Frischzellenkur für die Ittlinger Ortsdurchfahrt

Ittlingen  Die Gemeinde Ittlingen will am Landes-Sanierungsprogramm teilnehmen und muss bis dahin ein Stadtentwicklungskonzept vorlegen. Von der Teilnahme erhofft sich die Gemeinde einige Vorteile.

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Corinna Götz vom Büro Reschl Stadtentwicklung zeigt in der Grüner-Hof-Straße die Karte mit den kategorisierten Häusern. Diese hatte sie zuvor von außen in Augenschein genommen, um den baulichen Erhaltungszustand abzuschätzen.

Foto: Jörg Kühl

Die L592 hat in Ittlingen drei Namen: Aus Norden kommend heißt sie Reihener Straße, dann Grüner-Hof-Straße und am südlichen Ortsende Richener Straße. Das äußere Erscheinungsbild ist uneinheitlich, was unter anderem am Zustand der Bebauung liegt.

Hier und da sind Leerstände und Brachflächen zu beklagen. So manches Haus erscheint von außen betrachtet sanierungsbedürftig zu sein. Nun soll ein gefördertes Sanierungsprogramm für Anreize sorgen, das eine oder andere Gebäude instandzusetzen.

Der Gemeinderat hat auf seiner jüngsten Sitzung ein integriertes Stadtentwicklungskonzept auf die Schiene gesetzt. Gemeinsam mit dem 2019 beschlossenen Gemeinde-Entwicklungskonzept Ittlingen 2030 soll es die Voraussetzungen schaffen, dass sich die Gemeinde um die Aufnahme ins Landes-Sanierungsprogramm bewerben kann.

Die Festhalle ins Sanierungsgebiet integrieren

Zunächst geht es also um den Start des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts. Dafür haben die Gemeinderäte ein einstimmiges Votum gefasst. Räumlich betrachtet geht es um die städtebauliche Aufwertung der Bebauung entlang der Ortsdurchfahrt inklusive eines Schlenkers in die Innenstadt. Somit sichert sich die Gemeinde die Option, die sanierungsbedürftige Festhalle in das Entwicklungsgebiet integrieren zu können. In einer früheren Variante waren die Wohngebiete Dattenberg und Richener Bühl enthalten.

Die Gemeinde hat das Büro Reschl Stadtentwicklung mit einer Bestandsaufnahme beauftragt. Auf dessen Anregung hat der Gemeinderat nun die Flächenkulisse im Wesentlichen auf den Verlauf der Ortsdurchfahrt eingegrenzt. Westlich ist die Elsenz die natürliche Grenze. Projektleiterin Corinna Götz hatte alle Häuser entlang der L592 von außen in Augenschein genommen und in einer Karte entsprechend farbig markiert. So ergibt sich das Bild, dass vor allem im Bereich der Grüner-Hof-Straße erheblicher Sanierungsbedarf besteht.

In einem weiteren Schritt möchte die Gemeinde mit Hilfe des Büros Reschl ermitteln, in welchem Umfang die Bürger bereit sind, sich an einem Sanierungsprogramm entlang der Ortsdurchfahrt zu beteiligen, beziehungsweise welchen Bedarf es gibt. Dazu werden Bürgerbefragungen durchgeführt und Informationsveranstaltungen abgehalten, erläutert Jana Gärtner vom Haupt-, Bau- und Ordnungsamt. "Den genauen Zeitraum der Bürgerbeteiligung können wir jetzt noch nicht abschätzen."

Wer sich am Sanierungsprogramm beteiligen kann

Laut aktuellem Beschluss des Gemeinderats bewirbt sich die Gemeinde im Oktober um die Aufnahme ins Landessanierungsprogramm. Als Flächenkulisse dient das Abgrenzungsgebiet entlang der Landesstraße. Mit diesem übergeordneten Ziel möchte die Gemeinde eine Anschlusslösung für das im April auslaufende Sanierungsprogramm Ortsmitte II schaffen. Das Programm konnte im Frühjahr dieses Jahres verlängert werden, es endet nun im April kommenden Jahres. Private und öffentliche Hauseigentümer sollen sich an dem Sanierungsprogramm beteiligen können. 60 Prozent der förderfähigen Kosten werden vom Staat bezuschusst.

Das Sanierungsprogramm Ortsmitte II war 2007 an den Start gegangen. In den vergangenen 13 Jahren wurde unter anderem der Dorfplatz am Alten Rathaus saniert. Auch einzelne Wohnhäuser an der Hauptstraße gerieten in den Genuss einer Förderung, um den Bestand zu erhalten und die Optik zu verbessern. Besonders viel Gesprächsbedarf hatte es bei der Ausstattung der Dorfmitte mit Parkplätzen gegeben.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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