Die Rappsodie öffnet ihr Freibad

Bad Rappenau  Die Rappsodie in Bad Rappenau hat nach dem Corona-Lockdown ihren Freibadbereich geöffnet. Die Badegäste müssen aber einige Einschränkungen in Kauf nehmen.

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Rappsodie-Betriebsleiter Timo Künzel freut sich über die Öffnung des Freibads. Und appelliert an die Gäste, sich an die Regeln zu halten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Foto: Elfi Hofmann

Timo Künzel strahlt über das ganze Gesicht. "Wir haben endlich wieder geöffnet", sagt der Betriebsleiter der Rappsodie. Seit Montag können die Gäste zumindest wieder den Freibadbereich nutzen und ihre Bahnen ziehen.

Allerdings nur mit Voranmeldung. Und dann auch nur eine gewisse Anzahl. 150 Personen dürfen pro Zeitfenster auf das Gelände. Um 8 Uhr fiel an diesem Morgen der Startschuss. Und immerhin elf Schwimmer nutzten das Angebot, für zweieinhalb Stunden ins kühle Nass zu springen.

Geschwommen wird im Kreisverkehr

Rote Aufkleber auf dem Boden weisen schon am Eingang den Weg. Vorbei an der Kasse, geht es Richtung Becken. Dort sind Ein- und Ausstieg klar geregelt: Vom Ein-Meter-Brett oder von den Startblöcken darf man nicht springen. Stattdessen müssen die Leitern genutzt werden. "Wir haben das Becken einmal längs mit einer Kette geteilt", erklärt Künzel. Maximal 40 Personen dürfen sich gleichzeitig im Wasser aufhalten, 20 pro Bahn. Geschwommen wird wie im Kreisverkehr.

Außerdem muss darauf geachtet werden, dass zum Vordermann immer fünf Meter Platz gelassen werden. Das sei bei den momentanen Temperaturen noch kein Problem, sagt Künzel. Wie es dann in den Ferien oder bei über 30 Grad aussehe, werde sich zeigen. "Wir schauen, wie alles zu händeln ist", sagt der Betriebsleiter. Jetzt können er und sein Team sich alles genau anschauen und die Abläufe testen.

 

 

Beim Wellenbecken sind die Laufwege ebenfalls genau vorgegeben. Links geht es rein, rechts wieder raus. Nur Wellen wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Das sei zu unkalkulierbar, so Künzel. Ob Wellen im Becken sind oder nicht, ist Elke Botsch herzlich egal. "Ich habe der Öffnung entgegengefiebert", erzählt sie. Ihr Ticket hat sie telefonisch gebucht. Neben den Online-Eintrittskarten gibt es auch auf diesem Weg für jedes Zeitfenster ein kleines Kontingent.

Dreimal pro Woche will die sportliche Seniorin in die Rappsodie kommen - wenn es ihr anderes Hobby, das Tennisspielen, zulässt. "Ich dusche mich jetzt ab, dann fühlt sich das Wasser gleich nochmal wärmer an", ruft sie über die Schulter und läuft zu einer der Duschen im Freien. Die sind geöffnet, die Duschkabinen hingegen nicht. Auch die meisten Spinte sind mit Absperrband verschlossen.

 

Der Aufwand, um Gäste wie Elke Botsch glücklich zu machen, ist immens. "Und der Erlös wird wohl gering ausfallen", sagt Timo Künzel. Genaue Zahlen will er nicht nennen. Auch nicht im Bezug auf einer Wiedereröffnung des Hallenbads und der Saunalandschaft. Die wäre laut Corona-Verordnung zwar möglich, aber darüber müsse der Gemeinderat entscheiden.

Künzel ist auf jeden Fall froh, dass die Stadt sich entschlossen hat, das Freibad wieder in Betrieb zu nehmen. Die Mitarbeiter mussten wochenlang in Kurzarbeit geschickt werden. Bis auf die Schwimmmeister und die Gastronomiemitarbeiter ist das auch nach wie vor für alle der Fall. "Wir haben die Teams Freibad gebildet", erklärt er. Untereinander dürfen mit Mitarbeiter keinen Kontakt haben, nur innerhalb der jeweiligen Gruppe. So soll bei einer Infektion eines Mitglieds der Betrieb weiterhin gewährleistet sein. Nach zweieinhalb Stunden Betrieb wird alles geputzt und desinfiziert. Dann darf die nächste Gruppe ins Freibad kommen.

 

Tickets und Öffnungszeiten

Zwischen 8 und 19.30 Uhr gibt es vier zweieinhalbstündige Zeitfenster, für die online Tickets gebucht werden können. Wer kein Internet hat, kann auf ein begrenztes Kontingent zugreifen, das telefonisch buchbar ist. Beim Eintritt und an Stellen, an denen sich viele Menschen begegnen können, muss Maske getragen werden. 150 Personen dürfen pro Zeitfenster ins Freibad. Nach einer Testphase kann das Kontingent noch erweitert werden.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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