Ulrich Müller leitet seit Schuljahrsbeginn das Eppinger Hartmanni-Gymnasium

Eppingen  Als Nachfolger von Uwe Wittwer-Gärttner trat Ulrich Müller im September in große Fußstapfen. In seinem ersten Jahr als Rektor ist er mit zahlreichen Situationen konfrontiert, die nicht alltäglich sind.

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Früher war er der jüngste Schulleiter Baden-Württembergs, heute ist Ulrich Müller Rektor des Hartmanni-Gymnasiums.

Foto: Elfi Hofmann

Seit Beginn des Schuljahrs im vergangenen September ist Ulrich Müller Rektor des Hartmanni-Gymnasiums. Auch wenn die Stadt Eppingen für den 48-Jährigen Neuland war: Als Schulleiter hat Müller bereits umfangreiche Erfahrungen gesammelt. "Ich war damals der jüngste Rektor in Baden-Württemberg", erzählt er. Damals ist mittlerweile 16 Jahre her.

Offene und freundliche Menschen

Mit 32 Jahren leitete Müller das Leonardo-da-Vinci-Gymnasium in Neckargemünd. "Mein Baby" nennt er die Schule für Hochbegabte, wo er den ersten Schülerjahrgang zum Abitur führte. Nach Stationen in Obersulm und St. Leon-Rot verschlug es den dreifachen Vater im Sommer in den Kraichgau. "Es ist toll hier", sagt Müller. Eppingen sei ein schönes Städtchen mit vielen offenen und freundlichen Menschen.

Diese Atmosphäre scheint auch auf das Kollegium abzufärben, das Ulrich Müller in höchsten Tönen lobt. Bevor alle Schulen und Kindergärten im Land geschlossen wurden, habe kein Kollege gefragt, ob er zu Hause bleiben könne. Auch während des Sturmtiefs Sabine seien viele Lehrer bereits um 7 Uhr vor Ort gewesen, um für die Kinder, die den Weg auf sich genommen haben, da zu sein. "Alle haben einen hohen Arbeitsethos und identifizieren sich total mit der Schule", sagt der Rektor. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern laufe sehr gut. "Und wenn Lehrer und Eltern so toll sind, können die Schüler ja auch nur klasse sein", sagt Müller lachend.

Identität ist das Schulfundament

Die Schule auf links krempeln hat Ulrich Müller nie geplant. Ein bis zwei Jahre will er beobachten und sich ein Bild vom Alltag machen. "Es wäre ja blöd, wenn ich komme und sage, ich mache jetzt alles anders", erklärt er. Neben den Stolpersteinen, die es überall gebe, ist ihm vor allem das Fundament, also die Identität der Schule wichtig.

Langfristige Ziele hat der Schulleiter natürlich trotzdem. Neben der Qualität des Unterrichts will er den Campusgedanken und gemeinsame Projekte zwischen den verschiedenen Eppinger Bildungseinrichtungen weiter ausbauen. "Ich träume davon, dass die Grenzen zwischen den Schularten weiter verwischen", so Müller. Ein großes Anliegen ist ihm auch die Demokratieerziehung und der weitere Ausbau als nachhaltige Schule.

Medienentwicklung vorantreiben

Passend zur aktuellen Schulschließung will Ulrich Müller auch die Medienentwicklung weiter ausbauen. "Wir sind medial gut aufgestellt, aber müssen die Möglichkeiten mehr ausschöpfen", sagt er. Und schließt sich dabei selbst mit ein. Vor einigen Jahren habe er eine Fortbildung für die Lernplattform Moodle besucht, sich aber lange nicht mehr damit beschäftigt. Jetzt wäre das System eine Möglichkeit, den Schülern zu Hause Material zur Verfügung zu stellen.

Auch wenn die aktuelle Lage die Arbeit als Rektor nicht unkompliziert macht: Einen anderen Beruf möchte Ullrich Müller nicht ausüben. "Ich wollte immer Lehrer und später dann Schulleiter werden", sagt er. Einen Plan B habe es nie gegeben.

Wenn das Hartmanni-Gymnasium nach den Osterferien vielleicht wieder öffnet, hat der Rektor einen Wunsch für seine Schule: "Ich hoffe, dass wir uns alle gesund und erholt wiedersehen und uns dann überlegen, was uns zusammengehalten hat."

 


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Elfi Hofmann ist seit April 2019 bei der Heilbronner Stimme und dort vor allem im Kraichgau unterwegs. Sie ist für Bad Rappenau, Siegelsbach und Hüffenhardt zuständig und gehört dem Thementeam Umwelt an.

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