Bund und Länder fördern die Milch aus dem Eppinger Automaten

Sulzfeld  Verein für Regionalentwicklung im Kraichgau lädt zur Teilnahme an aktueller Förderrunde ein. Privatpersonen, Unternehmen und Vereine können sich um Kofinanzierung kleinerer Projekte bewerben. Die Anträge für 2021 können ab November gestellt werden.

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Hügelsofa in Kleingartach: Auch dieses Vorhaben wurde aus dem Regionalbudget der Leader-Region Kraichgau gefördert.

Foto: Stadtverwaltung Eppingen

In Sulzfeld gibt es am Milchkännle ab sofort frische Heumilch aus dem Automaten. Jungbäuerin Christiane Dittes hat tierischen Zuwachs bekommen: Die beiden Kühe Lotte und Liesel sind bei ihr eingezogen. Nachdem vor Jahren bereits die letzte Kuh den Ort verlassen hat, bringen die beiden Braunvieh-Damen wieder bäuerliches Leben in die Gemeinde. Die Kühe stehen zumeist auf der Weide und haben einen Schlafplatz und Winterquartier im Stall.

Milchautomat finanziert

Die Milch der beiden Rinder ist im neuen Milchautomaten in der Dammer Straße 8a erhältlich. "Sie kommt kuhfrisch in den Automaten und sollte daher vor dem Verzehr abgekocht werden", rät Christiane Dittes. Der Verkauf erfolgt in der Wunschmenge in Flaschen, die mitgebracht oder vor Ort gekauft werden können. Der Milchautomat wurde aus dem Regionalbudget gefördert. Das Förderinstrument von Bund und Land honoriert damit die regionale Produktion von Lebensmitteln sowie die Nahversorgung der kurzen Wege.

80 Prozent der Kosten werden gefördert

Im Rahmen des Regionalbudgets können kleinere Projekte in ländlichen Regionen unterstützt werden. Geld, das vor allem dem Ehrenamt, den Vereinen und ländlichen Kommunen im Kraichgau zu Gute kommen soll. Besonders geeignet ist das Regionalbudget für kleinere Bau-, Umbau oder Ausstattungsmaßnahmen mit Gesamtausgaben zwischen 3000 und 20.000 Euro, von der die Dorfgemeinschaft profitiert. So konnten sechs neue Hügelsofas beschafft werden, die jetzt in den Eppinger Ortsteilen zum Verweilen und Entspannen einladen.

Die Lebensqualität in den Kraichgauorten solle durch das Regionalbudget gestärkt werden, kommentiert der Verein "Regionalentwicklung Kraichgau". Dieser kümmert sich gemeinsam mit der Leader-Aktionsgruppe (LAG) "Kraichgau-Gestalte-mit" um die Projekte in der Region. Beide Vereine haben ihren Sitz in Angelbachtal.

Voraussetzung für eine Förderung des Regionalbudgets ist, dass das Vorhaben im Jahr 2021 komplett umgesetzt werden kann, auf einen längeren Nutzungszeitraum angelegt ist (keine einmaligen Veranstaltungen) und der Ort des Antragstellers im Leader-Gebiet Kraichgau liegt. Die LAG sichtet die eingegangenen Vorhaben und bewertet sie nach einem Punktesystem, erläutert Sarina Pfründer. Das Regionalbudget dient dazu, die Lücke zwischen der abgelaufenen Leader-Förderperiode und der neuen zu schließen.

Der LAG gehören 17 Kommunen an. Sie haben signalisiert, auch in der kommenden Förderperiode als Leader-Region auftreten zu wollen. Antragsberechtigt sind unter anderem Privatpersonen, Unternehmen und Vereinen aus den 17 Leader-Kraichgau Kommunen. Das Regionalbudget fördert Vorhaben mit einer Quote von 80 Prozent der förderfähigen Kosten.

 

Geschäftsstelle Leader Kraichgau:
Dorothee Wagner, Mail: wagner@kraichgau-gestalte-mit.de; Tel: 07265 912021.


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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