Sarina Pfründer vor zweiter Amtszeit

Sulzfeld  Amtsinhaberin Sarina Pfründer hat die Bürgermeisterwahl in Sulzfeld klar gewonnen. Laut vorläufigem Endergebnis holte sie am Sonntag 88,2 Prozent der Stimmen.

Die 38 Jahre alte Bürgermeisterin galt vorab als haushohe Favoritin bei der Wahl. Die 43-jährige Sulzfelderin Jenny Krauth hatte sich als Alternative für die unzufriedenen Bürger unter den 5000 Einwohnern positioniert. Sie holte 4,06 Prozent der Stimmen. Auf 5,23 Prozent brachte es Sascha Krolzig, Bundesvorsitzender der Splitterpartei „Die Rechte“. Er hatte bei der Kandidatenvorstellung vor allem durch fremdenfeindliche Sprüche und persönliche Angriffe auf die Konkurrentinnen auf sich aufmerksam gemacht. Dauerkandidatin Friedhild Miller brachte es auf 0,68 Prozent.

Sarina Pfründer, zuvor Hauptamtsleiterin in Brackenheim, hatte sich vor acht Jahren im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. Sie trat die Nachfolge des langjährigen Bürgermeisters Eberhard Roth an, der 2010 nicht mehr kandidiert hatte.

Kommentar von Alexander Hettich

Sarina Pfründer bleibt Bürgermeisterin in Sulzfeld. Das ist keine Überraschung, die Konkurrenz war schwach. Mit ihr bewarben sich eine Dauerkandidatin, der zugereiste Vertreter einer rechten Splitterpartei und eine Sulzfelderin, die zwar hehre Motive gehabt haben mag, aber auch keine echten Ambitionen.

Vielleicht traute sich auch kein ernsthafter Bewerber, weil es an der Bilanz der Bürgermeisterin wenig auszusetzen gibt. Sie hat in Sulzfeld einiges bewegt, seit sie vor acht Jahren die Nachfolge des langjährigen Bürgermeisters Eberhard Roth antrat. Dabei hatte sie es gleich mit ganz großen Brocken zu tun. Die Sanierung der Ravensburghalle galt als der finanzielle Kraftakt schlechthin. Die anstehende Millioneninvestition in die Schule stellt auch das noch einmal in den Schatten. Die Bürgermeisterin erwies sich dabei als geschickte Strategin im Dickicht der Förderprogramme.

Zuletzt stoppte sie das Schulprojekt, um auf einen Sonderfonds des Bundes zu warten. Der Lohn ist Millionen-Hilfe aus Berlin. Pfründer ging auch unpopuläre Wege. So wurde eine Sonderrücklage aus dem Verkauf des E-Werks, die in Sulzfeld als heilige Kuh galt, aufgelöst. Im Moment sieht es so aus, als könne Sulzfeld die immensen Herausforderungen meistern. Das ist nicht zuletzt der Verdienst der Rathauschefin. Angesichts des Bewerberfeldes hatten die Sulzfelder nicht wirklich eine Wahl. Sie haben trotzdem eine gute Wahl getroffen.