Eigentümer des Eppinger Fachmarktzentrums hofft auf Baubeginn im September

Eppingen  Auf dem Weg zum Um- und Ausbau des Eppinger Fachmarktzentrums ist eine entscheidende Hürde genommen worden. Wenn die Baugenehmigung bis zu den Sommerferien vorliegt, könnte die lange unvollständig genutzte Gewerbeimmobilie schon im September zur Baustelle werden.

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Die beiden großen Verkaufshallen zwischen der Mühlbacher Straße und dem Postweg bleiben erhalten. Rechts wird das Bäckerei-Café angebaut, links eine Verkaufsfläche für Takko.

Foto: Krause Immobilien

Das Ziel des Investors ist, pünktlich zur Gartenschau im Mai 2021 das aufgefrischte und dann vollständig vermietete Gesamtobjekt einzuweihen.

Wie Uwe Reinhard von der Firma Krause Bauträger-Holding mitteilt, konnte der Investor mit dem langjährigen Mieter Armin Rühle eine Vereinbarung treffen mit dem Ziel, dass sich das Schmuck- und Tattoo-Atelier ATeM bis Ende August aus der Immobilie zurückzieht. Heute startet Inhaber Rühle deshalb den Räumungsverkauf. Der flache Verkaufspavillon an der Mühlbacher Straße wird anschließend abgerissen.

Rennen um das Café

Auf der dreieckigen Fläche zwischen dem Bestandsgebäude des Fachmarktzentrums und der Mühlbacher Straße soll anschließend das bereits geplante Bäckerei-Café realisiert werden. "Wir sind gerade im Gespräch mit zwei Interessenten, einem lokalen Betrieb und einer Bäckerei aus dem Raum Karlsruhe", verrät Reinhard. "Wer das Rennen macht, steht noch nicht fest". Es handele sich jedenfalls um einen "sehr guten Platz für ein Café mit Außenbewirtung", da genau dieser Bereich an das Areal der künftigen Gartenschau grenzt.

Für den Umbau des Fachmarktzentrums hat der Investor in den vergangenen Wochen Vorarbeiten geleistet. So wurden das leerstehende Wohnhaus an der Mühlbacher Straße und ein flacher Anbau am ehemaligen Edeka-Markt abgerissen. Die beiden großen Verkaufshallen bleiben erhalten, sie werden nach den Plänen des Investors modernisiert.

In das umgebaute Fachmarktzentrum werden dann neben dem Café der Drogeriemarkt dm mit rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche und eine Tedi-Filiale mit 790 Quadratmetern einziehen. Die Deichmann-Filiale bleibt in der Größe erhalten, die Verkaufsfläche von KIK wird vergrößert. Für Takko ist eine Hallenerweiterung an der östlichen Seite des Bestandsgebäudes vorgesehen. Takko wird anschließend auf einer Fläche von 520 Quadratmetern einziehen.

Was die Stadt mit dem Fachmarktzentrum zu tun hat

Eigentümer des Eppinger Fachmarktzentrums hofft auf Baubeginn im September

Mit einem weinenden Auge: Armin Rühle wird sein Schmuck- und Tattoo-Atelier ATeM bis Ende August aufgegeben.

Foto: privat

Parallel arbeitet die Stadt an der Bauleitplanung. "Jetzt wollen wir den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zum Satzungsbeschluss zu bringen", sagt Bürgermeister Peter Thalmann. Am 28. Juli werde der Gemeinderat über die Offenlegung entscheiden. Die Entwicklung des Fachmarktzentrums an der bisherigen Stelle in der Stadt entspreche genau dem städtebaulichen Leitbild. "Man hat auch mit dem jetzt festgelegten Mietermix eine gute Lösung für Eppingen gefunden. Zusammen mit den bereits an der Elsenzstraße und dem Postweg befindlichen großflächigen Handelsketten wird ein Zentrum mit großer Ausstrahlung auf das Eppinger Umland geschaffen. Das war unser großes Ziel", so Thalmann weiter.

Die geplanten Ansiedlungen seien "absolut innenstadtnah". Somit bestünden die besten Voraussetzungen für den innerstädtischen Handel, diese Käuferströme auch für die traditionellen Fachgeschäfte in der Brettener und der Bahnhofstraße zu gewinnen.

In der Innenstadt gelte es, jegliche Nutzungen zu konzentrieren, damit die notwendige Frequenz an Kundenströmen erzeugt werde, um am Markt zu bestehen. Die Stadt habe hierzu umfangreiche Maßnahmen realisiert. Thalmann erinnert an die Gestaltung der öffentlichen Räume, den Bau des Parkhauses und die Erstellung verschiedener Einzelhandelsuntersuchungen. Die angestrebte Fertigstellung zur Gartenschau 2021 könne voraussichtlich gehalten werden, schätzt Reinhard. Voraussetzung sei, dass das Bebauungsplanverfahren rechtzeitig abgeschlossen und danach die Baugenehmigung zeitnah erteilt werde. Das Investitionsvolumen betrage rund 12 Millionen Euro.

Warum das Schmuckatelier schließt

"Leider konnten unsere Vorstellungen einer adäquaten Ladenfläche im Inneren des geplanten Fachmarktzentrum nicht umgesetzt werden", so der Inhaber des vor der Schließung stehenden Schmuckgeschäfts ATeM. Er wird das Geschäft komplett aufgeben, am 27. August werde definitiv der letzte Öffnungstag sein. "Bis dahin sollte mein Laden möglichst leer sein." Rühle kündigt großzügige Rabatte an. "Ich gehe schon mit einem weinenden Auge und freue mich auf alle Kunden, die sich in den nächsten zweieinhalb Monaten persönlich von mir verabschieden und noch etwas einkaufen."

2014 kaufte die Krause-Gruppe das Fachmarktzentrum sowie das Heckerareal. Der neue Edeka-Markt auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde 2017 gebaut. Die Stadt hat die Mühlbacher Straße 2017/18 umgebaut und die Einfahrten zu den Märkten verlegt und über einen Kreisverkehr angeschlossen.

 

Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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