Schicker sitzen am See: Elsenzer Kiosk wird umgebaut

Eppingen  Der Kiosk am Elsenzer See ist schwer beliebt und leicht verbaut. Die Stadt investiert 240.000 Euro, um das architektonische Sammelsurium zu ordnen und dem Pavillon eine schicke Holzfassade zu spendieren. Bis zur nächsten Badesaison soll alles fertig sein.

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Schicker sitzen am See: Elsenzer Kisok wird umgebaut
So soll der Kiosk in Elsenz zur nächsten Badesaison aussehen: Die Holzoptik der Fassaden orientiert sich an historischen Tabakscheunen, die für den Eppinger Stadtteil typisch sind. Darstellung: Stadt Eppingen

Der See im Stadtteil ist ein viel besuchtes Naherholungsgebiet. In der warmen Jahreszeit tummeln sich hier die Ausflügler, dann brummt auch das Geschäft im Kiosk. Die bauliche Situation freilich "bietet noch Potenzial", wie es die Verwaltung in der Vorlage für den Technikausschuss des Gemeinderats diplomatisch ausdrückte. Immer wieder habe der Pächter auf eigene Kosten an- und umgebaut, etwa einen separaten Blechverhau für die Müllbehälter angefügt.

Oprik erinnert an historische Tabakscheunen

Die Hütten-Ansammlung soll wieder zur Lösung aus einem Guss werden. Die Pläne sehen vor, Elektrik, Toiletten und Oberflächen auf Vordermann zu bringen, wo es nötig ist. Der Baukörper wird wieder symmetrisch. Der Clou: Der Pavillon bekommt eine Fassade aus horizontal angebrachten Holzlatten verpasst. Die Optik erinnert an die Verkleidung der Tabakscheunen, die für den Ort typisch waren.

Große Schiebetüren ermöglichen es, den Innenraum ebenfalls zur Außengastro zu machen. Erstmals wird es möglich sein, den Kiosk auch im Winter für einzelne Veranstaltungen zu nutzen. Dafür werden Infarotheizplatten eingebaut. Umkleidekabinen für Badegäste sind nicht vorgesehen. Dafür gibt es aber jetzt schon neben dem Kiosk einen Sichtschutz aus Beton, er bleibt erhalten.

Zeit drängt: Bis zur Badesaison soll alles fertig sein

Schicker sitzen am See: Elsenzer Kisok wird umgebaut

Der Kiosk am Elsenzer See ist bei Besuchern beliebt. Architektonisch wirkt der Pavillon durch mehrere Anbauten zusammengeschustert.

Foto: Alexander Hettich

"Wir müssen das jetzt ins Laufen bekommen", verwies Baubürgermeister Peter Thalmann darauf, dass die Zeit drängt. Wenn die Saison im Mai richtig losgeht, soll der neue Kiosk stehen. Der Pachtvertrag wurde gekündigt, er soll neu ausgeschrieben werden.

Die Fraktionen im Ausschuss begrüßten das Vorhaben. Es sei der "logische nächste Schritt", sagte SPD-Sprecher Hartmut Kächele. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren einiges in den See investiert. Nachdem vor Jahren eine Algenplage das Badevergnügen beeinträchtigte, wurde das Gewässer ausgebaggert, der Zufluss neu gestaltet. Am Südufer ist ein Strand gebaut worden. Eine Anlage für die Trend-Kraftsportart Calisthenics kommt hinzu.

Seit 2018 gibt es eine Badeausfsicht am See, die in den Zeiten des größten Publikumsverkehrs ein Auge auf das Gewässer hat. Eine "wirkliche Verbesserung" sieht Jörg Haueisen von den FreienWählern im Umbau des Pavillons, der "ein echter Treffpunkt" sei. Auch Klaus Scherer von der CDU sieht die Schönheitskür als notwendig an.

Neue Seeterrasse könnte später kommen

Skeptisch zeigte sich Peter Wieser von den Grünen, weil in der Vorlage auch eine Seeterrasse aus Holzplanken auftaucht. Sie macht sich in den Animationen besonders schick, ist in der Investition von 240.000 Euro aber nicht enthalten. Es gebe "keine Verquickung" der beiden Komponenten", betonte Bürgermeister Thalmann auf Wiesers Frage hin. Die Terrasse sei lediglich die Kür und könne zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden.

 

Alexander Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist seit 2003 bei der Heilbronner Stimme. Er berichtet über den Kraichgau, Verkehr, Pendler und Themen aus benachbarten Landkreisen. 

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