Eppinger Bürgerbus geht am Montag an den Start

Eppingen  Der Eppinger Bürgerbus soll Menschen mehr Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen. Besorgungen und Arztbesuche werden so auch für Menschen möglich, die kein Auto haben oder die schlecht zu Fuß sind. Wie die Idee entstanden ist.

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Um den Weihnachtsmarkt herum war der Bürgerbus schon mal testweise im Einsatz, ab Montag wird das Fahrzeug regulär rollen.

Foto: SimonGajer

Am Montag startet der Bürgerbus Eppingen seinen fahrplanmäßigen Betrieb. Eigentlich hätte er schon am 16. März begonnen, doch Corona hat dieses Ansinnen zunächst verhindert. Inzwischen hat der Eppinger Überdachungsspezialist Vöroka eine eigens entwickelte Plexiglaskabine gesponsert und eingebaut, sodass der Bus jetzt unter Einhaltung der Hygiene-Regeln seinen Regeldienst aufnehmen kann.

Am Steuer sitzen ausschließlich Ehrenamtlich, die allerdings alle den Personenbeförderungsschein gemacht haben. Etwa 30 Fahrer hat der Bürgerbusverein mittlerweile, erklärt der Vereinsvorsitzende und Stadtrat Reinhard Ihle. Ideengeber war Lothar Schlesinger. Er hatte den Gedanken eines Bürgerbusses im Frühjahr vorigen Jahres dem Gemeinderat und OB Klaus Holasche schmackhaft gemacht.

Schlesinger hatte bereits ausgearbeitete Fahrpläne parat. Die Bürger hatten die Gelegenheit, Vorschläge für Haltestellen einzubringen. Der Bauhof übernahm die Aufgabe, 50 Haltestellenschilder im Stadtgebiet zu installieren.

Wie oft jeder Fahrer zum Einsatz kommt

In den 30er-Zonen hält der Bus zudem auf Handzeichen, ergänzt Ihle. Am 19. Mai 2019 war die Vereinsgründung. Die Hauptaufgabe bestand in der ersten Zeit darin, ehrenamtliche Fahrer zu gewinnen. Mit dem jetzt zur Verfügung stehenden Personal sei es möglich, dass jeder Fahrer nur zweimal im Monat beansprucht werde.

Der Verein ist Mitglied im Landesverband der Bürgerbusse. "Das ist uns wichtig, um Erfahrungen mit anderen Kommunen auszutauschen", so der Vereinsvorsitzende. Im November gab es dann die Gelegenheit, ein günstiges Gebrauchtfahrzeug zu erwerben. Die Stadt kaufte für 10.000 Euro den Bürgerbus der Stadt Denkendorf (Kreis Esslingen).

Warum zum Jahresende ein neues Fahrzeug beschafft wird

Erste Schnupperfahrten gab es Anfang Dezember um das Weihnachtsmarktgeschehen herum. Der Nachteil des Fahrzeugs: Er ist nicht ausreichend barrierefrei. Das soll sich bis Jahresende ändern. Geplant ist, ein Neufahrzeug für 100.000 Euro (davon werden 35.000 vom Land bezuschusst) zu beschaffen, mit dem dann auch Rollstuhlfahrer transportiert werden können.

Der Fahrplan des Bürgerbusses ist an die Taktung des ÖPNV-Netzes angepasst. So hält das Fahrzeug zu denselben Zeiten, zu der der schienengebundene Verkehr den Bahnhof erreicht. Es gibt eine Nordstadtlinie und eine Südstadtlinie. Beide Strecken werden unter der Woche im Stundentakt bedient.

Die Mitfahrt sei im Moment noch frei, künftig werde ein Unkostenbeitrag von einem Euro pro Fahrt erhoben. Die erste Fahrt nach der Corona-Pause, und damit die Aufnahme des regulären Bürgerbusbetriebs ist Montag um 8.30 Uhr am Edeka-Parkplatz für die Nordstadtlinie und um 9 Uhr am Bahnhofsvorplatz für die Südstadtlinie.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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