Von Muttersprachlern arabisch lernen

Bad Rappenau  In der Bad Rappenauer Volkshochschule wird ab Dienstag ein Arabisch-Kurs angeboten. Zwei syrische Lehrerinnen bringen den Teilnehmern die Grundlagen der Sprache bei. Ein paar freie Plätze gibt es noch.

Von Muttersprachlern lernen

In ihrer syrischen Heimat haben sie als Lehrerinnen gearbeitet, jetzt möchten sie den Bad Rappenauern ihre Muttersprache näherbringen.

Foto: Elfi Hofmann

Deutsche Sprache, schwere Sprache. So heißt es oft bei Menschen, die nicht damit aufgewachsen sind, und auch bei Personen, die ihnen die Sprache beibringen möchten. Nada Hamweih und Nesrin Ose schütteln den Kopf. "Arabisch ist auch nicht einfach", sagen sie. Die beiden bieten an der Volkshochschule in Bad Rappenau ab kommenden Dienstag einen Arabisch-Kurs für Anfänger an. Und damit können sie endlich wieder in ihren Beruf zurück: Die beiden Syrerinnen haben in ihrem Heimatland als Lehrerinnen gearbeitet.

Sprachbegabte Lehrerinnen

Nada Hamweih hat Englisch auf Lehramt studiert, Nesrin Ose ist Französischlehrerin. "In Syrien wird schon in der ersten Klasse Englisch gelernt", erzählt Hamweih. Die 37-Jährige lebt seit zwei Jahren in Bad Rappenau. Nesrin Ose ist seit einem Jahr hier. "Ich habe gleich am dritten Tag mit dem Deutschkurs angefangen", erinnert sie sich. Neben Französisch und Arabisch, das in ihrem Heimatland Amtssprache ist, kann sie sich auch auf Griechisch verständigen.

Ihre Muttersprache ist allerdings Kurdisch. "Zuhause haben wir Kurdisch gesprochen, ansonsten Arabisch", erzählt die 41-Jährige. Deutsch sei im Vergleich zu den anderen Sprachen nicht schwerer oder leichter. Kompliziert sei es, alles unter einen Hut zu bekommen. Denn beide Frauen haben Kinder, die ihre volle Aufmerksamkeit fordern. Hausaufgaben bringen aber auch die Mütter mit nach Hause.

Organisation ist alles

"Das ist bei einigen Frauen ein Problem", weiß Jeanette Renk-Mulder, im Rathaus als Beauftragte für Flüchtlinge und Integration tätig. Denn während des Deutschkurses muss auch der Nachwuchs betreut werden. Deshalb seien gerade zu Beginn mehr Männer gekommen. Zuhause hört das intensive Lernen aber nicht auf. "Wir machen uns einen Plan, was wir am Tag machen wollen", erzählen die Lehrerinnen.

Ihre Ehemänner unterstützen die beiden

"Man muss mit anderen in Kontakt kommen, um die Sprache zu lernen", sagt Nada Hamweih. Deshalb kam es ihnen auch nie in den Sinn, einfach zu Hause zu sitzen und die neue Sprache nicht zu lernen. Wenn Elternabende sind, möchten sie alles verstehen. Und auch beim Einkaufen wollen sie sich verständigen können. Es gebe viele Frauen, die arbeiten gehen möchten, sagt Jeanette Renk-Mulder. Und viele tun es auch.

Mit dem Vorurteil, dass die meisten Männer ihre Frauen davon abhalten wollen, möchte sie aufräumen. "Das stimmt so nicht." Das bestätigen auch die Lehrerinnen. "Mein Mann hilft mir beim Lernen und auch beim Kochen", sagt Nesrin Ose. In der Familie Hamweih teilt man sich die Arbeit auf. "Wenn mein Mann sagen würde, ich soll nicht gehen, würde ich es trotzdem machen", erzählt die 37-Jährige lachend.

Das erwartet die Teilnehmer im Kurs 

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Arabisch-Kurs sind also da. Am Dienstag soll es losgehen. Und noch gibt es freie Plätze.

Die Teilnehmer lernen, wie sie sich in unterschiedlichen Situationen verständigen, begrüßen und wie ihr Name in arabischer Schrift geschrieben wird. Die ist neben der Grammatik das Schwierigste. 28 Buchstaben hat das Alphabet, zwei mehr als im Deutschen. "Wir möchten, dass die Leute zufrieden sind und davon profitieren", sagt Nesrin Ose. Besonders Freiwillige, die mit Flüchtlingen arbeiten, sollen angesprochen werden. Der Kurs ist aber für alle offen.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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