Oktoberfest: Die Gäste tanzen auf den Tischen

Bad Rappenau  Das Bierzelt steht Kopf. In Bad Rappenau werden Oktoberfest und Kerwe gefeiert – da kamen einmal mehr Tausende auf den Festplatz.

Von Wolfgang Müller
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Dieter Wohlschlegel vom Bad Rappenauer Touristikbetrieb (BTB) ist auch in diesem Jahr ganz von den Socken: "Die Troglauer Buam sind eine Festung", sagt der Geschäftsführer. Zehn Sekunden − schon steht das halbe Zelt auf den Bierbänken. Es ist das zehnte Konzert der bayrischen Band bei der mittlerweile neunten Auflage des Kraichgau Oktoberfestes. "Das ist längst Kult", sagt Wohlschlegel.

Mit Rock, Pop, Schlager und dem einen oder anderen eigenen Song heizen die Buam aus der Oberpfalz dem Publikum ein. Rund 1100 tanzende und singende Gäste verwandeln das Bierzelt in ein Tollhaus. Man versteht sein eigenes Wort nicht mehr. Der Bass ist bis auf den Parkplatz des jenseits der Bahngleise liegenden Einkaufszentrums zu spüren.

Kaum einer kommt in zivil zum Feiern

Gerrit Brunke ist für diesen Abend aus Siegen rund 300 Kilometer in die Kurstadt gefahren. "Die Band ist weltklasse", findet der Siegerländer. "Das Bier schmeckt gut und die Frauen sind schön." Die Krachlederne gehört für ihn dazu. Lederhose und Dirndl − kaum einer ist in zivil. Oberbürgermeister Sebastian Frei kommt im Freizeit-Look. Der Fassanstich sitzt. "Eigentlich hätte ein Schlag gereicht", sagt Frei. "Ich hab aber zur Sicherheit noch zwei Mal nachgeschlagen." Das Fest sei ein Spektakel, eine gute Sache für die Stadt und eine Belebung für die Kerwe auf dem Festplatz neben dem Bierzelt.

Prosit: Susanne Tunze ist aus Nürnberg nach Bad Rappenau angereist.

8,90 Euro kostet die Maß. "Das ist moderat", sagt Roland Brandt, Gebietsverkaufsleiter bei Distelhäuser. "Die Leute sollen sich wohlfühlen und wiederkommen." Rund 80 Hektoliter Bier fließen über die Festtage aus dem Zapfhahn, so Brandt. Außer den Troglauer Buam sorgen am Wochenende DJ Mexx, der Musikverein Siegelsbach und die Stadtkapelle Bad Rappenau für Stimmung.

Susanne Tunze ist aus Nürnberg angereist und hat sich fürs Oktoberfest eigens einen freien Tag genommen. "Das Fest ist wirklich klasse. Und der Zusammenhalt der Menschen hier ist sehr groß", sagt die 31-Jährige, für die das Dirndl an so einem Abend Pflicht ist. Für Alexander Probst ist das Oktoberfest eine gute Gelegenheit, "Leute zu treffen, die man lange nicht mehr gesehen hat", sagt der Bonfelder.

 


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