Eppingen schafft 355 Notebooks für bedürftige Schüler an

Eppingen  Gemeinderat stimmt dem Kauf von Schüler-PC in Höhe von 180.000 Euro zu. Das Projekt wird vom Digitalpakt Schule finanziert. Ziel ist es, alle Schüler am Online-Unterricht zu beteiligen. Lob gibt es vom geschäftsführenden Schulleiter.

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Schulschließungen machen Online-Unterricht zu einer unverzichtbaren Lernmethode. Das Foto zeigt die Selma-Rosenfeld-Realschule.

Foto: Jörg Kühl

Die Stadt Eppingen schafft für ihre elf Schulen je einen Klassensatz Notebooks an. Diesem Vorhaben hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung am Dienstag zugestimmt. Damit will der Schulträger einen Beitrag leisten, digitalen Unterricht künftig allen Schülern zu ermöglichen. "Im Zuge der Schulschließungen während der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass ein Gelingen des Fernunterrichts maßgeblich von der Ausstattung der Schüler mit entsprechenden Endgeräten abhängig ist", heißt es in der Beschlussvorlage.

Angeschafft werden nun 355 Notebooks im Wert von rund 180.000 Euro. Dazu kann die Stadt auf die Digitalpakt-Förderung in Höhe von rund 277.000 Euro zurückgreifen. Die verbleibende Summe wird unter anderem für den Einkauf von IT-Dienstleistungen benötigt. Die Stadtverwaltung ist gerade dabei, entsprechende Angebote zu prüfen.

Wie viele Geräte je Schule bekommt

Der geschäftsführende Schulleiter der Stadt Eppingen, Günter Schimek, ist mit der Vorgehensweise der technischen Aufrüstung zufrieden. Die Schulen seien frühzeitig mit ins Boot genommen worden. So wurde beispielsweise vereinbart, dass die Einrichtungen die PCs nach Bedarf untereinander verteilen können. Die Richtschnur sei ein Klassensatz von 25 Geräten je Schule. Es könne sich aber auch ergeben, dass eine Schule nur Bedarf für 20 Stück und eine andere 30 Laptops benötige.

Laut Schimek gibt es auf dem Weg zur digitalen Schule hier und da noch technische Probleme zu lösen. So sei der Internet-Empfang in einigen Ortsteilen generell schlecht. Als Beispiel nennt er den Schulstandort Elsenz. Auf dem Schulcampus in Eppingen bestehe das Problem eher innerhalb der Gebäude. Hier müsse der WLAN-Empfang verbessert werden.

Was als ein großes Manko betrachtet wird

Die fehlende Ausstattung von Schülern mit geeigneten Endgeräten habe sich als "das größte Manko" des Fernunterrichts während der Schulschließung und auch jetzt bei Quarantänemaßnahmen erwiesen, schätzt die Stadtverwaltung ein. Bereits während der Schulschließung seien den Einrichtungen einzelne Schüler bekannt geworden, die aufgrund fehlender Ausstattung nicht oder nur bedingt am Fernunterricht teilnehmen konnten. Viele Familien hätten den Zeitraum der Schulschließung nur mithilfe Dritter überbrücken können.

Eltern können die Geräte künftig gebührenfrei ausleihen. "Sie müssen aber einen Vertrag mit der Stadt unterzeichnen", erläutert die Abteilungsleiterin für Bildung, Kultur und Demografie, Yvonne Röth. Angeschafft werden die Endgeräte bis Jahresende, so die Abteilungsleiterin. Die Ausschreibung musste aufgrund der Höhe der Investitionssumme europaweit erfolgen. Den Zuschlag für das wirtschaftlichste Angebot erhielt ein Bonner Unternehmen.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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