Bad Rappenauer Stadtfest fällt auch 2021 aus

Bad Rappenau  OB Sebastian Frei sagt, er rechne bis Juni nicht mit Lockerungen für Großveranstaltungen. Vereine zeigen Verständnis für die Absage, bedauern aber den Umsatzverlust und die fehlenden Kontakte.

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Eine beleuchtete Innenstadt (hier 2018), verschiedene Bands und der Fassbieranstich: Aufs Stadtfest müssen die Bad Rappenauer auch 2021 verzichten.

Foto: Grün

Um die 10.000 Besucher stehen normalerweise am Bad Rappenauer Stadtfest dicht an dicht in der Innenstadt - doch nicht dieses Jahr. Das 44. Fest wird auf das kommende Jahr verschoben. "Das war einfach nicht vorstellbar mit mehreren tausend Besuchern. Aktuell dürfen sich ja nicht einmal zwei Familien treffen", sagt Oberbürgermeister Sebastian Frei.

Von eventuellen Lockerungen, die in der kommenden Woche von der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten beschlossen werden könnten, geht Frei nicht aus. "Die Großveranstaltungen werden die letzten bei den Lockerungen sein", meint er. Normalerweise müsste man jetzt anfangen, das Fest vorzubereiten, unter anderem müssten Bands gebucht werden. Hauptamtsleiter Wolfgang Franke stimmt OB Frei zu. "Schon bei der Absage im vergangenen Jahr wollten die Vereine frühzeitig Informationen", sagt er.

Ohne Zaun, Abstand und Einlasskontrolle sei so ein großes Fest nicht veranstalten. "Wir wollen es ja auch nicht mit aller Gewalt durchführen. Es wäre unverantwortlich, wenn Menschen zu Schaden kommen", sagt Wolfgang Franke. Er glaube nicht, dass bis zu den Sommerferien Großveranstaltungen möglich seien.

Die Lage für die Vereine nennt er "schlimm und tragisch". Für den Winter wünscht er sich, dass wenigstens die Eisbahn vor dem Rathaus wieder angeboten werden kann.

Vereine haben mit Absage gerechnet

Sowohl die erste Vorsitzende des Musikvereins Bonfeld, Anja Mathis, als auch der erste Vorsitzende des Turnvereins Bad Rappenau, Kay Schüssler, können die Entscheidung der Stadt nachvollziehen. Beide Vereine wären mit Ständen am Fest beteiligt gewesen. "Wir waren einigermaßen auf die Absage eingestellt", sagt Mathis. "Ohne Impfstoff ist das Risiko zu groß", ergänzt sie.

Finanziell sei es "eine Katastrophe". Das Stadtfest ist - zusammen mit der Kirchweih im August - eine wichtige Einnahmequelle. "Ich bin mir fast sicher, dass die Kerwe auch ausfällt", so die Vorsitzende. Für die zwei Feste hat sich der Musikverein Gerätschaften gekauft und einen Hähnchenwagen umgebaut. Die Utensilien werden bis zum nächsten Einsatz wohl etwas Staub ansetzen.

Das Stadtfest: Mehr als nur eine Einnahmequelle

"Es ist verständlich, aber schwer als Verein", sagt Schüssler. Der Stand des Turnvereins sei 2019 stark frequentiert gewesen.

Ohne Fasching, Winterfeier und Turniere fallen fast alle Möglichkeiten weg, Geld zu verdienen. Zum finanziellen Aspekt kommt noch ein weiterer: "Es ist auch eine gesellschaftliche Sache", meint Schüssler.

Anja Mathis stimmt ihm zu: "Man möchte ja Leute sehen und Unterhaltung haben. Die sozialen Kontakte fehlen, wenn man nicht proben kann." Einzelne Schüler nehmen Online-Unterricht. Für ein ganzes Orchester sei das aber nicht möglich. Online-Angebote macht auch der Turnverein: "Wir machen das Beste draus", sagt Schüssler. Er blickt fürs neue Jahr positiv in die Zukunft: "Wenn das Stadtfest wieder losgeht, sind wir hoch motiviert".


Kraft

Christoph Kraft

Volontär

Christoph Kraft arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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