Weiterentwicklung ist eine Daueraufgabe in Bad Rappenau

Bad Rappenau  Im Bad Rappenauer Wahlkampf geht es um bezahlbaren Wohnraum, Handel und Gewerbe und eine lebendige Stadt.

Von Ulrike Plapp-Schirmer

Weiterentwicklung ist eine Daueraufgabe

Die Innenstadtbelebung und die Stärkung des Handels wird auch den neuen Gemeinderat in Bad Rappenau beschäftigen.

Fotos: Ulrike Plapp-Schirmer

Von allen 46 Gemeinden im Landkreis Heilbronn hat Bad Rappenau die meisten Sonnentage im Jahr: In der Kurstadt ist der Himmel fast immer blau. Als "Seebad fern vom Meer" warb das Sole-Freibad, das 1935 gebaut wurde, lange Zeit um Gäste.

Große Kreisstadt ohne Industriegebiet

Die Sole: Ihr verdankt Bad Rappenau den Status als Kurstadt. Sie ist bis heute das hauseigene Heilmittel, das in den fünf kommunalen Klinikbetrieben eingesetzt wird. Bad Rappenau ist eine vielschichtige Stadt: Kurort, Austrägerin der Landesgartenschau 2008, stark nachgefragter Wohn- und Gewerbestandort. Ein Industriegebiet hat Bad Rappenau nicht.

Bei den Gewerbesteuereinnahmen liegt die Stadt nach wie vor hinter den meisten Großen Kreisstädten im Land zurück. Ein Problem. Denn Bad Rappenau hat acht Ortsteile, in denen eine Infrastruktur mit Kindergärten und Schulen, Friedhöfen, Sporthallen und -plätzen unterhalten werden muss.

Hauptamtsleiter Wolfgang Franke vergleicht die Struktur der Flächengemeinde (78 Quadratkilometer) daher auch nicht mit Neckarsulm, sondern mit Eppingen und Sinsheim.

Doch anders als diese beiden Kraichgau-Gemeinden hat Bad Rappenau nur noch im Ortsteil Fürfeld einen Ortschaftsrat. Der, so Franke, steht derzeit nicht zur Debatte.

Der Gemeinderat hat daher vor kurzem der Kernstadt einen weiteren Sitz zugeschlagen. Die Einwohnerzahl Bad Rappenaus beträgt aktuell 21 925.

Weiterentwicklung ist eine Daueraufgabe

Mit Ausnahme von Wollenberg und Treschklingen hat Rappenau in allen Ortsteilen Grundschulen. Die in Bonfeld wird derzeit saniert. Die Schüler lernen im Container.

Ziemlich genau die Hälfte lebt in der Kernstadt. Die Ortsteile sind mit 18 Sitzen im Gemeinderat vertreten, die Kernstadt mit elf plus den vier garantierten Sitzen für Zimmerhof. Das Dorf gehörte einst zu Heinsheim, wurde 1950 aber zur Kernstadt dazu geschlagen und in den 80er Jahren Wohnbauschwerpunkt für Spätaussiedler. Mit derzeit 1900 Einwohnern ist Zimmerhof eigentlich Ortsteil Nummer neun.

Interessant für Jung und Alt

Die besondere Herausforderung der Kernstadt ist es, für Jung und Alt interessant zu bleiben. Während die Bevölkerung in den Ortsteilen eher jünger ist, wird Bad Rappenau heute noch gerne als Alterswohnsitz gewählt. Die gute medizinische Versorgung, gut aufgestellte Kureinrichtungen, das Rappsodie, der Stadtbahnanschluss, die drei großen Parks und das kulturelle Programm, das Kulturamt, BTB, VHS und zahlreiche Vereine auf die Beine stellen, zieht Menschen aus dem Umland an.

Im Kurgebiet werden nicht nur in der Salinenstraße immer mehr Wohnungen gebaut. Das Gebiet ist attraktiv, die Preise sind hoch, und trotzdem gehen die Wohnungen weg wie warme Semmeln.

Weiterentwicklung ist eine Daueraufgabe

"Auch Bad Rappenau wächst", sagt Wolfgang Franke, "mit allen Vor- und Nachteilen." Weist eine Gemeinde ein Wohngebiet aus, muss die Infrastruktur nachziehen. Die Gestaltung der Innenstadt und die Schaffung von neuem, auch bezahlbarem Wohnraum wird in den nächsten Jahren ebenso auf der Agenda der neuen Räte stehen wie die verkehrliche Entlastung der Kernstadt durch den Bau einer Tangente zwischen der K 2120 von Bonfeld her kommend und L 1107.

Das Hallenbad ist über 50 Jahre alt und muss in den nächsten Jahren saniert werden. Die Frage nach einer gymnasialen Oberstufe an der Verbundschule ist trotz des Widerstands der umliegenden Gemeinden noch nicht vom Tisch.

Der innerörtliche Verkehr bleibt Daueraufgabe genauso wie die Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt. "Wir sind immer an der Weiterentwicklung der Stadt dran", sagt Wolfgang Franke. Auch dem neuen Gemeinderat werden die Themen nicht ausgehen.

 
 

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