Der Rote Flitzer ist gut besucht

Kraichgau  Fünf Wochenenden ist der Rote Flitzer in diesem Jahr schon gefahren. Trotz der Pandemie wird das Angebot rege genutzt. Ob das Lokschuppenfest stattfinden wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

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Die Jungfernfahrten der Fahrsaison 2021 machte der Rebenbummler. Am Samstagnachmittag wurde er vom Roten Flitzer, der bis zum 10. Oktober zwischen Neckarbischofsheim und Hüffenhardt verkehrt, abgelöst.

Foto: Archiv/Franz Theuer

Pünktlich zum 1. Mai ist der Rote Flitzer wieder in die Saison gestartet - die zweite seit Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr. "Wir haben bisher überraschend viele Gäste", erzählt Hans-Joachim Vogt, der Vorsitzende des Fördervereins Krebsbachtalbahn. Zwischen 100 und 150 Personen seien an den Fahrsonntagen zwischen Neckarbischofsheim und Hüffenhardt unterwegs gewesen. Mit der Resonanz sei der Verein sehr zufrieden.

Viele Familien mit Kindern unterwegs

Da innerhalb des ÖPNV gefahren wird, gelten im Zug die gleichen Regeln wie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Gäste müssen also eine medizinische Maske tragen und Abstand halten, aber keinen tagesaktuellen Test oder andere Nachweise vorlegen. 75 Sitzplätze hat der Rote Flitzer. "Da verteilen sich die Leute bisher gut", sagt Vogt.

Vor allem Familien mit Kindern seien an den vergangenen Wochenenden gekommen. Die typischen Gäste wie Wanderer seien bisher allerdings noch nicht besonders stark vertreten. "Die kehren normalerweise ein", erklärt der Vorsitzende. Wenn aber die Gastronomie wie bis vor kurzem komplett geschlossen ist, verzichtet diese Gruppe auf eine Fahrt. Zumindest noch, denn mit tagesaktuellem Test ist der Restaurantbesuch wieder möglich.

Obwohl unter den schwierigen Bedingungen recht viele Gäste eine Fahrt mitmachen: Zu bestimmten Zeiten fährt der Rote Flitzer auch mal komplett leer. Im Laufe der Saison, die bis Oktober geht, werde sich das aber auch geben, so Vogt: "Spätestens, wenn wieder mehr Wanderer unterwegs sind."

Im Lokschuppen ist es zu eng

Ob in diesem Jahr Veranstaltungen möglich sein werden, ist bisher noch nicht absehbar. Man plane da noch sehr vorsichtig, sagt der Vorsitzende. Am Sommerferienprogramm von Neckarbischofsheim nehme der Verein wohl teil und biete einen Tag für Zehn- bis Vierzehnjährige an. Auch das Dampfzug-Wochenende gemeinsam mit einem befreundeten Verein im Oktober soll stattfinden. Für das Lokschuppenfest hingegen sieht es nicht gut aus. Das musste bereits im vergangenen Jahr ausfallen und wird wohl auch 2021 kaum durchzuführen sein. "Wenn die Regeln ähnlich bleiben wie jetzt, brauchen wir ein eigenes Hygienekonzept", erzählt Hans-Joachim Vogt. Und das sei schwer umsetzbar im engen Schuppen. "Wir haben das Fest aber trotzdem nach wie vor im Auge."

Trotz Corona kein großer Einbruch der Fahrgastzahlen

Aus dem Sinn ist auch nicht der Rebenbummler, der zurzeit noch einquartiert ist. Bereits 2020 sollten damit Fahrten beispielsweise zum Heidelberger Weihnachtsmarkt angeboten werden. Damit will der Verein ein Angebot an die Bewohner der Region machen, um "rauszukommen und etwas Anderes zu sehen", beschreibt Vogt die Idee. Die Hoffnung auf diese Sonderfahrten sei noch nicht gestorben. Obwohl in der vergangenen Saison nur wenige Veranstaltungen stattfinden konnten, gab es keinen großen Einbruch bei den Fahrgästen. "In normalen Jahren befördern wir rund 4000 Personen", rechnet Hans-Joachim Vogt vor. Unter diesem Ergebnis sei man nur ganz knapp geblieben.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

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