Die Bad Rappenauer Stadtkapelle sagt Jahreskonzert zum zweiten Mal in Folge ab

Bad Rappenau  Lange sah es gut aus, doch letztendlich entschlossen sich die Verantwortlichen doch zur Absage des Jahreskonzerts am 5. Dezember. Besonders bitter ist das für die Mitglieder des Jugendprojekts "Ton & Co."

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Das Projekt-Jugendblasorchester "Ton & Co." nach dem Gewinn eines Förderpreises. Wann die Musiker wieder auftreten, ist ungewiss.

Foto: privat

Lange hatten sie geplant, jetzt musste die Bad Rappenauer Stadtkapelle ihr Konzert, das am 5. Dezember im Kurhaus stattfinden sollte, doch absagen. "Mit Blick auf die Situation haben wir uns dazu entschlossen", erklärt der Erste Vorsitzende Robin Hermann. Damit fällt der Auftritt zum zweiten Mal in Folge aus.

Verschiedene Orte für Proben

Besonders traurig dürfte diese Nachricht für das Projekt-Jugendblasorchester "Ton & Co." sein. Die jungen Musiker sollten direkt vor der Stadtkapelle spielen. Dabei hatte es lange gut ausgesehen. "Nach den Sommerferien haben wir erstmal ganz normal geprobt", sagt Hermann. Als das Wetter noch mitspielte, wurde teilweise draußen musiziert. Auch im Forum der Verbundschule, im Bürgerhaus und sogar online kamen die aktiven Mitglieder, die sich sonst im Fränkischen Hof treffen, in den vergangenen Monaten zusammen.

"Immer, wenn wir die Möglichkeit hatten, haben wir es versucht", sagt Isabel González-Villar. Der Dirigentin blutet spürbar das Herz ob der Absage. Zumindest für das Jugendorchester will sie eine Alternative organisieren. "Vielleicht stellen wir ein Konzert online", sagt sie. Dafür soll jeder Teilnehmer in den eigenen vier Wänden seinen Part aufzeichnen. Die Aufnahmen werden dann zusammengeschnitten. Unter normalen Umständen treffen sich die Mitglieder des Projekts zu drei Proben, um dann gemeinsam aufzutreten. Fünf Stücke werden innerhalb kurzer Zeit einstudiert. "Man braucht eben ein Ziel und nicht nur Proben", sagt Hermann. Das sei gerade bei den jungen Mitgliedern sehr wichtig, denn Musik habe in diesem Alter nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie Sport.

Projektorchester gewinnt Förderpreis

Motivation hat das Projektorchester jetzt immerhin durch den Gewinn eines Förderpreises erfahren. "Unser Schriftführer hat die Ausschreibung entdeckt und wir haben uns beworben", erzählt Robin Hermann. Unter normalen Umständen sei der damit verbundene Papierkram zeitlich schwer zu stemmen. "Aber jetzt haben wir ja viel Zeit", sagt der Erste Vorsitzende. Mit dem Preisgeld sollen etwa Notenblätter gekauft werden.

Dass das Konzert abgesagt wurde, liegt nicht nur an den durch Quarantäne bedingten Ausfällen oder der Pandemielage. Stand heute wären solche Veranstaltungen erlaubt. "Der BTB als Vermieter hat aber festgelegt, dass alle, die ins Kurhaus kommen wollen, geimpft oder genesen sein müssen. Zwölf- bis 18-Jährige ohne Nachweis brauchen einen PCR-Test", erklärt Robin Hermann.

Nervenzehrende Situation für alle

Doch viele der jugendlichen Musiker sind bisher nicht immunisiert, ein Test stünde kostentechnisch in keinem Verhältnis. Der Verein plane seit Monaten immer mit extrem kurzem Horizont. Das zehre an den Nerven aller. "Ich arbeite mit Menschen, die Gefühle haben", sagt Dirigentin Isabel González-Villar. Es gehe nicht nur darum, das Publikum zu begeistern, sondern genauso auch die teilnehmenden Musiker. "Man muss sich jeden Tag die Zeit nehmen, um durchzuatmen."

Wie es weitergeht und ob das Jahreskonzert vielleicht im Frühjahr nachgeholt wird, wissen Isabel González-Villar und Robin Hermann noch nicht. "Wir brauchen auch Zeit für die Vorbereitung", sagt der Erste Vorsitzende.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

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