Wohnbau ist in Hüffenhardt das Thema des Jahres

Hüffenhardt  Die Kür liegt erst einmal auf Eis: Bürgermeister Walter Neff spricht über Maßnahmen, die geschoben werden müssen, und den Bürgerbus, der seit Sommer zum S-Bahn-Haltepunkt in Hassmersheim fährt.

Email
Die Kür liegt erst einmal auf Eis

Kleine Baumaßnahme, große Wirkung: Der Kreuzungsbereich Staugasse/Mühlweg wird derzeit um einen durchgehenden Gehweg ergänzt.

Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Große Sprünge sind in dem 2000 Einwohner starken Hüffenhardt derzeit nicht möglich. Hatte die Gemeinde 2018 noch ein starkes Finanzjahr, muss sie nun vorläufig auf einzelne Vorhaben verzichten.

Die Steuereinnahmen sinken, die Kreisumlage beträgt 120.000 Euro mehr als 2019. "Es gibt Maßnahmen, die geschoben werden müssen", sagt Bürgermeister Walter Neff und nennt als Beispiel die Neugestaltung der Bohnengasse.

Freiwillige Ausgaben, etwa für den Wasserturm, den einzelne Gemeinderäte gerne gekauft hätten, könne man sich derzeit überhaupt nicht leisten, so Neff. Hüffenhardt könne seine Pflichtaufgaben bewältigen, "muss aber die Kür auf Eis legen". Der Haushaltsplanentwurf wird bei der Gemeinderatssitzung am 19. Februar vorgelegt.

Bauplätze gegen Abwanderung

Kleinere Wohnbaumaßnahmen wie die Bereitstellung von zwei Bauplätzen im Wohngebiet "Berg", fünf bis sechs Bauplätzen am Mühlweg, fünf Plätzen in der Verlängerung der Kantstraße oder zwölf Bauplätzen im Hüffenhardter Ortsteil Kälbertshausen können 2020 auf den Markt gebracht werden.

Wohnbau, "das ist unser Thema in diesem Jahr", sagt Bürgermeister Walter Neff. Die örtliche Nachfrage sei stark. Die Abwanderung vor allem von jungen Leuten wolle man vermeiden. Hüffenhardt ist ein Wohnort, von dem aus man schnell in der Natur ist. Mann & Schröder mit Sitz in Siegelsbach baut an seinem Produktionsstandort Hüffenhardt derzeit eine weitere Halle. Im Ortskern gibt es etwas Gastronomie. Seit Sommer pendelt ein Bürgerbus zum S-Bahn-Haltepunkt nach Hassmersheim.

Dorffest in Siegelsbach

Das Vereinsleben ist rege. Ein Höhepunkt des zurückliegenden Jahres war für Walter Neff das Dorffest, weil es die Gemeinschaft am Ort stärke. Dieses Jahr wird pausiert: "Wir wechseln uns immer mit Siegelsbach ab", sagt Walter Neff. Dort wird am Samstag, 25. Juli, und Sonntag, 26. Juli, das Dorffest gefeiert. In Hüffenhardt war das größte überörtliche Thema 2019 der Verkauf des Wohn- und Pflegezentrums. Das war viele Jahre in der Hand der Neckar-Odenwald-Kliniken. Die Hüffenhardter, auch Bürgermeister Walter Neff, hätten sich gewünscht, dass das auch so bleibt.

Zwischenzeitlich habe sich die Unruhe bei Personal und Bewohnern gelegt, meint der Bürgermeister. Allerdings ist der Verkauf noch nicht abgewickelt. Ursprünglich wollte das Pforzheimer Unternehmen Domus Cura zum 1. Januar 2020 einsteigen. "Es wird nicht die schlechteste Lösung sein", meint Walter Neff. Landrat Achim Brötel musste die Kritik der Hüffenhardter aber an der Vorgehensweise einstecken. Da Neff die Wiederwahl als Kreisrat im Mai 2019 verpasst hatte, ist er bei der Informationspolitik des Kreises außen vor, obwohl Hüffenhardt Standortgemeinde ist.


Ulrike Plapp-Schirmer

Ulrike Plapp-Schirmer

Autorin

Ulrike Plapp-Schirmer arbeitet seit 1993 bei der Heilbronner Stimme, über ein Jahrzehnt lang war sie Teil der Kraichgau Stimme in unserer Außenredaktion in Eppingen. Neben der lokalen Berichterstattung hat sie in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Literaturkritiken geschrieben. Sie gehört den Thementeams „Kultur“ und „Migration und Kirche“ an.

Kommentar hinzufügen