Bad Rappenauer Verwaltung verschiebt Termin für die Eislaufbahn

Bad Rappenau  Nach einem Jahr Pause sollte am 9. Dezember die Eislaufbahn vor dem Rathaus eröffnet werden. Doch die jetzige Situation lässt das nicht zu. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben.

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Die Eröffnung der Eisbahn vor dem Bad Rappenauer Rathaus musste abgesagt werden. Ob die Bahn im Frühjahr aufgebaut wird, ist noch unsicher.

Foto: Uwe Grün/Kraichgaufoto.

Anfang November war Birgit Böhm noch zuversichtlich, dass die Eisbahn nach einem Jahr Pause wieder vor dem Bad Rappenauer Rathaus aufgebaut werden würde: "Es kann sein, dass man eine Maske tragen muss, weil die erforderlichen Abstände nicht möglich sind", sagte die Kulturamtsleiterin damals unserer Zeitung. Doch seit Donnerstag ist klar: Auch in diesem Winter wird es keine Bahn geben. Das habe die Stadtverwaltung schweren Herzens beschlossen.

Der Verantwortung nachkommen

Einfach war diese Entscheidung nicht, betont Böhm. "Der Oberbürgermeister hatte noch am Montag gesagt, dass wir das unbedingt machen müssen, um den Kindern etwas zu bieten", erzählt sie. Doch die aktuellen Inzidenzen sprechen eine andere Sprache. Die Kurstadt weist aktuell 252 infizierte Personen auf, der Pfeil geht - wie in vielen anderen Gemeinden auch - steil nach oben. Man habe eine gewisse Verantwortung, so Böhm. Und dieser müsse man nachkommen.

Dazu kämen noch die Auflagen, die kaum umsetzbar gewesen wären. Im Gespräch mit einem Sachverständigen habe sie erfahren, dass der extra dafür angedachte Sicherheitsdienst nicht nur die geforderten Nachweise hätte kontrollieren müssen. "Wir hätten sie auch nachweisen müssen", erklärt Birgit Böhm. Weiterer Knackpunkt: Eislaufen wäre nur denjenigen Personen erlaubt gewesen, die geimpft oder genesen sind und zusätzlich einen aktuellen Schnelltest vorlegen können.

Nichts übers Knie brechen

Doch endgültig abgesagt ist die Eisbahn, die am 9. Dezember eröffnet werden sollte, noch nicht. Frei nach dem Motto "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" könnte es zu Beginn des Frühjahrs doch noch etwas werden. "Im Januar werde ich die Tendenz anschauen", sagt die Kulturamtsleiterin. Außerdem wird sie sich mit dem Bad Rappenauer Feuerwehrkommandanten zusammensetzen, um gemeinsam zu überlegen, wie ausreichend Platz für Rettungsfahrzeuge geschaffen werden und gleichzeitig die Bahn unter den aktuellen Bestimmungen aufgebaut werden könne. Die Bahn nehme viel Platz weg. "Wir brechen aber nichts übers Knie", so Böhm.

Finanziell hat die Verschiebung zumindest im Moment keine Konsequenzen. Sie habe mit allen Lieferanten und dem Verleiher gesprochen. Alle stimmten einer Verschiebung zu. "Sie sehen ja alle, wie die Situation ist. Wir machen das ja nicht aus Jux und Dollerei." Der Verleiher habe seine Anzahlung bereits erhalten, "sonst kommt er nicht über den Winter". Und damit wäre schließlich niemandem geholfen. "Mir tun die Menschen leid, die davon finanziell betroffen sind."

Noch kein Termin festgelegt

Wann genau die Eisbahn aufgebaut wird und befahrbar wäre, darauf will sich Birgit Böhm noch nicht festlegen. Man wolle terminlich variabel sein, um flexibel zu bleiben. Das Kulturamt muss also wieder auf Sicht fahren. So wie bereits mehrmals in den vergangenen 20 Monaten. Dass die Pläne auch diesmal nicht umsetzbar sein werden, hätte Böhm laut eigener Aussage nicht für möglich gehalten, als sie die Bahn Anfang Oktober bestellt hat: "Es hat damals ja wirklich gut ausgesehen."

 


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

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