Corona-Ausbruch in drei Kliniken in Bad Rappenau

Bad Rappenau  Drei Kliniken der Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau (KuK) stehen auf Anordnung des Gesundheitsamtes im Landkreis Heilbronn unter Quarantäne, nachdem insgesamt 30 Mitarbeiter und Patienten positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

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Wegen eines Corona-Ausbruchs stehen drei Kliniken der Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau (KuK) auf Anordnung des Gesundheitsamtes im Landkreis Heilbronn unter Quarantäne. Dabei handelt es sich um die Salinenklinik, das Stimmheilzentrum und die Rosentrittklinik, wie KuK-Geschäftsführer Olaf Werner unserer Redaktion bestätigte.

Patienten dürfen ihre Zimmer nicht verlassen

Insgesamt 30 Patienten und Mitarbeiter sind laut einer KuK-Mitteilung positiv auf das Virus getestet worden. Die Patienten seien isoliert und würden regelmäßig auf Symptome untersucht, heißt es. Die betroffenen Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Quarantäne. Insgesamt befinden sich laut Werner derzeit 330 Patienten in den Kliniken, die maximale Belegungszahl sei 480.

Wie das Virus "trotz der sehr hohen Hygienestandards", so die KuK, in die Kliniken gelangen konnte, sei unklar. In einem von Olaf Werner gezeichneten Aushang wird jedoch spekuliert, dass die Infektionen "in allen Fällen durch zu viel Nähe zwischen den Betroffenen ausgelöst" worden seien. Werner sagt, es gebe klare Regeln, aber man sei machtlos, wenn sich die Patienten nicht daran hielten und sich zum Beispiel beim Abschied umarmten.

Nach Informationen unserer Redaktion hat es bereits am 27. November fünf bestätigte Fälle unter Patienten der Salinenklinik gegeben. Auch danach seien noch "Patienten in großer Zahl" aufgenommen worden, sagt ein Patient, der anonym bleiben möchte, unserer Redaktion.

Kein genereller Aufnahmestopp bei einzelnen Fällen

Olaf Werner verneint das. Die letzte Aufnahme im Stimmheilzentrum sei am 25. November erfolgt, in der Salinenklinik sei "vielleicht am Montag noch eine Aufnahme gelaufen". Patienten hätten nach einer Operation schließlich auch ein Anrecht auf eine Reha-Maßnahme. Solange es keine Indizien für "große Probleme" gebe und nur einzelne Fälle auftreten, sei das kein Grund für einen generellen Aufnahmestopp, so Werner weiter. Die Rosentrittklinik sei zunächst ohnehin nicht betroffen gewesen.

Am 1. Dezember wurde dann durch Aushang bekannt gegeben, dass die Salinenklinik und das Stimmheilzentrum mit allen Patienten und Angestellten unter Quarantäne gestellt sind und die Patienten ihre Zimmer nicht verlassen dürfen. Am Mittwoch wurde die Öffentlichkeit per Mitteilung über die Quarantäne-Anordnung für alle drei Kliniken informiert.

In einigen Tagen soll es zweite Testreihe geben

Der Patient, der unsere Redaktion informierte, kritisiert vor allem die unzureichende Kommunikation der Klinikleitung. Ihm sei zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt worden, wie lange der Zustand anhalten werde und ob es auch Möglichkeiten gebe, bei einem negativen Testergebnis nach Hause zu reisen. "Empörend" findet er, dass auch in den vergangenen Tagen noch Patienten aufgenommen wurden. "Die müssen doch gewusst haben, in welcher Situation sie sind", sagt er an die Adresse der Klinikleitung.

Das Ziel der KuK sei es nun, nach einer zweiten Testreihe in einigen Tagen alle Patienten ohne Symptome und Befund nach Hause zu entlassen, sagt Olaf Werner. Die Betroffenen würden nach und nach durch die Ärzte und Mitarbeiter informiert.

 


Valerie Blass

Valerie Blass

Autorin

Valerie Blass ist Autorin im Politik-Team. Ihr besonderes Interesse gilt Themen aus dem Bereich Gesundheit.

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