In Gemmingen müssen nahezu alle Bauhof-Fahrzeuge ersetzt werden

Gemmingen  Der Bauhof verfügt nur noch über ein funktionierendes Gefährt. Die Gemeinde Gemmingen schafft in den kommenden Monaten Fahrzeuge im Gesamtwert von 320.000 Euro an.

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Die sieben Bauhofmitarbeiter verfügen derzeit lediglich über ein funktionierendes Fahrzeug. Die Gemeinde sorgt mit 320?000 Euro für Ersatz.

Foto: Gemeinde Gemmingen

Der Bauhof bekommt neue Fahrzeuge im Wert von etwas mehr als 320.000 Euro. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Eine Wahl hatte er an diesem Punkt nicht: In den zurückliegenden Wochen sind gleich mehrere Fahrzeuge kaputt gegangen.

Der Bauhof verfügt nur noch über ein funktionierendes Gefährt. Spätestens in der dunklen Jahreszeit bräuchten die sieben Mitarbeiter einen Unimog, "das wichtigste Fahrzeug im Winter", so Sonja Werthmüller. "Das ist kein Zustand", fügte die Rathausmitarbeiterin an: "So kann man nicht arbeiten."

Das älteste Fahrzeug im Gemminger Bauhof, ein Mercedes Unimog UI 30, war im März 1996 zugelassen worden. Die Reparaturkosten wurden immer höher: Allein im vergangenen Jahr wurde der Unimog für über 10.000 Euro wieder instandgesetzt: "Das Fahrzeug wird keine weitere Hauptuntersuchung mehr bestehen", heißt es in der Vorlage für den Gemeinderat.

Auch der Mitsubishi Canter sei zwischenzeitlich stillgelegt worden: Er war seit Oktober 2000 im Dienst, doch für Reparaturen gibt es keine Ersatzteile mehr. Außerdem muss ein Fiat Strada ersetzt werden - ein Getriebeschaden hat dem Fahrzeug den Garaus gemacht. Lediglich ein Transportfahrzeug funktioniert. Die Arbeit der Bauhofmitarbeiter sei dadurch erheblich eingeschränkt, so Werthmüller.

Zweite Mähmaschine soll her

Ein effektives und gutes Fahrzeug, heißt es seitens der Verwaltung, sei der Nullwendekreismäher der Firma Husqvarna - doch auch der fiel "aufgrund der Belastung" im zurückliegenden Jahr immer wieder aus. Die Verwaltung sieht dieses Gefährt als unverzichtbar an.

Die Mähmaschine wird vor allem auf Sportplätzen, im Schlosspark und im Freibad eingesetzt. Einen Nullwendekreismäher hat die Verwaltung 2020 bereits angeschafft, nun soll für rund 13.400 Euro ein zweiter her: "Um die Einsatzfähigkeit des Bauhofs zu erhalten", heißt es. Zwei Mäher zu haben, sei sinnvoll. Vor allem, wenn ein Gerät ausfällt.

Der teuerste Posten ist ein Reform Kommunaltransporter Muli T10X - das Wunschfahrzeug der Bauhofmitarbeiter. Er gilt als vielseitig und robust, es gibt viele Anbauteile. Doch das hat seinen Preis: Rund 217.000 Euro muss die Gemeinde dafür auf den Tisch legen. Die Arbeiten, die mit diesem Fahrzeug erledigt werden können, sind derzeit vergeben und können dann wieder selbst gemacht werden.

Für insgesamt 90.000 Euro kauft die Gemeinde Gemmingen für ihren Bauhof noch ein Elektroauto Goupil G4 Chassis sowie einen MAN TGE Transporter. Ohne Mehrwertsteuer belaufen sich die Kosten für die neuen Fahrzeuge auf runde 270.000 Euro. Mittel in Höhe von 200.000 Euro sind im laufenden Haushalt bereits eingestellt.

Die Gemeindeverwaltung bemüht sich, alle Fahrzeuge noch in diesem Jahr zu bekommen, "so dass dann der Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent gilt und sich somit die Gesamtkosten um drei Prozent reduzieren".


Ulrike Plapp-Schirmer

Ulrike Plapp-Schirmer

Autorin

Ulrike Plapp-Schirmer ist seit 1993 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist für Bad Rappenau und Gemmingen zuständig, gehört dem Thementeam Gesundheit an und rezensiert regelmäßig Bücher.

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