DLRG-Ortsgruppe Bad Rappenau bekommt ein eigenes Vereinsheim

Bad Rappenau  Seit zehn Jahren nutzt die DLRG die Räume der Heinsheimer Feuerwehr. Die Zeiten, in denen sich die Einsatzkräfte in einer Garage umziehen müssen, sollen aber bald der Vergangenheit angehören. Spätestens im Sommer beginnt der Bau des Vereinsheims in Neckarnähe.

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Direkt am Hochwasserdamm in Heinsheim unweit des Neckars soll das DLRG-Vereinsheim entstehen. Die Vorsitzende Saskia Krugmann freut sich.

Foto: Hofmann

Die Raumverhältnisse der DLRG-Ortsgruppe Bad Rappenau als beengt zu beschreiben, ist untertrieben. Momentan nutzen die Mitglieder eine Garage neben der Feuerwehr, um dort ihr Einsatzfahrzeug abzustellen und ihre Kleidung zu lagern. Bei einem Einsatz müssen sie sich dort auch umziehen. In einem großen Container direkt neben der Garage steht Walter, eines der zwei Boote der Ortsgruppe. "Das zweite ist genauso wie unser Einsatzleitwagen bei einem Mitglied untergekommen", erzählt die Vorsitzende Saskia Krugmann. Doch in nicht allzu ferner Zukunft wird sich die Situation verbessern, denn spätestens ab Mitte des kommenden Jahres beginnt der Bau eines eigenen DLRG-Gebäudes unweit des Neckars.

Flatterband zeigt, wo das Vereinsheim stehen soll

Das 560 Quadratmeter große Grundstück direkt am Hochwasserdamm ist bereits mit rot-weißem Flatterband abgesteckt, auf der linken Seite stehen zwei Container mit Sanitätsräumen. Es könnte also jederzeit losgehen, denn die Baugenehmigung liegt genauso vor wie Förderbescheide des Landes sowie der Stadt Bad Rappenau, die der Ortsgruppe des Grundstück angeboten und im vergangenen Jahr für 81.000 Euro verkauft hat.

Das neue Gebäude soll im Erdgeschoss Platz für die Fahrzeuge bieten. Im ersten Stock sind Umkleideräume, Duschen und ein Schulungsraum geplant. " Also alles, was man braucht", sagt Krugmann. Wenn es möglich ist, wollen die Mitglieder selbst mit anpacken. Ein Großteil der Arbeiten wird aber von Experten übernommen.

Keine Feste, keine Schwimmkurse

Auf die Eigenleistung ist der Verein allerdings finanziell angewiesen, denn die Fördermittel decken die Gebäudekosten nicht komplett. Die Differenz sollte eigentlich zum Großteil über Einnahmen durch die Teilnahme am Stadtfest oder den Schwimmkursen in der Vulpius-Klinik abgedeckt werden. Doch dann kam Corona, Feste wurden abgesagt, der Trainingsbetrieb Mitte März eingestellt. "Wir wollten eigentlich im November wieder starten, waren auch schon in Gesprächen mit der Stadtverwaltung", erzählt Saskia Krugmann. Letztendlich bekamen sie eine Zusage aus dem Heilbronner Stadtteil Biberach.

Doch die neuen Verordnungen machten den Verantwortlichen aus dem Bad Rappenauer Ortsteil Heinsheim wieder einen Strich durch die Rechnung. "Immerhin konnten wir im Sommer mit den Aktiven im Freibad trainieren und den Theorieunterricht durchführen", erzählt die Vorsitzende. Außerdem gab es Bastelangebote und Fahrten mit den Booten für die jüngeren Mitglieder, für sie sich online anmelden konnten. "Uns allen fehlen die Vereinsarbeit und die Geselligkeit sehr", sagt Krugmann. "Unser Herz schlägt eben Rot-Gelb."

Keine Dauerlösung für die Ortsgruppe

Die Vorsitzende schaut trotz allem positiv in die Zukunft, auch wegen des Neubaus, den die Ortsgruppe schon seit Jahren vorantreibt. "Wir sind dankbar, dass wir in der Garage untergekommen sind, aber eine Lösung auf Dauer ist es nicht."

Mit dem neuen Gebäude wäre allerdings einiges einfacher, besonders bei Einsätzen, die schnelles Handeln verlangen. Pläne, wie die Mitglieder mit dem großen Fahrzeug aus der Garage rangieren, werden sie dann nicht mehr brauchen.

DLRG Bad Rappenau

Die DLRG-Ortsgruppe Bad Rappenau hat rund 170 Mitglieder und 18 aktive Einsatzkräfte. Bei wie vielen Einsätzen sie im Jahr dabei sind, kann Saskia Krugmann nicht genau beziffern. Die Zahl schwanke zwischen sechs und 28. Die Gruppe ist in den Landkreis eingebunden und auch im Katastrophenschutz wie bei Hochwassern aktiv. "Wir sind breit aufgestellt und haben auch zwei ausgebildete Taucher", sagt die Vorsitzende. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der Bootrettung mit Walter und einem weiteres Fahrzeug.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld.

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