Stadt lässt bei Richener Umfahrung nicht locker

Eppingen  Viele Richener winken bei dem Thema nur noch ab. Die Stadt Eppingen ist aber entschlossen, auch weiterhin dicke Bretter zu bohren: Eine Umfahrung des Stadtteils bleibt das Ziel, betont Oberbürgermeister Klaus Holaschke im Gespräch mit Stimme.de.

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Viel Verkehr in der Ortsdurchfahrt von Richen. Foto: Hettich

Bei seiner Neujahrsansprache war der Rathauschef etwas in der Bredouille, steckte er doch mitten in der Kampagne zu seiner Wiederwahl. Auch wenn Holaschke als Alleinkandidat antrat und letztlich mit fast 99 Prozent Stimmenanteil gewann, musste er sich seinerzeit mit programmatischen Aussagen noch zurückhalten.

Eines sagte er trotzdem, sehr zur Freude der Richener: Die Umgehung des staugeplagten Stadtteils bleibt auf der Agenda. Das bekräftigt er gegenüber Stimme.de. "Die Hausaufgaben sind im Werden", erläutert Holaschke.

Gutachten ist in Arbeit

Gemeint ist ein sogenanntes Verkehrsführungskonzept, das nicht nur die seit Jahrzehnten geforderte Westtangente um Richen herum beinhaltet. Die Umfahrung werde realistischerweise nicht in wenigen Jahren kommen, so der OB. Deshalb ist ein Büro beauftragt, abermals die Verkehrsströme in Richen, aber auch in Gemmingen und Ittlingen in den Fokus zu nehmen.

Die Richener Forderung ist klar: Vertreter des Ortes wollen Entlastung vom Verkehr, ohne dass ein Jahrzehnt und mehr ins Land geht. Vergangenes Jahr setzte der Ortschaftsrat ein Ausrufezeichen und forderte: Lastwagen über 7,5 Tonnen sollen auf der Gemminger und der Stebbacher Straße nicht mehr fahren dürfen. Aus Gemmingen kam damals eine Solidaritätsbekundung, verbunden mit Bedenken im Detail. Die Sorge vor Ort ist vor allem, dass ortsansässigen Unternehmen nicht die Durchfahrt durch beide Straßen blockiert sein dürfe.

Gemeinden gehen gemeinsam vor

Der Umweg führt über die B293, durch die Ittlinger Straße in Richen und dann weiter zur Autobahn. Durch das Zentrum Richens würde also eher mehr Verkehr rollen, wenn man die Straßen im Ostteil entlastet.

Was die Umfahrung angeht, bleibt es dabei: Die Stadt und ihre Nachbargemeinden werden weiter Lobbyarbeit beim Land betreiben müssen, das die ersehnte Tangente seit vielen Jahren ganz hinten in der Prioritätenliste einordnet. Die Gemeinden waren schon einmal in Vorleistung gegangen und hatten Verkehrsuntersuchungen finanziert.

Land ist für das Projekt verantwortlich

Grundlage der Überlegungen bleibt nach wie vor die sogenannte kleine Westtangente. Klein deshalb, weil vor Jahren auch einmal eine Variante im Gespräch war, die das weiter nördlich gelegene Ittlingen gleich mit entlastet. Ob die Umgehungsstraße kommt oder nicht, für Ittlingen wird sich dadurch wenig ändern. Allerdings soll im Elsenztaldorf die Ortsdurchfahrt im Zuge der L592 verlegt werden - weg von den Häusern, hin zu den Gleisen. Wann der Bau beginnt, ist weiterhin schwer abzuschätzen.

Laut Rathaus laufen die Vorarbeiten, demnächst soll ein Fachbüro sein Verkehrsgutachten vorstellen. Das Land ist verantwortlich für das auf 2,5 bis drei Millionen Euro taxierte Projekt.


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Kommunalpolitik, Verkehr und den Kraichgau.

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