Die Sinsheimer Badewelt hat das weltweit erste selbstfahrende Saunaboot zu Wasser gelassen

Sinsheim  Zwölf Tonnen wiegt das Boot, 25 Personen haben gleichzeit darin Platz. Doch wann der erste Aufguss gemacht werden kann, steht nicht fest, da die Badewelt geschlossen bleibt.

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Das selbstfahrende Saunaboot auf dem See der Badewelt ist bislang weltweit einmalig. Gebaut wurde es in Sachsen-Anhalt.

Foto: Elfi Hofmann

Eigentlich ist der Januar einer der umsatzstärksten Monate in der Sinsheimer Badewelt. Doch wo sich sonst zahlreiche Menschen tummeln, um zu entspannen, herrscht im Moment gähnende Leere. Der Lockdown betrifft auch die Therme, seit Wochen sind die Türen für Gäste geschlossen. "Wir wären aber jederzeit für eine Öffnung bereit", sagt Geschäftsleiter Stephan Roth. Direkt am Eingang ist ein Fieberthermometer installiert, Absperrungen im Zick-Zack-Kurs sollen vor allem entzerren und den Besuchern dabei helfen, Abstand zu wahren. Genutzt wird das Konzept allerdings seit November nicht mehr.

Hoffnung auf Treue der Gäste

Im Palmenparadies kehren Auszubildende den Boden, die Lufttemperatur ist allerdings weit von den tropischen Zuständen, die die Pflanzen kennen, entfernt. "Wir versuchen natürlich, viel zu minimieren", erklärt Roth. Die Azubis sind weiterhin jeden Tag vor Ort, schließlich absolvieren sie in der Badewelt ihre Ausbildung. In der Weihnachtszeit haben sie beim Verpacken der Gutscheine geholfen. Dass so viele davon gekauft wurden, ist für Roth ein gutes Zeichen: "Die Gäste haben uns nicht vergessen", sagt er. Und damit sie, wenn es denn irgendwann wieder losgehen kann, nicht enttäuscht werden, liegt seit einigen Wochen eine neue Attraktion vor Anker: Auf dem See schaukelt das weltweit erste selbstfahrende Saunaboot.

Im Oktober wurde das Boot per Schwertransport von einer Werft in Havelberg in Sachsen-Anhalt bis nach Sinsheim transportiert. Zwei Nächte dauerte die Fahrt, zwei Spuren belegte der Lkw. Im Kraichgau angekommen, musste im Außenbereich eine Palme gefällt werden, um das Boot bis zum Ufer fahren zu können. Dort wurde es dann zu Wasser gelassen.

15 Minuten dauert eine Fahrt

Das zwölf Tonnen schwere Boot wird mit Hilfe einer Kette angetrieben, jede Fahrt soll rund 15 Minuten dauern. Genauso lange wie der Saunaufguss. Gewedelt werden soll allerdings nicht. Stattdessen werden Eiskugeln mit holzigen Duftessenzen auf den Ofen gelegt. Voll belegt wäre das Boot mit 25 Gästen. Solange Abstand zueinander gehalten werden muss, ist Platz für sechs bis acht Personen.

Ausblick in den Kraichgau

Das Besondere an der Attraktion ist nicht nur das Boot an sich, sondern auch der Ausblick in den Kraichgau. "Ich bin in Kontakt mit einer Künstlerin, die Steinskulpturen anfertigt. Die könnten dann noch auf dem Weg aufgestellt werden", erzählt Stephan Roth.

Wann das Boot mit Gästen an Bord zu seiner Jungfernfahrt aufbrechen wird, steht bislang allerdings in den Sternen. "Ich hoffe, dass wir um Ostern wieder öffnen können", sagt der Badewelt-Geschäftsleiter. Einen Namen soll die schwimmende Sauna dann auch erhalten. Bis es soweit ist, regieren allerdings die Tiere das Gelände. Neben den Kanarienvögeln und den Koikarpfen, die man beim Saunieren beobachten kann, haben im Moment vor allem die Nilgänse im Außenbereich die Macht übernommen und laufen schnatternd am Ufer entlang. Das Saunaboot ignorieren sie bisher allerdings.

 


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Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

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