Freibäder: Erst Formulare zeigen, dann Bahnen ziehen

Bad Rappenau/Gemmingen  In Gemmingen hat das Freibad seit Mittwoch geöffnet, in Bad Rappenau seit Samstag. Die Verantwortlichen können dabei auf den Erfahrungen des Vorjahrs aufbauen. Es gibt allerdings auch einige Neuerungen.

Von Elfi Hoffmann und Nicole Theuer
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Weitestgehend verwaist zeigte sich das Gemminger Freibad an den ersten drei Öffnungstagen. Mit schönem Wetter ändert sich das sicher.

Foto: Franz Theuer

Niedrige Inzidenzen machen es möglich: Seit vergangenem Mittwoch dürfen die Freibäder auch im Kraichgau wieder öffnen. Das Imre-Gutyan-Freibad in Gemmingen hat von dieser Regelung am Mittwoch Gebrauch gemacht, in Bad Rappenau geht es diesen Samstag los.

Es ist ruhig im Gemminger Freibad, das am Mittwochmorgen seine Pforten mit rund sechswöchiger Verspätung geöffnet hat. "Am Mittwoch hatten wir zwei Badegäste, am Donnerstag vier und gestern war knapp ein Dutzend Besucher da", berichtet Patrick Mach. Der Leiter des Imre-Gutyan-Freibades weiß aber: "Wer kommt, der hat auch Spaß." 22 Grad Celsius misst die Wassertemperatur, gepflegt und einladend sieht die Anlage aus.

Bewusste Entscheidung für Öffnung

Auch wenn angesichts der niedrigen Außentemperaturen und der relativ hohen Hürden, die mit einem Freibadbesuch verbunden sind, wenig Besucher kommen, hat die Verwaltung die Entscheidung, die Einrichtung zu öffnen, bewusst getroffen. "Wir möchten den Menschen die Möglichkeit geben, sich zu beschäftigen", hatte Bürgermeister Timo Wolf bekundet. Der Freibadbesuch ist allerdings mit Aufwand verbunden. Einfach so, spontan die Badetasche packen und vorbeikommen, das geht bislang nicht.

"Wir haben auch in diesem Jahr das Kontingent der Jahreskarten begrenzt", so Wolf, der von "300 bis 400 Anträgen" spricht. 350 Personen dürfen aktuell auf das Gelände, mehr als 100 aber nicht gleichzeitig ins Wasser. Am Eingang muss der Besucher entweder einen Coronatest, der nicht älter als 24 Stunden ist, vorlegen, oder einen Nachweis über die vollständige Impfung oder Genesenen-Status. Wie groß der bürokratische Aufwand ist, zeigt sich, als eine vierköpfige Familie an der Kasse erscheint. Eine Handvoll Zettel drückt der Familienvater der Tochter zur Vorlage in die Hand, akribisch prüft die Kassiererin die Unterlagen. Endlich, nach mehren Minuten, dürfen die vier das Tor passieren.

Wenig Verständnis für Hürden

Es sind Hürden, die Timo Wolf nicht nachvollziehen kann. "Wir sind im Freien, wir haben die Anzahl der Besucher und derjenigen Personen, die gleichzeitig ins Becken dürfen, begrenzt, wir haben UV-Strahlung, und das Wasser ist gechlort", zählt der Verwaltungschef die Faktoren auf, die Schwimmern Schutz vor einer Infektion versprächen. Er könne sich nicht daran erinnern, dass sich im vergangenen Jahr irgendjemand mit dem Virus infiziert habe. Die Anzahl der Besucher sei beschränkt gewesen, andere Einschränkungen habe es nicht gegeben, sagt der Bürgermeister.

Auch im Rappsodie-Freibad gelten verschiedene Auflagen. "Zutritt bekommt man nur mit einem Impf- oder Genesenennachweis oder einem tagesaktuellen negativen Testergebnis", erzählt Daniela Finder. Wer im Vorfeld keinen Test gemacht hat, kann das im Foyer des Hallenbads erledigen. Dafür haben die Mitarbeiter einen Lehrgang beim DRK gemacht. "Wir beobachten allerdings nur, die Gäste machen das dann selbst", so Finder. Fünf Euro kostet der Test. Das Zertifikat ist dann allerdings auch zum Beispiel für einen anschließenden Restaurantbesuch innerhalb der nächsten 24 Stunden gültig.

Umkleidekabinen und Duschen sind geöffnet

Im Gegensatz zum vergangenen Sommer werden nun auch die Umkleidekabinen sowie die Duschen im Neubau geöffnet. Auch Volleyball und Fußball kann gespielt werden. Die Rutsche und das Ein-Meter-Brett bleiben hingegen weiterhin geschlossen. "Wir würden sonst eine Bahn zum Schwimmen verlieren", erklärt die Bademeisterin.

Erst Formulare zeigen, dann Bahnen ziehen

So voll wie in anderen Sommern wird es auch in diesem Jahr im Rappsodie-Freibad nicht. Maximal 300 Personen dürfen auf einmal kommen.

Foto: Archiv/Gajer

An den Zeitfenstern hat sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nichts geändert. In zwei kurzen Blöcken zwischen 8 und 10 Uhr sowie von 18 bis 20 Uhr und im Familienblock zwischen 10.30 und 17.30 Uhr kann geschwommen werden. Dafür müssen online Tickets gekauft werden. Am Einlass liegt ebenfalls ein kleines Kontingent bereit.

Das Solewasser wird bereits seit einer Woche beheizt und hat trotz der verhältnismäßig niedrigen Außentemperaturen die garantierten 24 Grad erreicht. "Wir freuen uns, dass es endlich losgeht und sind gut vorbereitet", sagt Daniela Finder. "Jetzt muss nur noch das Wetter besser werden."

Ins Gemminger Freibad geht es nur mit Dauerkarte

In Bad Rappenau ist die maximale Besucherzahl für das Zeitfenster eins und drei auf 150 Besucher begrenzt. Im Zeitfenster zwei dürfen 300 Besucher auf das Gelände. Tickets gibt es unter www.shop.rappsodie.info. Gezahlt wird per Pay Pal. In Gemmingen müssen Besucher kein Zeitfenster buchen. "Während unserer normalen Öffnungszeiten kann jeder so lange im Bad bleiben, wie er möchte", bekräftigt Patrick Mach. "Es kann nur kommen, wer eine Jahreskarte hat." Neben den Jahreskarten gibt es Zwölfer-Karten, die für Großeltern gedacht sind, die mit ihren Enkeln schwimmen gehen möchten.

 

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