Rohrbach bleibt Baustelle bis Februar

Eppingen  Seit sechs Wochen läuft die Sanierung der Ortsdurchfahrt Rohrbach. Manchem Einwohner geht es bei dem Millionenprojekt nicht schnell genug voran. Dem Eindruck tritt die Stadt entgegen. Man sei "sehr zufrieden" mit dem Bauablauf.

Rohrbach bleibt Baustelle bis Februar

Für den Stadtteil sei es "eine sehr wichtige Maßnahme", betont Baubürgermeister Peter Thalmann. Derzeit ist zwischen Büchenstraße und Ortsausgang der Asphalt aufgebrochen, der Verkehr wird umgeleitet. Ein Zustand, an dem sich seit mehreren Wochen nicht viel geändert hat, wie aus Rohrbach zu hören ist. Laut Rathaus täuscht der Eindruck.

Zuletzt seien aufwendig Leitungen verlegt worden, die üblichen vorbereitenden Arbeiten, wie es heißt. Am Ablauf in fünf Bauabschnitten habe sich nichts geändert. Demnach sind die Erdarbeiten für den am Ortsausgang geplanten Kreisverkehr fertig, Fräsarbeiten erledigt, die erste Schotterschicht ist aufgebracht.

Kreisverkehr soll Verkehr abbremsen

Der aktuelle Abschnitt soll Ende Oktober fertig sein, die komplette Sanierung im Februar 2020. Vom neuen Kreisverkehr verspricht sich nicht nur Georg Heitlinger eine Beruhigung des Verkehrs. Nach Rohrbach hinein hat die Straße ein Gefälle. "Da wird schon schnell gefahren", beobachtet der Rohrbacher Ortsvorsteher. Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein.

Ein Dauerärgernis sind für viele Rohrbacher die vielen Schwertransporte, die meistens ein Unternehmen im benachbarten Kraichtal-Landshausen ansteuern. Während der Bauarbeiten müssen sich die XXL-Transporte andere Wege suchen, die ansonsten fast zum Ortsbild gehörenden Halteverbotsschilder haben in Rohrbach Pause. "Wir beobachten genau, wie die Transporte während der Bauzeit geführt werden", unterstreicht Heitlinger. Wenn sich brauchbare Alternativen finden, müsste auch eine dauerhafte Entlastung machbar sein, so die Hoffnung der Rohrbacher. Vorerst müssen sie aber mit der Baustelle leben - und mit der Findigkeit mancher Zeitgenossen, die abenteuerlichste Schleichwege finden. "Neulich beschwerte sich jemand, weil ein Auto durch seinen Garten gefahren sei", berichtet Heitlinger.

Kosten auf mehr als 2,2 Millionen Euro geklettert

Zu den Unbilden gehört auch, dass die Kirchweih vom 19. bis 21. Oktober nicht im Ortszentrum stattfinden kann. Sie wird ins Industriegebiet verlegt (ausführlicher Vorbericht folgt).

Am Kostenrahmen hat sich laut Stadt nach derzeitigem Stand nichts geändert. Er war allerdings schon vor Baustart deutlich nach oben korrigiert worden. Fahrbahndecke, Gehwege, Kanäle und weitere Arbeiten im Zuge der Landesstraße 553 kosten statt 1,6 mehr als 2,2 Millionen Euro. Vor allem der Kostenanteil des Landes, das an dieser Stelle für den Straßenbau zuständig ist, schoss kräftig nach oben. Hier hat das Land 1,1 Millionen Euro zu tragen - statt einer halben Million, wie es ursprünglich berechnet worden war.

 

Alexander Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist seit 2003 bei der Heilbronner Stimme. Er berichtet über den Kraichgau, Verkehr, Pendler und Themen aus benachbarten Landkreisen. 

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