Biergarten am Schwanen wird Vorbote der Eppinger Gartenschau

Eppingen  Das Verpflegungs-Trio der Gartenschau will das Außengelände des künftigen Bürgerhauses bewirten, und zwar schon in diesem Jahr, sobald dies pandemiemäßig möglich ist. Indes bereiten sich die Gastronomen der Stadt auf die Gartenschau Eppingen 2022 vor.

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Auf diesem Platz vor dem Bürgerhaus Schwanen wird, sobald es die Inzidenzwerte erlauben, bald zünftige Biergarten-Atmosphäre herrschen.

Mit einem Cappuccino auf der Terrasse des Stadtweihers sitzen, einen handgemachten Burger am Bistrotisch verzehren, ein Schnitzel im Verpflegungszelt ordern, einen Aperol Spritz genießen: So oder so ähnlich stellt man sich die Verpflegung vor, würde die Gartenschau wie geplant am Freitag in Eppingen eröffnet.

Daraus wird nun bekanntlich nichts, die Großveranstaltung wird nach einem Beschluss des Gemeinderats wegen der Pandemie auf das kommende Jahr verschoben. Die Regionale Genussmeile bereitet sich nun darauf vor, im kommenden Jahr die Gäste der Gartenschau zu bewirten. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts um die Gastronomen Umberto Scuccia, Otto Gollerthan und Marcel Küffner hatte sich auf der Bundesgartenschau in Heilbronn bereits als Caterer engagiert.

 

Kühles Bier mit Blick auf Bürgerhaus und Gartenschau

Im Juni vorigen Jahres haben die drei Gastronomen vom Eppinger Gemeinderat den Zuschlag für das Catering der Gartenschau erhalten. In einem Pressegespräch mit der Stimme hatte das Trio damals bereits erste Ideen vorgestellt, wie die Gäste nicht nur satt, sondern auch geschmacklich zufrieden die Schau genießen können.

Nun heißt es allerdings erst einmal warten bis zum neuen Eröffnungstermin am 20. Mai 2022. Einwohner und Touristen sollen nach dem Willen der Gastronomen aber schon früher einen Vorgeschmack auf die Gartenschau erhalten, zumindest in gastronomischer Hinsicht. "Sobald es möglich ist, wollen wir das Außengelände des Schwanen bewirtschaften", verrät Umberto Scuccia. Angedacht sei ein Biergarten mit bester Sicht auf das künftige Bürgerhaus und auf das neu gestaltete Gelände zwischen der Poststraße und dem Bachwegle.

 

Welche Risiken einer Schau unter Pandemiebedingungen zu befürchten gewesen wären

Dass die Gartenschau verschoben wurde, bedauern die Wirtsleute. "Als Gastronomen mit Herzblut, die wir alle sind, wollen wir natürlich unsere Gäste begeistern", so Scuccia." Andererseits halten die Gesellschafter der Regionalen Genussmeile die Verschiebung für konsequent angesichts der gesundheitlichen und ökonomischen Risiken, die die Pandemie birgt: "Wenn Veranstaltungen wegen steigender Werte kurzfristig abgesagt werden, haben Sie ein Problem mit der Frischware", nennt Küffner ein Beispiel. Auch seien pandemiebedingt keine Reisebusse gechartert und somit weniger Gäste auf dem Gelände zu erwarten, als geplant.

Treffen von Freunden wären genauso wenig möglich gewesen wie Veranstaltungen jeglicher Art. "Allein die Bestuhlung: Wie viele Haushalte dürfen zusammensitzen, wie viel Abstand muss eingehalten werden?", fragt der Gastronom ratlos. Vorbereitet sind die Caterer jetzt schon weitgehend. "Unsere Container stehen alle schon", versichert Scuccia. Alles Vorleistungen, ohne Umsätze damit generieren zu können." Auch das mühsam angeworbene Personal müsse nun auf kommendes Jahr vertröstet werden. "Statt 30 Leute brauchen wir, sobald der Biergarten öffnen darf, nur fünf."

Otto Gollerthan, Marcel Küffner und Umberto Scuccia (von links), Gesellschafter der Regionalen Genussmeile, hatten sich bereits auf das Großereignis in diesem Jahr vorbereitet.

Otto Gollerthan, Marcel Küffner und Umberto Scuccia (von links), Gesellschafter der Regionalen Genussmeile, hatten sich bereits auf das Großereignis in diesem Jahr vorbereitet.

Fotos: Jörg Kühl

30 neue Sitzplätze

Auch die Gastronomen außerhalb des Gartenschaugeländes haben sich auf die Verschiebung eingestellt. Gerd Geier, Inhaber des gleichnamigen Kaffeehauses in der Bahnhofstraße, setzt auf die Veranstaltung im kommenden Jahr große Hoffnungen: "Das gibt ein dickes Umsatzplus." Er hat in seinem Außengelände 30 neue Sitzplätze mit Blick auf die Gartenschau geschaffen, berichtet der Konditormeister.

Dana Magri, Inhaberin des Eiscafés am Markt freut sich auch schon auf die Gartenschau im kommenden Jahr: "Dann hoffentlich ohne die Pandemie." Der Gastronomin ist wichtig, den Gästen nicht nur Eis und Getränke zum Mitnehmen anbieten zu können: "Wir wollen dann auch wieder unsere Terrasse nutzen."

An welchen Stationen Essen und Getränke ausgegeben werden

Die Hauptgastronomie findet auf der Eppinger Gartenschau im kommenden Jahr im Verpflegungszelt am Bachwegle statt. Dort wollen die Anbieter mit regionaler Vielfalt und mediterranen Akzenten punkten. Im Außenbereich am Schwanen soll zünftige Biergartenatmosphäre herrschen. Am Stadtweiher ist ein Bistro geplant. Hier stehen Kaffeespezialitäten, Aperitifs und kulinarische "Kleinigkeiten" auf dem Speiseplan. In der Nähe der Hauptbühne auf dem Veranstaltungsgelände sollen Snacks angeboten werden, die man in der Hand mitnehmen kann: Hotdog, Hamburger, Pizza.

 

Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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