Eppinger Fieberambulanz schließt vor Monatsende

Eppingen  Das Zentrum in der Stadthalle zog tausende Patienten für einen PCR-Test aus nah und fern an. Der letzte Öffnungstag der Eppinger Fieberambulanz ist am Montag, 28. Juni.

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Die Ärzte Harald Goth, Edzart Kühle, Stefan Linke, Feuerwehrkommandant Thomas Blösch und OB Klaus Holaschke (v.l.) verkünden der Presse die Schließung. Dr. Eleonore Messere fehlt. Die Ambulanzleiterin macht endlich mal Urlaub.

Foto: Schwarzbürger

Traurig ist, wenn in Folge der Corona-Pandemie Geschäfte, Lokale oder kleine Kulturbetriebe schließen müssen, weil sie es nicht geschafft haben, die diversen Lockdowns seit März 2020 finanziell durchzustehen. Erfreulich ist hingegen die Nachricht dieser Schließung: Die Eppinger Fieberambulanz macht dicht. Der letzte Öffnungstag ist am Montag, 28. Juni. Denn dem engagierten Ärzteteam um die Doktoren Stefan Linke und Eleonore Messere sind die Kunden ausgegangen. Das heißt, die Patienten, die per PCR-Test auf das Coronavirus zu testen sind.

Eppingen bildete frühzeitig einen Krisenstab

Oberbürgermeister Klaus Holaschke ruft in einer Pressekonferenz schon fast vergessene Bilder ins Gedächtnis zurück: Wie war das noch zu Beginn der Pandemie? In Eppingen bildete sich bereits am 17. März 2020 ein Krisenstab, Feuerwehrautos fuhren durch die Fachwerkstadt und ihre Stadtteile, hielten die Bevölkerung per Lautsprecherdurchsage auf dem Laufenden über die Lage. Bereits einen Monat später, am 17. April, öffnete dank des Engagements mehrerer Eppinger Ärzte sowie von Feuerwehr und Polizei, immer unterstützt vom Rathaus, die Fieberambulanz am Berliner Ring ihre Pforten.

Leute fuhren über 100 Kilometer weit für den PCR-Test

Und die Menschen strömten in Scharen in die Stadthalle. Nicht nur Eppinger wollten oder mussten einen Rachenabstrich für den PCR-Coronatest machen lassen. "Die Leute kamen aus einem Radius von 100 Kilometern", beschreibt Stefan Linke das Einzugsgebiet. "Etwa 5000 Patienten haben wir gesehen." Mit "wir" meint er sich, seine Kollegin Eleonore Messere sowie Harald Goth und Edzart Kühle. Nicht allen, die kamen, nahmen die Ärzte Tests ab: "Bei einer eitrigen Mandelentzündung braucht man das nicht machen", erklärt Linke. Aber von den 4472 Tests, die durchgeführt wurden, fielen 503 positiv aus - eine Durchschnittsquote von 11,2 Prozent hat Linke errechnet.

Feuerwehr packt engagiert an

Vor einem Jahr, im Juni, schloss die Ambulanz, der Sommer 2020 ließ sich gut an. Doch in weiser Voraussicht blieb das Equipment im Stand-by-Modus, erklärt Holaschke. Und das war gut so, denn als es im September wieder losging, hatte Feuerwehrkommandant Thomas Blösch mit seinen Leuten und unterstützt vom städtischen Bauhof binnen Stunden alles wieder aufgebaut.

Post-Covid-Symptome bereiten Sorge

730 Tests wurden im Dezember 2020 durchgeführt - damit war der Gipfel erreicht. Zum Vergleich: Im zu Ende gehenden Juni waren es gerade mal 100. Eine Menge, die jetzt auch in den Arztpraxen direkt zu bewältigen ist.

Ob im September wieder aufgemacht werden muss? Linke gibt sich verhalten optimistisch: "Wenn wir das mit der Zweitimpfung zügig durchziehen können und die Leute sich an die Regeln halten, wird der nächste Winter wohl anders aussehen." Sorgen bereiten dem Arzt die Post-Covid-Symptome. In Eppingen gebe es 30 bis 40 meist junge Menschen, die noch Monate nach der Infektion gebremst seien und sich leistungsvermindert fühlten.


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Susanne Schwarzbürger

Susanne Schwarzbürger

Autorin

Susanne Schwarzbürger ist seit 2000 Redakteurin bei der Heilbronner Stimme. Nach vielen Jahren im Team Kinder/Jugend/Familie ist sie jetzt in der Regionalredaktion schwerpunktmäßig für den südlichen Kraichgau und für Bildungsthemen zuständig.

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