Wundervolle Aussicht auf dem Ottilienbergtum

Eppingen  Darauf haben viele gewartet: Der Deutsche Alpenverein, Bezirksgruppe Eppingen, öffnet und bewirtschaftet alle zwei Wochen sonntags den Ottilienbergtum.

Von Nicole Theuer

Wundervolle Aussicht
"Der Turm isch uff", heißt es seit gestern jeden zweiten Sonntag im Monat. Damit ist Eppingen um eine touristische Attraktion reicher. Foto: Franz Theuer

Regelmäßig, meist am zweiten Sonntag im Monat, öffnet die Bezirksgruppe Eppingen der Sektion Heilbronn des Deutschen Alpenvereins (DAV) das Tor zum Turm auf dem Ottilienberg. Gleichzeitig bietet der Verein im Vereinsheim Speisen und Getränke an. Eine Art sommerlicher Besenwirtschaft soll hoch über den Dächern der Stadt etabliert werden. Jetzt war es soweit. "Der Turm isch uff" hieß es zum ersten Mal an diesem Sonntag.

Die Nachfrage der Besucher, den Turm besteigen und die tolle Panoramasicht genießen zu können, gibt es schon länger, wie Elke Funk, die im Leitungsteam für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, erklärt. Warum dem so ist? "Man hat von oben eine tolle Panoramasicht", schwärmt Elke Funk, "man kann bei gutem Wetter den Schwarzwald, den Steinsberg, den Pfälzer Wald und manchmal sogar auch die Vogesen sehen." Vor allem im Mai und Juni, so Klaus Zürner, Leiter der Bezirksgruppe, "ist es oben auf dem Turm ein Traum, denn bei kaltem Wetter und klarer Sicht hat man einen unglaublichen Weitblick."

Gründliche Prüfung im Vorfeld

Der Öffnung des Turms für die breite Öffentlichkeit ist keine Selbstverständlichkeit, ihr ging eine penible Prüfung voraus. "Vor zwei Jahren hat die Stadt einen Aufruf gestartet, wer sich bereit erklärt, den Turm zu öffnen und wieder zu schließen", erinnert sich Zürner. "Dass der vorher nicht zugänglich war, lag daran, dass man genau prüfen musste, ob das Geländer im Inneren hoch genug ist." Ist es, das ergab die Inspektion. Seitens der Stadt sind die Mitglieder der Bezirksgruppe angehalten, das Tor des Turms geschlossen zu halten, wenn zu viele Besucher den Weg auf den Ottilienberg finden. "Am 1. Mai haben wir es zugelassen. Es waren zu viele Leute und deren Sicherheit muss gewährleistet sein", so Zürner.

Leider spielte das Aprilwetter im Mai der Bezirksgruppe gleich bei der ersten Turmöffnung am Muttertag einen Streich. Nur wenige kamen bis zum späten Vormittag auf den Eppinger Hausberg. Zum Beispiel ein Ehepaar aus dem Schweizer Kanton Solothurn, dessen Hauptstadt Partnergemeinde von Heilbronn ist. Deshalb weilte es auch im Kraichgau. "Am Samstag haben wir die Bundesgartenschau besucht", erzählte die ältere Dame, "und da sich so ein Ausflug wegen eines Tages nicht lohnt, verbinden wir den Buga-Besuch mit einem Kurzurlaub."

Turmbesichtigung stößt auf Begeisterung 

Und der führte unter anderem auf den Turm des Ottilienbergs. Rund 90 Stufen erklommen die beiden. "Die Aussicht ist fantastisch", schwärmte der Mittsiebziger. "Ich bin immer wieder fasziniert, wie weit man von einem solchen Aussichtspunkt blicken kann." Mit ein bisschen Erfahrung und geografischen Kenntnissen, "ist man in der Lage, einzelne markante Punkte zu erkennen." Den Schwarzwald habe er ausmachen können, "durch den sind wir auf unserem Weg nach Heilbronn schließlich auch gefahren." Nach der Turmbesteigung stärkte sich das Paar mit Proviant aus dem Rucksack, "da wir nicht gewusst haben, dass hier heute offen ist."

Das war einer Wandererin, die es sich auf der rustikalen Holzsitzgruppe im Innenhof des Areals gemütlich gemacht hatte, durchaus bewusst. Genau deshalb war sie gekommen. "Ich war schon des Öfteren hier, aber leider war die Hütte immer zu", erzählte die ältere Dame, "und heute bin ich hier, weil ich neugierig war, was es gibt." Essen wolle sie nichts, nur mal schauen. "Aber es duftet schon verführerisch."

Dem Duft nicht widerstehen konnte ein anderer Besucher. "Kompliment an die Küche", schwärmte der Eppinger schon nach dem ersten Bissen, den er von seinem Nudelgericht gekostet hatte. "Es schmeckt super."


Das Programm des DAV

Der nächste Öffnungstermin des Vereinsheims und des Turms ist der 30. Mai. "An Christi Himmelfahrt findet hier immer ein ökumenischer Gottesdienst statt", macht Klaus Zürner deutlich, "und danach gibt es eine Bewirtung." Am 9. Juni öffnet dann wieder die sommerliche Besenwirtschaft der Bezirksgruppe ihre Pforten, außerdem "isch d´Turm wieder uff". Am 19. Mai lädt Wanderführer Uwe Petri zur Monatstour in den nördlichen Schwarzwald ein. Und Am 29. Mai gibt es auf dem Ottilienberg einen Festabend zum zehnten Geburtstag der Bezirksgruppe.


 


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