Doppelter Geldsegen für Eppinger Mehrweg-System

Eppingen  Fachwerkstadt sattelt auf die Mehrweg-Förderung des Landkreises eine eigene obendrauf. Das honoriert der Gemeinderat einstimmig und kippt gleich noch die Begrenzung auf 30 Teilnehmer. In Eppingen haben sich bereits einige Mehrweg-Pioniere etabliert.

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Wiederverwendbare Gefäße: Stefanie Fischer von der Cleebronner Firma "Local to go" und der Brackenheimer Klimaschutzmanager Jonathan Wein präsentieren ein Mehrwegsystem für Speisen.

Foto: Peter Koch / AgentK

Pfandbehälter sind im Getränkebereich seit Jahrzehnten gang und gäbe, jetzt halten sie auch bei Lebensmitteln zunehmend Einzug. Was zunächst noch freiwillig ist, wird ab 2023 Pflicht. Die Eppinger Stadtverwaltung will den Trend beschleunigen, indem es auf eine Landkreisförderung noch einen obendrauf setzt. Der Gemeinderat gab dem Vorhaben auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig grünes Licht.

Die Eppinger Metzgerei Höfle zählt in der Fachwerkstadt zu den Pionieren, die Speisen und Getränke in wiederverwendbaren Boxen über die Theke reichen. "Auch die Kantine der Firma Dieffenbacher sowie die Gaststätten Eichbaum, Zum Löwen und Georgskeller sind interessiert", berichtete Marcel Gencgel vom Stadtmarketing.

 

Seit August fördern der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Heilbronn und die Kreissparkasse Heilbronn das Projekt. Die ersten 30 Teilnehmer erhalten je nach Laufzeit des Abovertrags eine Einmal-Pauschale in Höhe von 200 oder 400 Euro. Betriebe, die sich zusammenschließen und selbst ein Verbundsystem organisieren, können pro Betrieb einmalig eine Förderung von 400 Euro beantragen.

Wer sich an der Förderung beteiligen kann

Die Stadt Eppingen sattelt auf diese Förderung noch eine eigene Förderung für Betriebe aus Eppingen und den Ortsteilen obendrauf. Zur Zielgruppe zählen Restaurants, Gasthäuser, Gaststätten, Cafés, Hotels und Sportheime mit eigener Gastronomie, Imbisse, Kantinen, Mensen, Bistros, Dönerläden, Bäcker, Metzger, Besenwirtschaften, Weinstuben, Direktvermarkter, Supermärkte und Tankstellen.

 

Die Höhe der zusätzlichen einmaligen Pauschalzahlung je Betrieb beträgt 100 Euro bei sechsmonatiger Bindung an ein Mehrweg-Poolsystem) oder 200 Euro bei zwölfmonatiger Bindung. Betriebe die sich zusammenschließen und selbst ein Verbundsystem organisieren, können pro Betrieb einmalig eine Förderung von 200 Euro bei einer zwölfmonatigen Bindung und 100 Euro bei einer sechsmonatigen Bindung beantragen. Auf Antrag des Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Eppinger Gemeinderat, Jörg Haueisen, hat das Gremium entschieden, die Begrenzung auf 30 Teilnehmer an der Eppinger Zusatzförderung zu streichen.

Ein Logistikpartner hat im Landkreis die Nase vorn

Die Stadt Brackenheim ist als Kommune Vorreiter in Sachen Mehrweg-to-go. In Zusammenarbeit mit dem städtischen Klimaschutzmanager Jonathan Wein und dem Cleebronner Mehrweg-Logistikunternehmen "Local to go" ist das Netzwerk "Brackenheim to go" entstanden. Auch die Metzgerei Kopf in Lauffen und der Landgasthof Krone in Ilsfeld-Auenstein nutzen das Angebot.

 

Bei einer Abfrage unter Interessenten an den Mehrweg-Verpackungssystemen im Landkreis Heilbronn hat die Cleebronner Firma "Local to go" unter zehn Anbietern die höchste Zustimmung erhalten. Von 38 Interessenten haben sich 22 für die Lösung der Firma "Local to go" entschieden. Die GmbH um Geschäftsführerin Stephanie Fischer bezieht derzeit vier Gefäßtypen von einem Hersteller in Minden (Nordrhein-Westfalen), der die Schalen und Becher in Deutschland produziert.

Stephanie Fischer arbeitet zur Zeit mit einem Kaffeebecher, zwei Rundbehältern mit einem Volumen von 600 und 900 Milliliter sowie einem rechteckigen Behälter mit innenliegenden Fächern, der 1100 Milliliter fasst. Alle Behälter seien auslaufsicher verschließbar, versichert Stephanie Fischer. Essensanbieter, die sich am Pfandsystem beteiligen, schließen mit den Cleebronnern einen Abovertrag ab.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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