Interaktive Wissensvermittlung in der Klima-Arena

Sinsheim  Die Sinsheimer Klima-Arena hat wieder geöffnet und zieht Gäste aus nah und fern an. Das Gletscher-Erlebnis ist eines der Highlights.

Von Ralf Schick
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Bernd Welz, Vorstandsvorsitzender der Klimastiftung, sagt: "Wir wollen auf spielerische Art für den Umweltschutz sensibilisieren und aktives Mitdenken statt passives Konsumieren fördern."

Fotos: Ralf Schick

Seit langer Zeit schon wird viel über den Klimawandel geredet. Doch das Thema wirkt abstrakt und scheint immer noch weit entfernt, obwohl es eigentlich ganz nah ist. Dies zeigt die Klima-Arena in Sinsheim auf spielerische Weise mit ihren vielen interaktiven Mitmachstationen und durch den Einsatz von digitaler Technik. Am Samstag durfte die Ausstellung samt Themenpark in Sinsheim nach langer Lockdown-Zeit wieder öffnen.

Drücken, halten, wischen, aber auch spüren und mit allen Sinnen erleben: In dem multimedialen Themenpark kann man sich nicht nur eine Fülle an Wissen aneignen, sondern auch den eigenen ökologischen Fußabdruck ermitteln. Mittels optischer Effekte wird beispielsweise an verschiedenen Stationen sichtbar, wie viele Schadstoffe und Kohlendioxid-Emissionen man verbraucht, wenn man beispielsweise mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug von Stuttgart nach Düsseldorf reist. Je nach Wahl steigt der rote Zeiger wie bei einem Fieberthermometer nach oben.

Vor dem Eintritt ist ein Schnelltest nötig

Wer sich seit Samstag auf den Weg in die Klima-Arena macht, muss sich coronabedingt vorher online ein Ticket bestellen und beim Eintritt einen negativen Schnelltest vorlegen. Den kann man in der Region relativ schnell bekommen, "da wir mehrere Teststationen in Sinsheim haben", sagt Bernd Welz, Vorstandsvorsitzender der Sinsheimer "Klimastiftung für Bürger" und damit quasi Hausherr der Klima-Arena. Auf der Homepage der Arena sind mehrere Teststationen aufgelistet.

Maximal 70 Besucher dürfen sich gleichzeitig mit Maske in dem Erlebnisort mit einer Ausstellungsfläche von rund 1400 Quadratmetern aufhalten, jeder bekommt ein Paar Handschuhe. Am Eröffnungstag sind es rund zwei Dutzend Neugierige und Interessierte, die sich auf den Weg nach Sinsheim gemacht haben, um sich dort mit den Themen Mobilität, Wohnen und Energie oder Lebensstil und Konsum auseinanderzusetzen.

Interaktive Wissensvermittlung in der Klima-Arena

Endlich können sich wieder Besucher jeden Alters in der Sinsheimer Klima-Arena auf Entdeckungsreise begeben.

Ein Film kann aufwühlen

"Das macht richtig Spaß", sagt eine Mutter aus Mosbach, die mit ihrer Tochter die Arena besucht, vor allem beim interaktiven Mitturnen mit den Eisbären. Eine vierköpfige Familie aus der Nähe von Basel an der deutsch-schweizerischen Grenze ist "nur zufällig" in der Arena gelandet und findet das digitale Mitmachangebot "einfach nur faszinierend". "Eines unserer Highlights ist sicherlich das Gletscher-Erlebnis, das die Besucher gleich zu Beginn der Ausstellung in einen blauen Eis-Kubus führt", sagt Bernd Welz.

In diesem virtuellen Gletscher wird ein sehr emotionaler und aufwühlender Film gezeigt über die Entwicklung im Amazonas-Gebiet. Geführt von KIM, dem Klimainformationsmodul, erlebt man eine virtuelle Zeitreise ins Jahr 2100 und wie sich die Welt dort, in der Arktis oder am Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens entwickeln wird, wenn man nicht schnellstens damit beginnt, gegenzusteuern: Statt grüner Lungen entstehen Megastädte und ausgetrocknete Wasserfälle.

"Wir wollen auf spielerische Art für den Umweltschutz sensibilisieren, aktives Mitdenken statt passives Konsumieren fördern und unsere Besucherinnen und Besucher in den Modus der Entdeckung versetzen", betont Bernd Welz. "Uns ist aber auch wichtig, wenn am Ende jeder Besucher vielleicht eine Sache für sich erkannt hat, wie er selbst etwas verändern kann durch sein eigenes Verhalten", sagt Welz.

Spielerisch Umweltschutz lernen

Ob interaktiver Globus und Gletscher, Climate Wall, Energie-Galerie, Klima-Quiz oder auch die aktuelle Sonderausstellung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zum Thema "Zukunftsprojekt Energiewende": In der Klima-Arena bieten sich für alle Altersklassen spielerische Möglichkeiten, sich mit dem wissenschaftlichen Thema auseinanderzusetzen. Knapp 40.000 Menschen haben die Arena seit ihrer Eröffnung im Oktober 2019 besucht, obwohl das Gebäude coronabedingt die meiste Zeit geschlossen war. "Das ist echt faszinierend und so facettenreich", sagen Indra und Alexander aus Heidelberg.

Die beiden Endzwanziger sind mit einem befreundeten Pärchen aus Bad Schönborn nach Sinsheim gekommen. "Wir sind eigentlich nur am Staunen, hier wurde mal echt was mit Köpfchen gemacht", sagt der 30-Jährige Jan und Freundin Katja betont: "Man fühlt sich mit dem Thema schnell verbunden und bekommt das Gefühl, dass wir gemeinsam etwas bewegen können gegen den Klimawandel."

"Wir haben in der Corona-Zeit auch ein umfangreiches digitales Online-Angebot aufgebaut, aber es macht natürlich mehr Spaß, wenn die Besucher jetzt wieder live vor Ort sein können", sagt Bernd Welz.

Ein Erlebnis für die ganze Familie

Die Klima-Arena in Sinsheim ist ein Erlebnis- und Mitmachort rund um Klima, Umwelt, Erneuerbare Energien und den Umgang mit Ressourcen. Ziel ist, auf den Umbau hin zu einem klimaneutralen und nachhaltigen Leben aufmerksam zu machen. Träger der Klima-Arena ist die von Dietmar Hopp gegründete Klimastiftung für Bürger. Beim Richtfest im Juli 2018 hielt der Klimaforscher Mojib Latif die Festrede, der auch im kommenden Monat einen Online-Vortrag halten wird. Internet: www.klima-arena.de.


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