Vielfalt bei der Kneipennacht kommt bei Besuchern an

Eppingen  Neun Bands, neun Kneipen, hunderte Besucher. Auch die 15. Eppinger Kneipennacht am Samstagabend war ein Erfolg. Mancherorts fällt es den Gästen schwer, sich von den Musikern loszueisen, um die nächste Lokalität zu besuchen.

Von Nicole Theuer

Vier Stunden pilgerten die Besucher zwischen Ahnenkeller, Grünem Hof, Sportheim des VfB Eppingen und Reiterstüble durch die Stadt, teils zu Fuß, teils mittels des eingesetzten Busshuttle. „Eine tolle Veranstaltung mit tollen Bands, wobei für jeden Geschmack etwas dabei ist“, fasste Roman Neumann den Abend zusammen.

20 Uhr. Es ist stürmisch, der Wind pfeift durch die Gassen der Fachwerkstadt, die noch menschenleer sind. Im Ahnenkeller kann man die Besucher an einer Hand abzählen, Musik läuft vom Band. Entspannt genießen die wenigen Musikfreunde ein kühles Palmbräu oder ein Gläschen Sekt. Eine Stunde später ein anderes Bild. Auf der Altstadtstraße pulsiert das Leben, das Parkhaus an der Wilhelmstraße füllt sich, immer mehr Besucher zieht es in die acht Kneipen.

Die raue Stimme von Chris Löhner

Im Ahnenkeller, wo Chris Löhner, Frontmann der Partyband Gin Tonic gleich in die Saiten greifen wird, stehen die Besucher Schulter an Schulter, die Temperatur im Raum steigt ebenso wie die Stimmung. Kaum sind die letzten Töne von der aufgelegten CD verklungen, erklingt Löhners Stimme. Rau. Tief. Raumfüllend. Wie ein Cowboy in den Weiten des Wilden Westens, so klingt der Sänger, dessen Stimmlage ein bisschen an John Wayne erinnert.

Schnell zieht der Sänger seine Zuhörer in ihren Bann, viele können sich gar nicht mehr losreißen und bleiben einfach. „Riesig. Das ist ein wirklich exzellenter Sänger, dem könnte ich den ganzen Abend zuhören“, findet Alisia Ziegler, „aber meine Freundinnen möchten natürlich auch die anderen Locations besuchen.“ Schweren Herzens riss sie sich los und stieg mit den Freundinnen in den Bus in Richtung Reiterstüble.

Quasi ein Heimspiel für Tube Creeks

Die Tube Creeks sind im Reiterstüble aufgetreten. Foto: Theuer

Dort ist es schon früh voll, die Tube Creeks, eine Band aus dem Eppinger Stadtteil Rohrbach, deren Schlagzeuger aus Sulzfeld kommt, hat quasi ein Heimspiel. Gute Rockmusik interpretiert das Quartett gekonnt und reißt die Besucher mit. Die erweisen sich als textsicher, viele Passagen singt der vielstimmige Chor mit. Thomas Wabbel, einer der beiden Betreiber des Reiterstübles, ist begeistert. „Die Jungs sind super, die sorgen für Stimmung.“

Die steigt immer weiter. „Hier bleiben wir für den Rest des Abends“, beschließen Andrea und Rolf Zimmermann spontan. „Wir waren schon im Café Geier, aber dort hat es uns gar nicht gefallen“, erzählt das Paar, das aus Sinsheim gekommen ist und schon einige Kneipennächte in der Fachwerkstadt besucht hat. „Die beiden Musiker wären nicht schlecht, aber ihre Interpretationen sind doch sehr eigenwillig, da erkennt man das Original manchmal kaum“, fasste Andrea Zimmermann ihre Eindrücke aus dem Café zusammen.

Die richtige Mischung an Liedern

Aus dem Zabergäu sind Michael und Doria Michel gekommen. „Wir haben unsere Tour im Sportheim begonnen, denn wir haben Flugrost schon zweimal in Gemmingen gehört und es hat uns gut gefallen.“ Die Mischung, das Repertoire der Band, die sich aus Musikern aus der Region zusammensetzt, hat dem Paar gefallen. „Meine Frau liebt italienische Lieder, ich stehe mehr auf deutsche und englische Songs“, erzählt Michael Michel. „Deshalb ist die Kneipennacht für uns genau das Richtige, denn hier findet jeder uns Musik nach seinem Geschmack.“ Mal kürzer, mal länger bleibt das Paar in den einzelnen Kneipen, denn „wir haben uns vorgenommen, die komplette Tour zu machen.“

Gezielt ist Heinrich Lorenz gekommen. „Seit ich Sinful Touch zum ersten Mal gehört habe, bin ich von der Band begeistert“, erzählt er in Verschnaufpause im Grünen Hof. „Ich bin großer Rockfan, habe aber keinen richtigen Lieblingsinterpreten, so dass mir die Mischung der Songs total gefällt.“ 


Martin Meinzer ist der Mann hinter der Kneipennacht

Wie bei den vorangegangenen 14 Kneipennächten lag die Organisation wieder in den bewährten Händen von Martin Meinzer. Mainzer ist seit mehr als 20 Jahren Berufsmusiker und veranstaltet seit 16 Jahren Kneipennächte. Eppingen ist nach Lauf die älteste Veranstaltung in Meinzers Kalender. Die Bands werden von ihm ausgesucht und auf die verschiedenen Kneipen verteilt. Neben Chris Löhner (Ahnenkeller), Sinful Touch (Grüner Hof), Flugrost (VfB Sportheim), Tube Creeks (Reiterstüble), Both Ways (Café Geier) standen auch Günther Goller (La Cage/Malibu), Duo Stumpf (Andy´s) und DJ (Friends Shisha Lounge) auf der Bühne. In der Kaffeebar Melli war Sammy Daniels zu hören. 

 


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