Warum ausgerechnet Bad Rappenau ein Bikini-Museum bekommt

Kraichgau  Bad Rappenau erhält direkt an der Autobahnausfahrt ein Bikini-Museum, auf dessen Dach eine neun Meter hohe Skulptur montiert werden soll. Fünf Fragen und Antworten zum Museum.

Von Simon Gajer
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Was ist an einer Skulptur auf einem Museumsdach so schlimm?

So sieht die Figur aus, die auf das Museumsdach soll. Foto: Plapp-Schirmer

Vereinzelt wird kritisiert, dass in Bad Rappenau eine Frau in einem Bikini dargestellt wird. Das sei sexistisch. Museums-Inititiator Alexander Ruscheinsky versteht das nicht. Die Figur, die Boxhandschuhe in die Höhe reckt, stehe doch gerade für den Kampf der Frauen um ihre Rechte. „Über 100 Jahre lang durften selbst in Europa Frauen nicht das tragen, was sie wollten, sondern was die Gesellschaft von ihnen verlangte“, sagt Ruscheinsky. „In ganz kleinen Schritten mussten sich die Frauen ihre Rechte erkämpfen, einzelne haben hier Erfolge eingefahren.“ Die Mehrheit im Bad Rappenauer Gemeinderat hat nichts gegen die Darstellung: Das Gremium erlaubt, dass die Frau aufs Dach darf.


Wer ist der Macher des Museums?

Alexander Ruscheinsky ist Geschäftsführer der Regensburger 24-Autohof-Kette, die mit zwei Standorten im Kraichgau vertreten ist. Zur Kette gehört auch das Hotel am Autohof im Bad Rappenauer Gewerbegebiet Buchäcker, das erweitert wird. Darin entsteht das Museum.


Was gibt's im Museum zu sehen?

Die Hotel-Erweiterung mit Bikini-Museum befindet sich aktuell im Bau. Foto: Gajer

Das Museum, das auf mehrere Hundert Bekleidungsstücke zugreifen kann, will sich der Geschichte der Bademode widmen. Die Parallelität der gesellschaftlichen Stellung der Frau und das Recht auf Selbstbestimmung der Kleidung werde ein zentrales Thema im Museum sein, sagt er. 


Wann geht es los?

Das Museum soll im Dezember eröffnen, die zusätzlichen Zimmer fürs Hotel sollen früher genutzt werden können.


Bad Rappenau und Bademode: Da war doch etwas.

Stimmt, und deshalb bewirbt Ruscheinsky Bad Rappenau auch gern als Hauptstadt der Bademode.Die Wiege der Textilfirma Felina aus Mannheim liegt in der Bad Rappenauer Kirchenstraße. Und das Bademodenunternehmen Wilhelm Söhne GmbH & Co. KG, besser bekannt durch die Marke Benger Ribana, ist nach der Insolvenz zwar Geschichte. Der einst größte Arbeitgeber im Ort blieb der Stadt allerdings gewissermaßen erhalten: Badeanzüge und -hosen, die der Stadt gehören, werden im Bikini-Art-Museum zu sehen sein.

 


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