Eppingen harmonisiert Kita-Schließzeiten im Kinderhaus Dörr und Hellberg

Eppingen  Die fusionierte Einrichtung pausiert ab kommendem Jahr an 18 Tagen. Die Stadt sieht darin organisatorische und pädagogiche Vorteile. Der Elternbeirat kritisiert jedoch die späte Informationspolitik. Ein Überblick über die Argumente.

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Aus zwei mach eins: Die Außenanlage verbindet die einst separaten Betreuungseinrichtungen Kinderhaus Dörr und Hellberg-Kindergarten. Foto: Theuer

Die Stadt Eppingen vereinheitlicht die Schließtage des Städtischen Kinderhauses Elisabeth und Jakob Dörr und Hellberg. Künftig wird die Einrichtung einheitlich 18 Tage im Jahr schließen: zwei Wochen während der Sommerferien und eine Woche während der Weihnachtsferien. Diesen Beschluss hat der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Dienstag gefasst. Die Neuregelung gilt ab dem kommenden Jahr.

Während einzelne Stadträte in Wortmeldungen den Schritt begrüßten, gibt es Kritik von Seiten der Elternvertreter. Das Städtische Kinderhaus Eppingen Elisabeth und Jakob Dörr war 2015 neu eröffnet worden. Das direkt angrenzende Kinderhaus Hellberg wurde 2018 von der Stadt aus evangelischer Trägerschaft übernommen. Seitdem gibt es in beiden Teilen der Einrichtung unterschiedliche Schließtage.

Das Städtische Kinderhaus Eppingen Elisabeth und Jakob Dörr schließt bisher an zehn Tagen im Jahr seine Pforten. Das Haus Hellberg hat innerhalb des Hauses zwei Regelungen: Die Ganztagsbetreuung schließt an zehn Tagen, in den beiden Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten (drei bis sechs Jahre) bleibt die Tür an 26 Tagen geschlossen.

Planungssicherheit: Wer davon profitiert

Vor allem die Zehntageregelung ist schwierig zu organisieren, wie die Geschäftsbereichsleiterin Jessica Wells vor dem Gremium erläuterte. Da die Mitarbeiter in der Regel 30 Urlaubstage haben, sei ihre Urlaubsvertretung nur mit Einsatz von Springern, und Mitarbeitern, die von anderen Einrichtungen ausgeliehen werden, realisierbar. Daraus ergäben sich ständige Wechsel der Bezugspersonen, was aus pädagogischer Sicht für die Kinder nicht vorteilhaft sei. Außerdem hätten die Kinder ebenfalls ein verbrieftes Recht auf Urlaub. Mit der einheitlichen Regelung ergebe sich mehr Planungssicherheit für Eltern, Personal und Verwaltung, so die Argumentation der Stadt.

Die Kindergartengebühren werden entsprechend angepasst. Das bedeutet, dass sich die Gebühren für die Eltern entsprechend verändern. Weniger Schließtage bedeutet mehr Betreuung und damit höhere Gebühren und umgekehrt.

Warum die Eltern sauer sind

Die Neuregelung sorgt vor allem bei jenen Eltern, die aufgrund erhöhter Schließtage mehr Betreuung privat organisieren müssen, für Kritik. Der Vorsitzende des Elternbeirats, Acikel Süleyman, kritisiert die späte Kommunikation. "Man hat uns erst am 1. Oktober unterrichtet, dass eine Änderung bevorsteht. Dabei arbeitet das Rathaus seit März bereits daran."

Der Elternbeirat habe nach der Unterrichtung eine Umfrage gestartet und Gegenvorschläge vorgetragen. Einer sah 15 Schließtage vor. "Mitten im Corona-Jahr mit seinen ganzen Schließungen und Notbetreuung den Eltern noch eine Komplikation zuzumuten, ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt", so der Elternvertreter. Durch die Neuregelung der Schließtage würden die Arbeitnehmer bei der Urlaubsplanung unflexibler, so ein weiteres Argument der Eltern.

Die Stadtverwaltung bestätigt, dass sie seit März an der Novelle arbeitet. Doch die Corona-Pandemie habe den Fokus monatelang auf andere Dinge gelegt, sodass die Frage der Schließzeiten erst später im Jahr wieder auf die Agenda kam, bestätigt Stadtsprecher Sönke Brenner.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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