswand überragt, muss der gläserne Aufzug so geplant werden, dass er einen halben Meter vom Gebäude weg steht. Zwischen den Etagen und dem Aufzugsschacht werden kleine Brücken gebaut. Links und rechts neben dem künftigen Aufzugsschacht sind gekennzeichnete Parkbuchten für Rathausbesucher mit Behinderungen vorgesehen. Der Schacht, der in den Parkplatz hineinragt, wird beidseitig mit Abstandshaltern abgegrenzt, die mit Büschen bepflanzt werden.

Warum der Aufzug dringend benötigt wird

Die barrierefreie Erschließung ist notwendig, um Rathausbesuchern mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zu erleichtern. Auch für den Rathauskindergarten im Obergeschoss gibt es Bedarf. Elternteile mit Kinderwagen sowie Großeltern mit Gehhilfen haben bisher Schwierigkeiten, den Kindergarten zu erreichen.

Wie Ittlingens Bügermeister Kai Kohlenberger mitteilt, ist der Bauantrag bereits gestellt. Was noch fehlt, ist ein geologisches Gutachten, um die Statik des Untergrunds zu beurteilen. "Es ist unser Ziel, möglichst zeitnah in die Ausschreibung zu kommen." Spätestens im Frühjahr 2021 muss das Vorhaben abgeschlossen sein. Denn dann endet auch das verlängerte und aufgestockte Landessanierungsprogramm Ortsmitte II. Die Aufstockung gliedert sich in elf Maßnahmen und beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von etwas über einer Million Euro. Dem steht eine Förderung von knapp 500 000 Euro gegenüber. Zum Erweiterungspaket zählen der Grunderwerb der Mühlgasse 13/15. Hier möchte sich die Gemeinde die Option des barrierefreien Wohnens sichern.

Feuchtigkeitsschäden im Keller

Außerdem soll der provisorische Parkplatz am Quartier Friedhofstraße befestigt werden. Die Freiflächengestaltung vor dem Rathaus steht ebenso auf der Liste, wie Abbrucharbeiten auf den Grundstücken Mühlgasse 9, 13, 15 und 17. Eine der größten Maßnahmen ist die energetische Sanierung des Rathauses. Hier wurden bereits 2018 und 2019 Fenster und Dach in Angriff genommen. Nun stehen der Einbau einer Klimaanlage, die Erneuerung des Fußbodens im Flurbereich und die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden im Keller auf der To-do-Liste.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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