Feuerroter Oldtimer darf bald in Rente gehen

Ittlingen  Der Gemeinderat verabschiedet neuen Bedarfsplan für Gefahrenabwehr. Demnach ist die Feuerwehr in Ittlingen derzeit gut aufgestellt. In Kürze muss sie ihr betagtes Fahrzeug LF8 austauschen. Alle Fakten auf einen Blick:

Email

Liebevoll gepflegt, doch technisch veraltet: Das LF8 der Ittlinger Feuerwehr ist schon 43 Jahre alt. Es soll spätestens 2022 ausgemustert werden.

Foto: Gemeindeverwaltung

Der feuerwehrrote Benz-Transporter stammt aus dem Jahr 1977 und hat in den letzten Jahren schon so manche Reparatur über sich ergehen lassen müssen. Für das Fahrzeug soll im kommenden Jahr ein Ersatz beschafft werden. Die Gemeinde setzt dabei auf ein Logistikfahrzeug. Spätestens im Jahr 2022 darf der alte Rote dann in den verdienten Ruhestand.

Dies ist nur ein Detail aus dem neuen Gefahrenabwehrbedarfsplan, den der Ittlinger Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag verabschiedet hat. Vorgestellt wurde das Papier von Florian Hernik. Er wurde als Kommandant für eine neue fünfjährige Amtszeit bestätigt, ebenso wie seine Stellvertreter Jonas Ebert und Maximilian Keller. Das Führungstrio war 2015 das erste Mal gewählt worden, es löste damals Wolfgang Lackner ab, der 30 Jahre an der Spitze der Feuerwehr stand sowie Gerald Starzl, der zehn Jahre lang stellvertretender Kommandant war.

Was liebevolle Pflege alles bewirkt

Neben dem 43 Jahre alten Benz gibt es noch einen 27 Jahre altes LF 8/6. Da alle Fahrzeuge des Feuerwehr-Fuhrparks von den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr liebevoll gepflegt werden, können sie theoretisch noch lange rollen. Doch die an Bord befindlichen Ausrüstungsgegenstände veralten technisch.

Darauf wies der Kommandant hin. Dies gelte vor allem für die Hydraulikzange und Spreizer, die bei der technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen benötigt werden. Gemeinderat Karlfred Ebert mahnte in diesem Zusammenhang, bei der turnusmäßigen Erneuerung der Fahrzeuge nicht zu lange Fristen anzusetzen. Das jüngste Fahrzeug im Bestand ist ein MTW Baujahr 2013.

Was am Gerätehaus noch getan werden muss

Laut dem neuen Gefahrenabwehrbedarfsplan gibt es in der Gemeinde derzeit keinen dringenden Anpassungsbedarf. Seit Ende 2018 wird das Gerätehaus auf den neuesten Stand gebracht. "Durch den Umbau und Anbau in der Sägmühlstraße wurde für die Zukunft ausreichend Platz für die Feuerwehrtechnik und die Angehörigen der Feuerwehr geschaffen", so heißt es dem Bedarfsplan. Im der kommenden Woche werden die Gewerke des Innenausbaus abgenommen, teilt Jana Gärtner vom Haupt-, Bau- und Ordnungsamt mit. Auch die Sanierung der Fassade steht noch auf der To-do-Liste.

Die Einsatzbereitschaft tagsüber und unter der Woche kann die Gemeinde gewährleisten. Für besonders gefährdete oder gefährliche Objekte wurden Vorkehrungen getroffen. So werden zum Beispiel in einem Betrieb, der mit entzündlichen Materialien arbeitet, Kanister mit Löschschaum bereitgehalten. Für besondere Einsätze gibt es Unterstützung aus Eppingen, Bad Rappenau, Lauffen, Kirchardt und Neckarsulm.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1868 gegründet. Sie verfügt aktuell über 96 Mitglieder. Davon sind 52 Aktive, 41 Jugendliche und es gibt drei Mitglieder der Altersabteilung.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

Kommentar hinzufügen