Neues Konzept für den alten Bahnhof

Bad Rappenau  2014 wurde er für viel Geld von der Stadt renoviert, jetzt stand er mehrere Monate leer: Jörg Huster und die Gästeinformation der BTB ziehen ins Erdgeschoss des Bad Rappenauer Bahnhofs. Anfang April geht's los. Zurzeit wird renoviert.

Von Ulrike Plapp-Schirmer

Neues Konzept für den alten Bahnhof

Mit dem In Vino betreibt Jörg Huster schon eine Art Bistro in der Bad Rappenauer Bahnhofstraße. Im April etabliert er gegenüber ein neues Konzept: den Bahnhof 13.

Der Bad Rappenauer Bahnhof wird im Erdgeschoss wieder mit Leben erfüllt: Ab April verwirklicht Jörg Huster dort unter dem Namen "Bahnhof 13" ein neues Konzept. Eine Kombination aus Einkauf, Genuss, Veranstaltungen und privaten Feiern.

"Bistronomie" nennt das die Branche. Jörg Husters etablierte Einrichtungen, das In Vino auf der gegenüberliegenden Straßenseite, sowie die Vinothek mit Getränkemarkt in der Talstraße bleiben von den Plänen unberührt. Der Kiosk ist in einem separaten Teil des Erdgeschosses untergebracht und wird von den Umbauplänen nicht tangiert. 

Jörg Huster war zunächst nur Ideengeber

Auch an der Gästeinformation im Rappsodie ändert sich nichts, wenn die Bad Rappenauer Touristikbetrieb GmbH BTB mit einer Anlaufstelle bei Huster mit reingeht. Für die Stadt und den Gemeinderat geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Gäste werden künftig dort abgeholt, wo sie ankommen.

Nach dem Auszug des Blumenladens von Bernd Axenbeck und der Post stand das Erdgeschoss des 2014 renovierten Bad Rappenauer Bahnhofs längere Zeit leer. In Gesprächen mit der Stadt habe er sich im Frühsommer zunächst nur als Ideengeber eingebracht, erzählt Jörg Huster.

"Aus diesen Gesprächen heraus ist die Idee entstanden, dort selbst als Unternehmer tätig zu werden." Der Bahnhof sei ein tolles Gebäude. Umso schöner sei es jetzt, dass er die Möglichkeit habe, dort etwas zu entwickeln. Die Lage: zentral. Direkt gegenüber vom In Vino, wo Jörg Huster sein bisheriges Angebot - Frühstücken, Kaffee- oder Weintrinken mit Freunden - aufrecht erhalten will.

Drei Viertel der Fläche im Bahnhof-Erdgeschoss wird er selbst belegen. Ein Viertel nutzt künftig die BTB, und zwar die dem Bahnsteig zugewandte Fläche, die dann - ganz ähnlich wie das die Stadt Bad Wimpfen macht - unabhängig vom Bahnhof 13 geöffnet werden kann.

"Die Kombination aus Verkauf und Bistro nennt man in der Branche "Bistronomie". So sieht Jörg Huster auch sein neues Projekt. "Im Bereich Essen und Trinken haben wir alle Möglichkeiten", Huster will weg von der klassischen Gastronomie, hin zu einem lockeren Konzept, in dem auch Weinprobe und Tastings Platz haben. Wer will, kann den Bahnhof 13 auch für eigene Veranstaltungen mieten. Für Geburtstagsfeiern, Jubiläum, Partys.

Erdgeschoss wird derzeit renoviert

Noch ist alles Baustelle. Kein einziges Möbelstück ist da, aber Jörg Huster hat schon genaue Vorstellungen, wo alles stehen soll. Möglichst flexibel will er den Bahnhof einrichten, mit mobiler Theke, Stehtischen und einer Ecke für Livemusik und Kleinkunst. Die soll es vor allem in der Eröffnungsphase Anfang April geben: "Wir wollen etwas herholen, das zur Atmosphäre des Gebäudes passt", sagt der Händler.

Neues Konzept für den alten Bahnhof

Noch ist das Erdgeschoss des Bad Rappenauer Bahnhofs leer. Im Moment wird renoviert. Jörg Huster freut sich auf die Eröffnung Anfang April.

Fotos: Ulrike Plapp-Schirmer

Die Raute, die in der Sandsteinfassade des Bahnhofs auftaucht, hat Jörg Huster aufgegriffen und daraus ein Logo machen lassen: "Wir haben uns mit dem Gebäude auseinandergesetzt."

Das neue Projekt hat einen Namen bekommen, der sich von Husters bisherigen Läden In Drink und In Vino deutlich absetzt: Der Bahnhof 13 in der Bahnhofstraße 13 soll etwas Unabhängiges sein. "Das Miteinander und die Geselligkeit sollen hier im Vordergrund stehen."

Der Bahnhof 13 als Anlaufstelle für alle, die am Wochenende ausgehen und Leute treffen wollen, so ist es geplant. "Mir macht es Spaß, neue Projekte zu entwickeln", sagt der 47 Jahre alte Rappenauer, der sich schon mit Ende 20 selbstständig gemacht hatte und in der Kurstadt zu den agilsten Innenstadthändlern gehört.

Die Bistronomie soll eine Ergänzung seines bisherigen Portfolios werden, eine Spielwiese, auf der er Produkte testen kann, die dann in den Verkauf gehen. Jörg Huster bekennt sich zum stationären Handel.

Es soll sich noch mehr herumsprechen, was in Rappenau so geht

Zwar arbeitet auch er derzeit an einem Versand fürs Internet. Doch müsse zuerst der stationäre Betrieb funktionieren, nicht umgekehrt, sagt er. Das, was um ihn herum in Bad Rappenau geschieht, beeindruckt Huster: Den Bahnhof 13 sieht er in einer Reihe mit der Linde von Michael Muth, der Lunabar von Mark Leiensetter oder dem Dominikaner, den die Gebrüder Alex und Roman Kitzmann betreiben. Es müsse sich nur rumsprechen, meint er, dass in Bad Rappenau was geht. Auch beim Personal: Jörg Huster ist seit dieser Woche auf der Suche nach guten Leuten.

 

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