Rappenauer reist zur Apple-Konferenz nach Kalifornien

Bad Rappenau  Der Bad Rappenauer Alexander Zank ist 16 Jahre alt und nimmt als Stipendiat an der Apple-Konferenz in Kalifornien teil. Nach seinem Abi möchte er am liebsten in den USA studieren.

Von Elfi Hofmann

Auf Tuchfühlung mit den ganz Großen

Für die meisten wohl Kauderwelsch: Programmiersprachen auf Rechnern. Der Schüler sieht darin seine berufliche Zukunft.

Jedes Jahr veranstaltet der Software-Entwickler Apple in Kalifornien die "Worldwide Developers Conference". Im Vorfeld dieser Konferenz können sich junge Menschen aus der ganzen Welt um ein Stipendium bewerben.

Bei der 30. Auflage Anfang Juni wird auch Alexander Zank aus Bad Rappenau mit dabei sein. Noch ist der 16-Jährige ganz entspannt, aber die Aufregung kommt mit Sicherheit noch.

Neugierde zahlt sich aus

Rotes T-Shirt, Jeans, weiße Jacke - Alexander Zank sieht aus wie viele Jugendliche. Auch die Smart Watch an seinem linken Handgelenk ist nichts Besonderes. Und doch unterscheidet sich der Schüler von anderen in seinem Alter. Schon immer habe er mit Konsolen wie von Nintendo gespielt, erzählt er. Irgendwann wollte er aber die Vorgänge im Hintergrund verstehen. "Wenn man mit vielen Geräten aufwächst, fragt man sich natürlich, wie die funktionieren", erinnert sich der 16-Jährige.

Als er zehn Jahre alt war, wollte er es dann genau wissen. Weil das Angebot in der Schule bis zur Oberstufe kaum über Tabellenkalkulation und Power Point hinaus geht, brachte er sich mit Hilfe eines Videokurses die ersten Grundlagen selbst bei. 30 Euro habe dieser damals gekostet, erzählt er. Gut investiertes Taschengeld, wie sich später herausstellen sollte. "In dem Kurs habe ich gelernt, wie man einen Raspberry Pi programmiert", erinnert er sich. Auf dem Einplatinencomputer brachte er sich auch selbst die Programmiersprache Python bei.

Gut Ding will Weile haben

Irgendwann sei aber sein Interesse an technischen Kleinigkeiten immer geringer geworden und die Liebe zum Design erwacht. Da sei es ganz praktisch, dass er von klein auf von zahlreichen Apple-Produkten umgeben war, wie er lachend erzählt. "Mit einem Mac kann man einfach kreativ arbeiten", sagt der Schüler.

Nach weiteren Kursen war für ihn mit 13 Jahren klar: "Ich will eine eigene App schreiben." Gesagt, getan? Mitnichten. Seit knapp drei Jahren arbeitet er an der App, feilt an Kleinigkeiten und größeren Baustellen. Einen Namen hat das Programm aber bereits: Studyly. "Die Idee kam mir aus einem alltäglichen Problem: Wie organisiert man sich in der Oberstufe und in der Uni richtig?"

Nicht, dass der 16-Jährige unorganisiert wirken würde. Aber bei der Entwicklung der App dachte er auch an andere, schließlich will er seine Erfindung irgendwann auch im App-Store anbieten. Wann er damit fertig ist? "Man lernt, indem man daran arbeitet. Egal, wie lange man braucht", sagt er und hört sich dabei sehr erwachsen an.

Wer jetzt das Bild eines einsamen Computernerds vor Augen hat, der irrt, denn Alexander Zank sitzt nicht nur vor seinem Rechner oder Smartphone. "Ich tanze gerne und habe auch an einem Musical teilgenommen", erzählt er. Trotzdem macht die Arbeit an der App den Großteil seiner Freizeit aus.

Die Schule leidet nicht

Auf Tuchfühlung mit den ganz Großen

Alexander Zank ist 16 Jahre alt und hat eine große Leidenschaft: Programmieren. Im Moment arbeitet er an einer eigenen App, die die Organisation in Schule und Uni erleichtern soll.

Fotos: Elfi Hofmann

Um das Apple-Stipendium zu bekommen, hat der 16-Jährige für seine Bewerbung eine digitale Visitenkarte entwickelt. "Die Vorgabe war, etwas Kreatives zu schaffen, das in drei Minuten erlebbar und für jeden verwendbar ist", erklärt er mit leuchtenden Augen. Zusätzlich musste er zwei Motivationstexte einreichen, alles auf Englisch. Eine Woche hatte er dafür Zeit. Und just in diesen sieben Tagen stand auch noch eine Englisch-Klausur an. "Die lief dann ganz ok", sagt er bescheiden, denn trotz der Doppelbelastung erreichte er 15 Punkte, die Höchstnote.

Als mitten in der Nacht die Zusage zu der Konferenz in San Jose kam, sei die Freude riesig gewesen. Damit habe er nicht gerechnet, schließlich bewerben sich jedes Jahr Hunderte junge Menschen um ein Stipendium. Und jetzt ist der Schüler einer dieser Stipendiaten. Am 1. Juni geht es nach San Francisco, am 3. Juni beginnt die Konferenz. Übrigens können auch Normalsterbliche an der mehrtägigen Veranstaltung teilnehmen. Allerdings entscheidet darüber das Los. Ein Ticket kostet 1600 Dollar, also über 1400 Euro.

Stanford ist das Ziel

Und vielleicht wird es nicht das letzte Mal sein, dass Alexander Zank in die USA fliegt, denn nach dem Abitur im kommenden Jahr möchte er studieren. "In Deutschland gibt es ein Studium, dass sich mit Design und Programmieren beschäftigt, nicht, höchstens in Potsdam oder in Karlsruhe." Deshalb ist sein Traum die Stanford University. Dort haben übrigens auch die Gründer von Google ihre Karriere begonnen.

 

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