Bikinimuseum ersteigert Liz Taylors Badekleid statt Bond-Bikini

Los Angeles/Bad Rappenau  Der Bikini aus dem James-Bond-Film "007 jagt Dr. No" ist es zwar nicht geworden. Das Bad Rappenauer Bikini Art Museum hat bei einer Versteigerung in Los Angeles aber trotzdem einige Exponate an Land gezogen.

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Der Bikini aus dem James-Bond-Film "007 jagt Dr. No" ist es zwar nicht geworden. Das Bad Rappenauer Bikini Art Museum hat bei einer Versteigerung in Los Angeles aber trotzdem einige Exponate an Land gezogen. Bei 300.000 Dollar lag das Mindestgebot für den Zweiteiler, den Ursula Andress 1962 in dem Bond-Film trug. Diesen Preis wollte allerdings kein Bieter zahlen. "Wir hatten uns gesagt: Niemals als Erstbieter!", sagte der Regensburger Unternehmer Alexander Ruscheinsky am Freitagmorgen nach der Versteigerung der dpa. Vor 19 Jahren war der Bikini noch für 40.000 Pfund unter den Hammer gekommen.

Hohe Nebenkosten

"Wir hatten einen klaren Plan ausgearbeitet", sagt Maximilian Lang, Prokurist des Museums, auf Nachfrage. Die Wahrheit sei, dass der Andress-Bikini nicht für 300.000 Dollar über den Tresen gegangen wäre, sondern aufgrund der Provision und zusätzlichen Kosten bei über 400.000 Dollar gelegen hätte. "Wir haben den Verlauf abgewartet und waren bereit, mussten aber feststellen, dass sich alle Experten einig waren", so Lang weiter.

Das Bad Rappenauer Museum konnte allerdings ein rotes historisches Badekostüm aus der Zeit um 1880 ersteigern, das Elizabeth Taylor 1957 in dem Film "Raintree Country" trug. Neben einem Einteiler von Marilyn Monroe und den von Brigitte Bardot getragenen Bikinis ist das Kostüm somit in bester Hollywood-Gesellschaft.

Außerdem können sich die Museumsbesucher in Zukunft über eine Fotosammlung des legendären Hollywood-Blockbusters "Der weiße Hai" von 1975, eine lebensgroße Puppe des Schauspielers Rod Steiger und eine original Walt-Disney-Gipsfigur von Arielle der Meerjungfrau, die im Kinder-Bereich stehen soll, freuen.

Hollywood-Kompetenz wird weiter erhöht

"Das rote historische Strick-Badekostüm mit Stoffgürtel und Badehaube aus dem 19. Jahrhundert ist für uns von großer historischer Bedeutung und bietet nun eine einmalige Gelegenheit, unsere Sammlung und damit auch unsere Hollywood-Kompetenz zu vertiefen", sagt Lisa Otten, Historikerin des Museums. Damit passe das Stück bestens in das kulturwissenschaftliche Konzept des im Juli eröffneten Bikini Art Museums. Das zeigt die Entwicklung der Bademode seit dem späten 19. Jahrhundert und befasst sich mit Themen wie sexueller Befreiung und Emanzipation. Ultraknappe Bikinis sind ebenso zu sehen wie Burkinis. "Wir waren selber überrascht, welche Diskussionen die Ausstellung bei den Besuchern auslöst und wie enthusiastisch viele reagieren."

"Wir wissen leider noch nicht, wann die ersteigerten Gegenstände nach Bad Rappenau kommen", erklärt Maximilian Lang. "Wir gehen davon aus, dass es in den kommenden Wochen der Fall sein wird." Insgesamt hat das Museum für die vier neuen Exponate 10.500 Dollar ausgegeben. Ein Badekleid von Sophia Loren konnten die Verantwortlichen nicht ersteigern, bei 12.000 Pfund stiegen sie aus.

 


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld.

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