Die Arbeiten am Baugebiet Hinter der alten Schule könnten bald beginnen

Siegelsbach  Ursprünglich war ein Wohnprojekt hinter der alten Schule in Siegelsbach geplant. Doch das Vorhaben konnte nicht umgesetzt werden. Wohnraum soll aber trotzdem entstehen.

Email

Es könnte bald losgehen: Bürgermeister Tobias Haucap macht Hoffnungen auf eine baldige Erschließung des Gebiets Hinter der alten Schule.

Foto: Elfi Hofmann

Die Idee gibt es schon lange, jetzt kommt wieder Bewegung in das Gebiet Hinter der alten Schule in Siegelsbach. Seit der Bebauungsplan 2017 aufgestellt wurde, hatte sich das Vorhaben, auf dem Areal Wohnhäuser zu errichten, mehrmals geändert. Ursprünglich hatte die evangelische Gemeinde ein generationenübergreifendes Wohnprojekt mit fünf großen Gebäuden geplant.

Bis Oktober 2020 hatte ein Arbeitskreis Zeit, das Konzept "Wohnen im Schlosspark" zu überarbeiten. Diese Frist ist nun vorbei. "Ein Bebauungsplan braucht entsprechend Vorlauf", erklärt Bürgermeister Tobias Haucap. Das Projekt sei an den Plan gekoppelt gewesen, sei aber aus verschiedenen Gründen gescheitert. Das Konzept solle nun genutzt werden, um es für Mehrfamilienwohnen zu nutzen. "Man muss immer überlegen, wie lange man warten kann, bis es gefährlich wird", so der Rathauschef. Zeit habe man aber nicht verloren. "Wir waren weiterhin aktiv." Damit meint Haucap ausführliche Gespräche mit Anwohnern und Grundstückseigentümern, denn das Gebiet gehört nur in Teilen der Gemeinde. Jetzt sei man in den finalen Vereinbarungen, im Januar soll im Gemeinderat über den Satzungsbeschluss abgestimmt werden.

Und dann könnte es bereits Schlag auf Schlag gehen. Spätestens im Februar sollen die Arbeiten am Oberboden beginnen. Dabei wird auch das Denkmalamt mit einbezogen, denn was sich in den Erdschichten versteckt, kann niemand vorher genau sagen. Im Baugebiet Am Mührigweg war ein alter Bunker entdeckt werden. Damit rechnet Haucap in diesem Fall zwar nicht, "aber man weiß ja nie". Alte Tonscheiben wären zum Beispiel denkbar. Im Idealfall könnte dann im Februar mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden.

Bedarf und Nachfrage nach Wohnraum sind da

Der Bedarf an Wohnraum ist in Siegelsbach auf jeden Fall gegeben. "Wir bekommen regelmäßig Anfragen, wann es los geht und wo man sich eintragen kann", erklärt Haucap. Die Interessenten haben in den meisten Fällen einen Bezug zu Siegelsbach, sind entweder dort aufgewachsen und später weggezogen, oder leben noch in der Gemeinde. "Es melden sich aber auch Auswärtige, die hier im Ort arbeiten."

Welches Vergabesystem angewendet wird, kann der Bürgermeister noch nicht sagen. Das hänge auch von der Anzahl der Bauflächen ab. Er geht allerdings von einem ähnlichen Kriterienkatalog wie Am Mührigweg aus. Dort gab es ein Punktesystem, wie es mittlerweile in zahlreichen Gemeinden angewendet wird.

30.000 Ökopunkte fehlen der Gemeinde noch

Um das Vorhaben zu verwirklichen, wird die Gemeinde 130.000 Ökopunkte beschaffen müssen. Und das, obwohl es eine Ausgleichsfläche auf dem Areal geben wird. "Wir wollen einen Großteil über Umwandlungen im Wald kompensieren", erklärt Haucap. Dort soll dann keine Bewirtschaftung mehr stattfinden, die Natur wird in Ruhe gelassen. Trotzdem fehlen auch dann noch 30.000 der begehrten Punkte. Ob diese aufgekauft werden oder es noch andere Möglichkeiten gibt, darauf wollte sich der Bürgermeister bisher nicht festlegen. Experten hatten auch mehrerer Tierarten entdeckt, die umgesiedelt werden sollen. Außerdem sind Nistkästen als Ersatz für Brutstätten geplant.

Ursprünglich sollte in dem Gebiet ein generationsübergreifendes Wohnprojekt verwirklicht werden. Die Idee hinter dem Wohnquartier: Alleinerziehende und ältere Menschen leben im Mehrfamilienhäusern zusammen, sie unterstützen sich und bringen sich in die kleine Kommune ein. In den fünf Gebäuden sollte es einen offenen Laubengang als Treffpunkt geben. Darin hatte sich die evangelische Kirchengemeinde auch ein Begegnungscafé für die Gemeinde sowie eine Kindergartengruppe vorgestellt. In den zwischenzeitlichen Planungen waren aus fünf Häusern zwei geworden. Das Vorhaben scheiterte letztendlich aber auch wegen der Finanzierungsfrage.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld.

Kommentar hinzufügen