Putenhof macht nach Großbrand weiter

Kirchardt  Nach dem verheerenden Großbrand auf dem Kirchardter Geflügelhof soll der Betrieb wie gewohnt weiterlaufen. Nach Angaben der Polizei gibt es keine Hinweise auf Brandstiftung.

Von Heike Kinkopf
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Bei dem Feuer entstand ein Sachschaden von mindestens dreieinhalb bis vier Millionen Euro. Foto: Heike Kinkopf

Kunden können weiterhin im Hofladen einkaufen, wer einen Partyservice bestellt hat, wird beliefert, versichert Sibylle Bentz vom Putenhof Bentz an der Grombacher Straße. Viele Menschen drücken Anteilnahme aus und bieten Hilfe an. Sibylle Bentz ist außerdem erleichtert, dass keinem Feuerwehrmann bei dem Einsatz etwas passiert ist. 

Es zeigt sich ein Bild der Zerstörung 

Am Morgen nach dem Großbrand in der Dienstagnacht bieten Teile des landwirtschaftlichen Anwesens ein Bild der Zerstörung. Eine fast 100 Meter lange Halle ist ein Schutthaufen. Stroh türmt sich meterhoch. Hier und da qualmt es noch immer. Rauch liegt in der Luft. Die Flammen zerstörten in der Nacht die größte von drei Hallen auf dem Geflügelhof. 500 Tonnen Weizen, 30 Tonnen Mischfutter sowie 200 Rundballen Stroh wurden vernichtet. Und vor allem: Etwa 5000 junge Puten verendeten. Der Schaden geht in Millionen-Höhe.

Dem schrecklichen Ereignis zum Trotz: Die Familie Bentz lässt sich nicht unterkriegen.  Sibylle Bentz‘ Stimme klingt fest, als sie sagt: „Man macht halt irgendwie weiter.“ Auch wenn vieles gerade durcheinandergeraten sei, der Putenhof ist ihr Geschäft, Mitarbeiter  wollen weiterbeschäftigt sein. Deshalb werde der Hofladen wie gewohnt für Kunden offenstehen, sagt Bentz. Der Partyservice wird wie mit Kunden vereinbart fortgeführt. Erst in zwei Wochen, ab dem 11. August, legt der Geflügelhof wie geplant seine offizielle Sommerpause ein. 

 

 

 

Brandursache ist wahrscheinlich ein technischer Defekt

In der vom Feuer zerstörten Halle befand sich der größte von drei Ställen. Die zwei anderen und die Schlachttiere blieben von den Flammen verschont. Dies ist dem Einsatz der 145 Feuerwehrleute zu verdanken, die in der Nacht von Montag auf Dienstag stundenlang gegen die Flammen kämpften und ein weiteres Übergreifen auf andere Stallungen verhinderten.  „Ich bin nur froh, dass keinem Feuerwehrmann etwas passiert ist, beim Versuch irgendetwas zu retten“, sagt Sibylle Bentz.   

Wie das Feuer entstanden ist, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei nimmt die Ermittlungen auf. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise auf Brandstiftung, sagt Gerald Olma, Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums, am Dienstagmorgen. Das Feuer sei im Bereich der Heizungsanlage ausgebrochen. Als Brandursache vermutet die Polizei einen technischen Defekt. Die Untersuchungen dauern an.

Nach dem Flammeninferno erfahren die Besitzer viel Zuspruch. Nachbarn bieten Bentz zufolge Hilfe und Unterstützung an, viele Anrufe gehen ein. Auch über Stimme.de melden sich Leser und fragen, wie sie helfen können. Zunächst einmal gilt es, den Hof vom Schutt und Asche zu befreien. Dies müsse eine Firma erledigen, sagt Bentz. Die Anteilnahme aber tue gut.

 

 

 


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