Entwicklungschancen im Freiwilligenjahr

Bad Rappenau  Die Flüchtlings- und Integrationshilfe im Bad Rappenauer Rathaus schreibt derzeit wieder eine Stelle für einen Bundesfreiwilligen aus. Wer ein solches Jahr absolviert, profitiert.

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Lesley Richards ist aktuell Bundesfreiwillige im Bad Rappenau Rathaus. Betreut wird sie von Jeanette Renk-Mulder.

Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Lesley Richards hat alles richtig gemacht. Nach der Fachhochschulreife 2020 wusste die 18-Jährige noch nicht, wie es bei ihr weitergehen soll. Daher hat sie sich für einen Bundesfreiwilligendienst entschieden.

Ein Artikel in der Kraichgau Stimme über die Bufdis bei der Flüchtlings- und Integrationshilfe im Bad Rappenauer Rathaus hat ihr Interesse geweckt. Von September bis zum Lockdown im Dezember betreute die junge Frau Kinder und half ihnen bei den Hausaufgaben.

Derzeit gibt sie Sprachunterricht per Zoom. Sie kümmert sich um die Website des Vereins "Gemeinsam in Bad Rappenau", gestaltet Flyer für kommende Projekte und arbeitet eng mit Jeanette Renk-Mulder und Dolama Tlass Farzat zusammen. Sie sei selbstbewusster geworden, erzählt Lesley Richards. Ihr Bufdi-Jahr geht im September zu Ende: Das Rathaus sucht jetzt nach einem Ersatz.

Nachfolgerin oder Nachfolger gesucht

"Es war auch in der Vergangenheit nicht so einfach, jemanden zu finden", sagt Jeanette Renk-Mulder. Doch im zweiten Jahr der Pandemie fällt die Resonanz auf die Anzeigen im Mitteilungsblatt und auf Facebook eher mager aus.

Dabei, da ist die Intergrationsbeauftragte sicher, ist der einjährige Freiwilligendienst im Bad Rappenauer Rathaus vor allem eines: "eine Chance". Für junge Leute sei es eine Zeit der Orientierung. "Und bei mir lernt man viel", merkt sie schmunzelnd an: viel über andere Kulturen, viel über kulinarische Genüsse, viel über soziale Zusammenhänge.

"Vorher dachte ich nicht, dass ich vielleicht mal in die soziale Richtung gehen werde", sagt Lesley Richards. Veranstaltungskauffrau wollte sie werden. Jetzt ist sie sich nicht mehr sicher: Nach ihrem Jahr als Bundesfreiwillige in Bad Rappenau, das ihr als praktisches Jahr angerechnet wird, will sie auf jeden Fall studieren. Und wenn es nichts Soziales werde, fügt sie an, werde sie sich künftig auf jeden Fall ehrenamtlich engagieren.

Durchweg positive Erfahrungen

Denn die Erfahrungen, die Lesley Richards als Bufdi bisher gemacht hat, sind durchweg positiv. "Ich wusste nicht, was mich erwartet, und war aufgeregt", erzählt sie. Doch brauche man vor dieser Aufgabe keine Angst haben: "Ich habe gelernt, locker und offen auf Menschen zuzugehen - und die sind eh alle freundlich", sagt sie.

Macht eine ihrer Schülerinnen Fortschritte, etwa, wenn diese keinen Dolmetscher mehr braucht, ist das auch für Lesley Richards ein Erfolgserlebnis. Diktate bekommt sie als Foto aufs Handy geschickt, "die korrigiere ich dann". "Das ist vor allem eine dankbare Aufgabe", betont Jeanette Renk-Mulder.

Bundesfreiwillige arbeiten 39 Wochenstunden und erhalten 350 Euro Taschengeld. "Mir macht es Spaß", sagt Lesley Richards über ihren Job. Wer sich als Bufdi bewerben will, findet alle Informationen dazu bei Stellenangebote auf www.badrappenau.de. Fragen beantwortet Jeanette Renk-Mulder gerne am Telefon: 07264 922375.


Ulrike Plapp-Schirmer

Ulrike Plapp-Schirmer

Autorin

Ulrike Plapp-Schirmer ist seit 1993 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist für Bad Rappenau und Gemmingen zuständig, gehört dem Thementeam Gesundheit an und rezensiert regelmäßig Bücher.

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