Gartenhäuser dürfen 24 Quadratmeter groß sein

Eppingen  Bis zu 22 Gartenhäuser in zwei Reihen sollen in Eppingen an der Scheuerlesstraße entstehen. Sie sollen Photovoltaik auf den Dächern bekommen. Diskussionen gab es im Ausschuss bei der Frage der Hausgröße.

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Auf diesem Gelände soll die Kleingartenanlage stehen. Foto: Archiv/Faget

Der Technische Ausschuss der Stadt Eppingen hat auf seiner jüngsten Sitzung die Gestaltung der neuen Kleingartenanlage an der Scheuerlesstraße festgelegt. Demnach sind Holzbauten vorgesehen, die in zwei Reihen angeordnet werden. Die Häuser werden mit 6000 Euro pro Stück kalkuliert. Während der Gartenschau im kommenden Jahr, die am 7. Mai beginnt und am 12. September endet, ist die Kleingartenanlage Teil des Ausstellungsgeländes.

Die Gartenhäuser sollen auf einer Grundfläche von je 24 Quadratmetern errichtet werden. Die Stadt will prüfen, ob die Dächer für die Installation von Photovoltaik geeignet sind. Alle künftigen Gartenhäuser erhalten Wasser-, Abwasser- und Stromanschluss. Die Verbräuche werden je Parzelle ermittelt. Jede Fläche wird mit einem Plattenweg erschlossen, die Häuser erhalten eine Bodenplatte aus Beton.

Was sich im Gartenschaujahr auf dem Gelände abspielt

Den Grundsatzbeschluss zum Bau der Kleingartenanlage hatte der Gemeinderat in seiner Februarsitzung gefasst. Demnach belaufen sich die Kosten der Anlage auf 650.000 Euro. Hauptauftragnehmerin ist die Firma Klaus Reimold in Gemmingen. Das Unternehmen arbeitet seit Anfang Juni an dem Projekt.

Die Kleingartenanlage wird im kommenden Jahr Teil der Gartenschau sein. Geplant sind zwei Mustergärten, eine Tiny-House-Siedlung, ein Generationengarten, ein Kitagarten, ein Kakteengarten sowie ein Tiergehege. Bis zum Beginn der Gartenschau werden zehn Gartenhäuser errichtet. Das Gelände bietet Platz für bis zu 22 Parzellen.

Worüber intensiv diskutiert wurde

Diskussionsbedarf gab es im Technischen Ausschuss bezüglich der Größe der Häuser. Auch wurde über die Möglichkeit diskutiert, die Dachflächen für Photovoltaik zu nutzen. Als erster Redner hatte Gunter Seitz (SPD) das Thema aufgeworfen. Sein Fraktionskollege Hartmut Kächele regte an, Satteldächer statt Pultdächer zu bauen. So ergebe sich eine "tolle Südseite" für Photovoltaik. Michael Mairhofer, ebenfalls SPD, summierte die so entstehende Fläche auf rund 400 Quadratmeter. Bürgermeister Peter Thalmann versprach, die Photovoltaikoption zu prüfen: "Das ist eine Riesenfläche und es wäre vorbildlich." Er plädierte, an der Form des Pultdachs festzuhalten.

Größere Diskussion löste die Frage der Größe der Gartenhäuser aus. Laut der Beschlussvorlage soll die Grundfläche je Haus vier mal sechs Meter sein, also 24 Quadratmeter. Laut dem Ausschussmitglied Peter Wieser (Grüne) seien die geplanten Häuser zu groß. Die Nutzer sollten schließlich nicht darin wohnen. Auch Reinhard Keller (CDU) findet die Planung zu großzügig. Die Objekte erinnerten beinahe schon an Ferienwohnungen. "So werden sie auch genutzt werden."

Wofür der Fachausschuss mehrheitlich votierte

Brigitte Hilper (Grüne) verwies auf den Flächenverbrauch und regte an, die Häuser kleiner zu planen. Sie reichte den Antrag ein, über eine Reduzierung der Grundfläche auf drei mal fünf Meter, also 15 Quadratmeter, abzustimmen. Jörg Haueisen (FBW) und Klaus Scherer (CDU) verteidigten die ursprüngliche Größe. Diese sei nicht übertrieben. In der Abstimmung einigte sich der Ausschuss mehrheitlich auf die Ursprungvariante vier mal sechs Meter, in zwei Reihen angeordnet und mit der Option der Photovoltaik.

Die neue Kleingartenanlage ist ein Resultat aus der Gartenschauplanung. Weil einige der Gärten dem Ausstellungsgelände weichen mussten, entschloss sich die Stadt, Gartenparzellen an einem Ersatzstandort zur Pacht anzubieten. Die neue Kleingartenanlage an der Scheuerlesstraße wird während der Gartenschau im kommenden Jahr Teil des Ausstellungsgeländes sein. Die Parzellen werden erst danach an Interessenten vergeben.

 

Das Wiener Modell: Vorbild für Kleingartenanlagen im Raum Heilbronn?
In Wien wurde unlängst ein Teil der Kleingartenanlagen umgewidmet, um Wohnen ganzjährig zu erlauben. Maximal 50 Quadratmeter große Kleingartenwohnhäuser dürfen errichtet werden. Voraussetzung sind unter anderem eine frostsichere Trinkwasserleitung, ein Kanalanschluss sowie eine umweltfreundliche Energieversorgung. Im Umfeld der Buga wurde auch in Heilbronn diskutiert, temporäres Wohnen in Kleingartenanlagen zuzulassen. Bundestagsabgeordnete regten sogar eine Gesetzesänderung auf Bundesebene an.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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