Der Bibersee bei Eppingen ist auch auf Google Maps zu finden

Eppingen  In der Nähe der L552 zwischen Eppingen und Elsenz haben Biber mithilfe eines Damms einen See angelegt, der nicht nur ihnen als Lebensraum dient. Ein Scherzbold hat den Bibersee mit einem eigenen Ortsschild versehen und in Google Maps markiert. Das sorgt inzwischen auch überregional für Schlagzeilen.

Von Nicole Theuer
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Idyllisch liegt der Bibersee in Höhe der Alten Mühle zwischen Eppingen und Elsenz. Ein Scherzbold hat den Bibersee mit einem eigenen Ortsschild versehen und in Google Maps markiert. Foto: Franz Theuer

Das Biber-Fieber hat Eppingen erfasst. Aber nicht das um den amerikanischen Musikstar Justin Bieber, sondern das pelzige Nagetier, das mittels seiner scharfen Zähne ganze Baumstämme zerteilt und Dämme daraus baut, sorgt für Neuigkeiten. Solch einen Damm haben die Säugetiere in der Nähe der L552 zwischen Eppingen und Elsenz an der Abzweigung nach Adelshofen angelegt. Am Zusammenfluss von Grenzgraben und Hilsbach ist im vergangenen Jahr ein Biberbau entstanden.

"Der Biberdamm im Hilsbach reguliert den Wasserstand an der Lebensstätte der Biber und hat für diese eine schützende Funktion. Daher ist er ebenso wie die Lebensstätte selbst durchs Bundesnaturschutzgesetz geschützt", erklärt Stefanie Paprotka, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Eingang liegt unter Wasser

Sie weiß: "Der Biberdamm führt zu einem Rückstau bis etwa 200 Meter den Grenzgraben hinauf sowie in den oberhalb einmündenden Nesselbach." Oberhalb des Damms im Grenzgraben befindet sich die Lebensstätte des Bibers, so Paprotka, "Die Eingänge zu Biberbauen oder Burgen liegen zum Schutz vor Fressfeinden immer unter Wasser."

Durch den Rückstau entstand ein See, auf dem sich Enten angesiedelt haben. Der sogenannte Bibersee ist inzwischen eine kleine Attraktion und quasi weltbekannt. Ein Scherzbold hat das Feuchtgebiet mit einem Ortsschild versehen und in Google Maps markiert "Geben sie bei Google Maps ,Bibersee" ein, dann landen sie einen Treffer", rät Frank Edlinger, der bei der Stadt Eppingen für die Biotopvernetzung zuständig ist. Sehen kann man denn See vom Weltall aus nicht, da die Satelliten-Bilder wohl schon älter sind.

 

 

Kein Neuling

Kein Neuer ist auch der Nager: "Biber sind in dem Gebiet schon länger bekannt", sagt Edlinger. "Zunächst war er am Grenzgraben aktiv und hat seine Aktivitäten dann an den jetzigen Standort verlegt." Fraßspuren deuten darauf hin, dass mehrere pelzige Bauherren gerade die Wasserversorgung von Eppingens neuestem Teilort Bibersee erschließen. Zwischen vier und sechs müssten es sein, vermutet Manfred Körner, Sprecher des Landratsamts.

"Wir beobachten die Biberaktivitäten ständig", macht Frank Edlinger deutlich. Um eine Absenkung des Wasserspiegels zu erreichen, "haben wir den Damm um 20, 30 Zentimeter abgetragen". Aktuell werde der Einbau eines Drainagerohrs in den Biberdamm geprüft, teilt Paprotka weiter mit. Mit dem könne der Wasserstand reguliert werden. Diese Maßnahme werde landesweit häufig eingesetzt und sei bei entsprechender Pflege erfolgversprechend. "Bei der Maßnahme muss mit großer Vorsicht vorgegangen werden, und der Wasserstand darf nur soweit abgesenkt werden, dass die Biberburg weiterhin funktionsfähig bleibt", so Paprotka. "Wir müssen vorsichtig agieren, denn Biber wissen genau wie sie das Wasser angestaut haben möchten. Wenn sie bemerken, dass es nicht mehr funktioniert, werden sie den Standort möglicherweise aufgeben und weiterziehen", weiß Frank Edlinger.

Keine Gefahr für den Straßenverkehr

Eine Gefahr für die Alte Mühle, so Edlinger, bestehe aktuell nicht. "Wir mussten zwar die Ränder des zwischen Mühle und Bach verlaufenden Fußwegs mit Findlingen sichern, da eine Unterhöhlung zu befürchten war, doch gehen diese Aktivitäten nicht auf das Konto des Bibers, sondern der Nutrias."

Auch eine Gefahr für den Straßenverkehr besteht nach Edlingers Einschätzung nicht. "Das Wasser ist noch weit von der Straße entfernt." Da der See auch nicht sehr tief sei, bestehe auch für Irrfahrer, die von der Straße abkommen, keine Gefahr zu ertrinken. "Das Wasser ist vielleicht 30, 40 Zentimeter hoch, wenn überhaupt", mutmaßt Edlinger.


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