In Sulzfeld bereits 40 positiv Getestete auf nur 5000 Einwohner

Sulzfeld  Sulzfeld ist im Kraichgau mit 40 Fällen ein Corona-Hotspot, schließlich hat die Gemeinde nur 5000 Einwohner. Vor zwei Wochen ermittelte die Polizei wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Auflagen. Die Gemeindeverwaltung unterstützt das Gesundheitsamt.

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Sechs Bewohner der Flüchtlingsunterkunft waren vor zwei Wochen positiv getestet worden. Inzwischen haben sich die Zahlen deutlich erholt.

Foto: Franz Theuer

Seit mehreren Wochen ist in der Gemeinde Sulzfeld eine auffällige Häufung aktiver Corona-Fälle zu beobachten. Es kursiert in der Bevölkerung die Vermutung, dass die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge mit Anschluss-Unterbringung daran einen großen Anteil haben könnte. Das ist nach Informationen der Bürgermeisterin Sarina Pfründer nur teilweise zutreffend.

Fakt ist demnach: Das Heim war vor gut zwei Wochen mit sechs positiv Getesteten ein Hotspot. Die Betroffenen wurden daraufhin in die Gemeinschaftsunterkunft Karlsbad-Ittersbach verlegt. Dort fasst der Landkreis Karlsruhe die positiv getesteten Personen aus Flüchtlingsheimen zusammen. Seitdem ist die Welle in der SulzbacherUnterkunft abgeflaut, es sind dort nach Auskunft der Bürgermeisterin danach nur zwei neue Fälle hinzugekommen.

Warum die Polizei ausrückte

Am 31. Oktober kam es im örtlichen Rewe-Markt zu einem Polizeieinsatz. Wie Ladenbetreiber Markus Ströhmann auf Anfrage bestätigt, erkundigten sich die Beamten nach Bewohnern der Unterkunft, die im Verdacht standen, gegen Corona-Auflagen verstoßen zu haben. Kurz danach wurden vor dem Sulzfelder Heim Sicherheitskräfte aufgestellt, um zu verhindern, dass Kontaktpersonen das Haus verlassen, beziehungsweise um zu verhindern, dass unbefugte Personen das Haus betreten. Die Posten wurden diesen Donnerstag wieder abgezogen. In der Sulzfelder Unterkunft leben derzeit 80 Menschen.

Während die Zahlen in der Flüchtlingsunterkunft wieder abgeflaut sind, sind sie in der 5000-Einwohner-Gemeinde insgesamt immer weiter gestiegen. Am Donnerstag meldete der Landkreis Karlsruhe schon 40 Fälle. Auf der Coronakarte erscheint die Gemeinde als einzige purpur eingefärbte Ecke im Landkreis.

Wie die Gemeindeverwaltung bei der Eindämmung der Pandemie hilft

Laut der Bürgermeisterin sind die positiv getesteten Fälle weit gestreut. Dies gelte sowohl, was das Alter angeht, als auch die Nationalität. In der Blanc-und-Fischer-Schule ist eine vierte Klasse in Quarantäne, ein Lehrer wurde positiv getestet.

Der Landkreis Karlsruhe hat die Kommunen um Mithilfe bei der Nachverfolgung der Corona-Kontakte gebeten. Im Sulzfelder Rathaus ist daraufhin eine Mitarbeiterin für diese Aufgabe abgestellt worden. Sie wird nach einer Einweisung ihre Arbeit aufnehmen. "Wir hätten diesen Schritt auch von uns aus veranlasst", sagt Bürgermeisterin Sarina Pfründer.

Gestiegene Zahlen in Eppingen und Bad Rappenau

Das Infektionsgeschehen im Kraichgau ist recht unterschiedlich. In Kirchardt, das verglichen mit der Bevölkerungszahl als relativ stark belastet gelten muss, ist die Zahl der positiv getesteten Personen seit Montag konstant geblieben: 16 Fälle nannte das Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn am Donnerstagnachmittag.

Dagegen sind die Zahlen in Bad Rappenau und in Eppingen weiter angestiegen. 43 positiv Getestete sind es in der Fachwerkstadt mittlerweile, am Montag waren es noch 34. In der Kurstadt stieg die Zahl der positiv Getesteten seit Montag von 20 auf 29.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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